Am 29. Mai wäre John F. Kennedy 100 Jahre alt geworden – Jubiläumsausstellung in Boston Präsident, Vermittler, Frauenheld

Boston/Washington (WB). 1945 reist der junge John Fitzgerald Kennedy für eine amerikanische Zeitung durch Europa, um über die Konflikte zwischen der Sowjetunion und dem Westen zu berichten. 16 Jahre später sollten ihn diese noch immer beschäftigen – als 35. Präsident der USA. Am Montag wäre Kennedy 100 Jahre alt geworden.

Von Mike-Dennis Müller
John Fitzgerald Kennedy war ein passionierter Segler.
John Fitzgerald Kennedy war ein passionierter Segler. Foto: dpa

Die Jugend

Aus Irland eingewandert, lebten die Vorfahren John F. Kennedys (JFK) den amerikanischen Traum. Auch in der Politik waren Mitglieder der Familie über Generationen hinweg immer wieder präsent. JFKs wohlhabender Vater machte es möglich, dass er privilegiert aufwuchs.. Die Arbeit als Investment-Banker machte es aber auch notwendig, dass die Familie immer wieder umzog.

Die Gesundheit

Schon früh machte ihm seine Gesundheit zu schaffen. Seine Vorliebe für Football konnte er nicht ausleben. Rückenprobleme, Asthma und die Addisonsche Krankheit (chronischer Ausfall der Nebennierenrinde) wurden bei Kennedy im Laufe seines Lebens diagnostiziert. Durch die Behandlung mit Cortison schwemmte sein Körper auf, die Knochen wurden angegriffen.

Das Militär

Auch in der Armee hatte er deshalb Schwierigkeiten. Nach mehreren Anläufen wurde er schließlich von der Marine aufgenommen. Für die Rettung eines Kameraden nach dem Kentern eines Schiffes erhielt er mehrere militärische Auszeichnungen.

Der Weg ins Amt

1947 wurde Kennedy Mitglied im Repräsentantenhaus. Seinen Wahlkampf hatte damals sein Vater finanziell stark unterstützt. Zwei mal wurde sein Mandat bestätigt, dann wollte er mehr. Mit knapper Mehrheit wurde er 1952 Senator für den Bundesstaat Massachusetts.

Sein Versuch, vier Jahre später als demokratischer Vize-Präsidentschaftskandidat aufgestellt zu werden, scheiterte. In den Vorwahlen 1960 schließlich setzte er sich aber als Präsidentschaftskandidat durch. Die Wahl im November gewann er knapp, und wurde im Januar 1961 zweitjüngster Präsident in der Geschichte der USA. »Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann – fragt, was ihr für euer Land tun könnt«, ist das Zitat, das von diesem Tag in Erinnerung bleibt. Noch bekannter werden nur seine Worte beim Besuch an der deutsch-deutschen Mauer: »Ich bin ein Berliner.«

Die Raumfahrt

John F. Kennedy mit einer Raumkapsel. Foto: dpa

Kuba, Westberlin, Laos – der Kalte Krieg sorgte nicht nur für Konflikte und Wettrüsten auf dem Boden. Auch um die Vorherrschaft im All begann ein Rennen. Es war bereits Vorgänger Dwight D. Eisenhower, der mit dem Space Act die Nasa ins Leben gerufen hatte und damit auf Erfolge der Sowjets reagierte. Im Mai 1961 trat John F. Kennedy vor die Mikrofone und kündigte sein ambitioniertes Ziel an: Innerhalb der folgenden zehn Jahre solle ein Amerikaner den Mond betreten. Dass dies 1969 tatsächlich gelang, erlebte Kennedy nicht mehr.

Die Bürgerrechtsbewegung

Auch das Inkrafttreten der Bürgerrechtsgesetze erlebte er nicht mehr. Es war die Rede Martin Luther Kings in Washington, die er 1963 im Fernsehen verfolgte und die ihn so sehr bewegte, dass er diese Gesetze in den Kongress einbrachte. Sie sahen Gleichberechtigung von Weißen und Schwarzen in den USA vor, das Ende der Rassentrennung.

Die Frauen

JOhn F. Kennedy mit seiner Frau Jacqueline und den beiden Kindern. Foto: dpa

Sein großer Charme ließ nicht nur das amerikanische Volk großzügig über Fehlschläge hinwegsehen, sondern zog vor allem auch die Frauen in seinen Bann. Schon früh war er als Frauenheld bekannt, vor seiner Ehe mit Jacqueline soll er einschlägige Erfahrungen mit Hollywood-Größen wie Audrey Hepburn gesammelt haben. Später werden ihm Affären nachgesagt, die bekannteste: Schauspielerin Marylin Monroe.

Nach dem Attentat

Am Grab Kennedys in Washington brennt eine »ewige Flamme«. Foto: Mike-Dennis Müller

Das Attentat auf den Präsidenten (siehe Grafik) wird schnell aufgeklärt – auch wenn sich bis heute Verschwörungstheorien halten. Beerdigt wurde JFK auf dem Nationalfriedhof Arlington in Washington. Neben seinem Grab brennt bis heute eine »ewige Flamme«. Kennedys Ehefrau Jacqueline zog nach dem Tod nach New York. Fünf Jahre nach dem Attentat heiratete sie noch einmal. 1994 benannte die Stadt den größten Teich im Central Park nach ihr. Das Jacqueline Kennedy Onassis Reservoir soll an ihr Engagement für die Stadt erinnern.

Das Museum

Noch vor seinem Tod konnte John. F. Kennedy selbst den Ort auswählen, an dem seine sogenannte Presidential Library entstehen sollte. In Boston, direkt am Charles River gelegen, wurde 1979 das Museum eröffnet. Ab heute ist dort die »Centennial«-Sonderausstellung zu sehen.

Die Presidential Library in Boston. Foto: Mike-Dennis Müller

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