Corona-Pandemie
Scholz: Bis zu zehn Millionen Corona-Impfungen pro Woche

Mehr als zwei Monate hat es gedauert, die ersten fünf Millionen Menschen in Deutschland gegen das Coronavirus zu immunisieren. Jetzt kündigt der Vizekanzler den Turbo an.

Montag, 08.03.2021, 17:12 Uhr aktualisiert: 08.03.2021, 17:16 Uhr
Olaf Scholz (SPD), Bundesminister der Finanzen und SPD-Kanzlerkandidat, verspricht Tempo bei den Corona-Impfungen. Foto: Kay Nietfeld

Brüssel/Berlin (dpa) - Die Corona-Impfungen in Deutschland sollen noch in diesem Monat endlich Fahrt aufnehmen. «Wir müssen jede Woche Millionen impfen, im März schon am Ende des Monats», sagte Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) im ZDF.

«Es wird bis zu zehn Millionen Impfungen pro Woche geben.» Ab April sollen die EU-Staaten nach Angaben von Kommissionschefin Ursula von der Leyen jeden Monat 100 Millionen Impfdosen bekommen. Rund läuft der Nachschub bei Corona-Impfstoffen aber immer noch nicht.

So sagte von der Leyen am Montag der «Wirtschaftswoche», der britisch-schwedische Hersteller Astrazeneca habe «im Zeitraum von Dezember bis März der EU weniger als zehn Prozent der bestellten Menge geliefert». Damit rechtfertigte von der Leyen das Exportverbot Italiens für 250 000 Astrazeneca-Impfdosen an Australien. Von der Leyen schloss weitere Exportverbote laut «Wirtschaftswoche» nicht aus: «Das war kein Einzelfall.»

Die Zahl von 100 Millionen Impfdosen diverser Hersteller ab April erwähnte von der Leyen in der «Stuttgarter Zeitung» und den «Stuttgarter Nachrichten». Die EU-Kommissionspräsidentin verwies darauf, dass dies doppelt so viel sein werde wie im März. Allerdings sind die Angaben etwas vorsichtiger als frühere Schätzungen. Da hieß es noch, zu den erwarteten 300 Millionen Impfdosen könnten im zweiten Quartal Lieferungen des Herstellers Johnson&Johnson hinzu kommen, der diese Woche eine Zulassung für Europa erwartet. Den Widerspruch zu früheren Zahlen löste die EU-Kommission auf Nachfrage nicht auf.

In jedem Fall steht den Prognosen zufolge bald viel mehr Impfstoff zur Verfügung als zu Jahresbeginn. Rechnerisch bekommt Deutschland jeweils knapp ein Fünftel der EU-Impfdosen, künftig also fast 20 Millionen Dosen im Monat. Dafür wären deutlich höhere Impfkapazitäten nötig. Bundesfinanzminister Scholz sagte in der ZDF-Sendung «Berlin direkt», schon am 28. März würden die bisherigen Impfkapazitäten nicht mehr ausreichen. Doch habe er bereits gegengesteuert.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach sich dafür aus, schon bald auch jungen Menschen Zugang zu Impfstoff zu ermöglichen, etwa Studierenden an Universitäten. Von April an sollen in Bayern auch Lehrer, die nicht an Grundschulen tätig sind, geimpft werden, sagte Söder in München. Er will mehr Impfstoff in Corona-Hotspots umverteilen, etwa an die Grenze zu Tschechien. Auch Pendler könnten für Impfungen infrage kommen. Wenn mehr Impfstoff komme, müssten auch Haus-, Betriebs- und Schulärzte einbezogen werden, sagte Söder.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts hatten mit Stand Montagfrüh (8.00 Uhr) 6,2 Prozent der Bevölkerung beziehungsweise rund 5,2 Millionen Menschen in Deutschland mindestens eine Impfdosis erhalten. Rund 2,5 Millionen wurden bereits zweimal gespritzt. In der EU sind bisher die Impfstoffe der drei Hersteller Pfizer/Biontech, Moderna und Astrazeneca zugelassen. Am 11. März wird die europäische Arzneimittelbehörde EMA voraussichtlich auch die Zulassung des Impfstoffes des US-Herstellers Johnson&Johnson empfehlen.

© dpa-infocom, dpa:210308-99-739373/2

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