Start verschoben – jetzt 30 Prozent aller Infektionen durch britische Corona-Variante
Kritik an Spahn wegen Verspätung bei Tests

Berlin (dpa) -

Führende Politiker von Bund und Ländern debattieren über Öffnungspläne auch ohne Abschwellen der Corona-Pandemie. Hoffnungen liegen darauf, durch massenweise Corona-Tests mehr Kontrolle über die Entwicklung zurückzubekommen.

Dienstag, 23.02.2021, 22:14 Uhr aktualisiert: 23.02.2021, 22:25 Uhr
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Foto: Kay Nietfeld/dpa

SPD und Grüne werfen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, kostenlose Tests voreilig versprochen zu haben.

Spahn hatte Schnelltests in Testzentren, Praxen oder Apotheken ab 1. März angekündigt. Jetzt wollen Bund und Länder aber erst am 3. März darüber beraten. Ifo-Präsident Clemens Fuest sagte, es sei ein „gewaltiges Versäumnis“ der Politik, dass es noch immer keine Teststrategie gebe.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte in einer Online-Sitzung der Unionsfraktion, bei jedem Öffnungsschritt müsse es das Ziel sein, ein wieder exponentielles Wachstum der Infektionszahlen auch angesichts der verschiedenen Mutationen zu verhindern. „Wir würden uns keinen Gefallen tun, wenn wir in eine Situation kommen, wo wir dann etwas, was wir jetzt schon mal geöffnet haben, anschließend wieder zumachen“, wurde Merkel zitiert.

Unterdessen ist der Anteil der als ansteckender geltenden britischen Virusmutation nach Angaben des Verbands Akkreditierter Labore auf rund 30 Prozent gewachsen, wie der Verband auf Basis von Stichproben aus der vergangenen Woche mitteilte. CDU-Chef Armin Laschet räumte ein, der erwartete Rückgang der Neuinfektionsrate auf 50 beziehungsweise 35 pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen sei nicht eingetreten. Bund und Länder hatten regionale Öffnungsschritte ab einer Inzidenz von 35 ab 7. März angekündigt.

Der Digitalverband Bitkom forderte ein besseres Impfmanagement. „Dieses Chaos bei der Terminvergabe ist einer High-Tech-Nation wie Deutschland absolut unwürdig“, sagte Bitkom-Chef Achim Berg. 29 Prozent der Befragten einer Umfrage, die einen Termin für eine Corona-Impfung vereinbaren wollten, hätten 50 oder mehr Anläufe unternehmen müssen.

600.000 Impftermine vergeben

Fast 90 Prozent der Menschen ab 80 Jahren in Nordrhein-Westfalen haben bereits Termine für die Corona-Impfung. Das sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Dienstag vor Journalisten in Düsseldorf. Konkret hätten 800.000 Menschen insgesamt rund 1,6 Millionen Termine bekommen. Außerdem werden nach Laschets Worten fast alle Bewohner von Pflegeheimen bis Anfang März vollständig geimpft sein.

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