Landwirte blockieren erneut Discounter-Lager
800 Schlepper vor Aldi

Greven (dpa) -

Ungefähr 50 Traktoren blockieren am Montagabend das Zentrallager eines großen Discounters. Die Aktion dauert bis in den Vormittag und richtet sich gegen die Preispolitik des Einzelhandels. Auch woanders gibt es Proteste.

Dienstag, 08.12.2020, 20:56 Uhr aktualisiert: 08.12.2020, 21:28 Uhr
Mit der Aktion wollen die Landwirte auf die Preispolitik des Einzelhandels aufmerksam machen. Sie fordern Gespräche. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Hunderte Landwirte haben von Montagabend bis Dienstagmorgen zahlreiche Lager des Discounters Aldi Nord blockiert. „Ich schätze, dass in der Nacht rund 800 Schlepper vor den Lagern waren“, sagte der Sprecher der Bauern-Protestbewegung „Land schafft Verbindung“, Anthony Lee. Es seien auch viele Landwirte mit ihren Autos zu den Blockaden gefahren. Am Dienstagvormittag seien die Landwirte wieder abgezogen, nachdem Aldi ein Gesprächsangebot für Freitag abgegeben habe.

Blockade-Aktionen gab es unter anderem in Weyhe (Landkreis Diepholz), Seevetal (Landkreis Harburg), Beverstedt (Landkreis Cuxhaven), Lingen und Hesel (Landkreis Leer) sowie Rinteln (Landkreis Schaumburg). Auch ein Lager im münsterländischen Greven wurde blockiert.

Viele Landwirte leiden seit einiger Zeit unter einem rapiden Verfall der Erzeugerpreise. Dieser resultiert auch aus den Folgen der Corona-Pandemie, weil etwa die Gastronomie als wichtiger Abnehmer von Lebensmitteln derzeit weitestgehend ausfällt. Im Schweinebereich aber spielt auch die Schließung des wichtigen Exportmarktes China eine wichtige Rolle für den Preisverfall, nachdem in Deutschland im September die Afrikanische Schweinepest nachgewiesen wurde.

Ein Sprecher von Aldi Nord teilte mit, dass es in dieser Woche Gespräche mit den Landwirten geben solle. Auch Aldi Süd sei daran beteiligt, heißt es.

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