In Afghanistan
Maas: Sicherheit der Soldaten von Amerikanern abhängig

Es war die Entscheidung des abgwählten US-Präsidenten Trump: Aus Afghanistan soll schon bald die Hälfte der dort stationierten US-Soldaten abziehen. Das schwächt auch unmittelbar die Sicherheit der deutschen Soldaten dort, betont Außenminister Maas.

Dienstag, 01.12.2020, 09:31 Uhr aktualisiert: 01.12.2020, 09:34 Uhr
Außenminister Heiko Maas (SPD) bei einer Sitzung im Bundestag. Foto: Kay Nietfeld

Berlin (dpa) - Der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) hofft auf weitere Unterstützung US-amerikanischer Truppen in Afghanistan.

«Ansonsten können wir die Sicherheit deutscher Soldaten in Afghanistan nicht mehr garantieren», sagte Maas im ZDF-«Morgenmagazin» am Dienstag vor den digitalen Beratungen der Nato-Außenminister. Dazu zählten etwa Evakuierungshubschrauber.

Der abgewählte US-Präsident Donald Trump hatte entschieden, bis Mitte Januar fast die Hälfte der in Afghanistan stationierten US-Soldaten abzuziehen - nur noch 2500 sollen dann noch im Land sein. Joe Biden könnte wieder für einen Kurswechsel sorgen.

Klar ist Maas zufolge, dass die Bundeswehr-Soldaten nicht ewig in Afghanistan bleiben sollen und können. «Allerdings gibt es in Afghanistan erstmals seit zwanzig Jahren einen Friedensprozess, in dem die afghanische Regierung und die Taliban zusammensitzen, um über einen Friedensvertrag zu verhandeln», sagte der SPD-Politiker. Dieser Prozess soll durch die internationale Streitkräfte-Präsenz abgesichert werden.

Ab Dienstag wollen die Außenminister der Nato-Staaten zwei Tage über Ideen zur Stärkung der politischen Arbeit des Militärbündnisses beraten. Dazu hatte ein Expertengremium etwa 140 Reformvorschläge gemacht. Thema der Videokonferenz sollten neben der Zukunft des Nato-Ausbildungseinsatzes in Afghanistan auch mögliche Bedrohungen aus China sein.

© dpa-infocom, dpa:201201-99-526156/3

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