Vorschlag gegen Personalmangel in der Corona-Krise
FDP: Kellner sollen Ämter im Lockdown unterstützen

Düsseldorf -

Die FDP-Landtagsfraktion regt an, Gaststättenpersonal in Gesundheits- und Ordnungsämtern einzusetzen, um die Personallücken zu füllen.

Montag, 02.11.2020, 20:48 Uhr aktualisiert: 02.11.2020, 21:14 Uhr
Restaurants und Kneipen sind seit Montag für vier Wochen geschlossen. Foto: dpa

 

„Diese Kräfte könnte man bei den Nachverfolgungen in den Gesundheitsämtern oder für Kontrollen der Ordnungsämter einsetzen“, sagte Henning Höne, Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion, unserer Redaktion.

Man benötige jetzt pragmatische Lösungen. Denn es stehe zu befürchten, dass viele Menschen in den nächsten Wochen und Monaten im Gaststättengewerbe aufgrund der Schließungen ihre Jobs verlieren werden. „Betroffen sind Tausende Kellner, Service- und Küchenkräfte, sehr viele sogenannte 450-Euro-Kräfte. Die Menschen hätten dann weiterhin ein Einkommen. Und gleichzeitig helfen sie, die Pandemie einzudämmen“, bekräftigte Höne.

Seit Wochen ächzen die Gesundheitsämter unter den steigenden Corona-Zahlen; vielerorts fehlt Personal. In manchen Ämtern hilft deswegen bereits die Bundeswehr aus. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte erst in der vergangenen Woche erklärt, dass die Landesregierung den Kommunen 25 Millionen Euro für zusätzliches Personal zur Verfügung stellen wolle. Gesundheitsämter verweisen aber darauf, dass die Kräfte auch geeignet und qualifiziert sein müssten-

Die Angestellten in der Gastronomie, aber auch in der Veranstaltungsbranche, seien von den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie besonders stark betroffen, sagte Viersens Landrat An­dreas Coenen: „Der Kreis Viersen ruft deshalb gerade die Mitarbeiter dieser Branchen auf, sich auf unsere Stellenausschreibung zur Unterstützung des Gesundheitsamts zu bewerben.“

Das Gesundheitsamt der Stadt Köln stellt nach eigenen Angaben wegen der Pandemie etwa 60 Mitarbeiter pro Woche ein. „Die Anteile Studierender aus der Gastronomie und Mitarbeitende aus dem Tourismusbereich dominieren dabei ganz erheblich“, sagte Stadtsprecherin Sabine Wotzlaw. Auf diese Weise seien sehr viele hoch motivierte Mitarbeiter für die Kontaktverfolgung gewonnen worden. Johannes Nießen, Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Köln, ergänzt: „Wir sind uns als Millionenstadt unserer Rolle in der Gesellschaft bewusst und versuchen, insbesondere Studenten die Möglichkeit zu geben, ihr Lebensumfeld zu erhalten.“

Am Montag mussten wegen der Virusausbreitung unter anderem Restaurants, Kneipen, Kultureinrichtungen, Schwimmbäder, Kinos und Fitnessstudios für vier Wochen schließen. Die FDP-Landtagsfraktion hält diese Maßnahme in Teilen für überzogen; die entwickelten Hygienekonzepte seien ausreichend. „Hätten wir die Entscheidung treffen müssen, hätten wir die Gastronomie in Nordrhein-Westfalen nicht geschlossen“, sagte Christof Rasche, Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion.

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