Gespräche in Berlin
Erstes Treffen der Außenminister Israels und der Emirate

Mit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen wollen Israel und die Emirate ein neues Kapitel im Nahen Osten aufschlagen. Als Ort für erste Gespräche der Außenminister wählen beide Länder Berlin. Der deutsche Ressortchef Heiko Maas freut sich über die «große Ehre».

Dienstag, 06.10.2020, 04:06 Uhr aktualisiert: 06.10.2020, 04:08 Uhr
Heiko Maas wird die Außenminister von Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten empfangen. Foto: Hannibal Hanschke

Berlin (dpa) - Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate machen Tempo bei der Normalisierung ihrer Beziehungen. Drei Wochen nach der Unterzeichnung einer entsprechenden Vereinbarung kommen heute in Berlin erstmals Außenminister der beiden Länder zusammen.

Deutschlands Ressortchef Heiko Maas (SPD) empfängt Gabi Aschkenasi und Abdullah bin Sajid am Nachmittag. Stellungnahmen waren für 17.00 Uhr geplant.

«Es ist eine große Ehre, dass der israelische und der emiratische Außenminister Berlin als Ort für ihr historisches erstes Treffen gewählt haben», erklärte Maas vor dem Treffen und dankte beiden Kollegen für ihr Vertrauen. Der «mutige Friedensschluss» zwischen Israel und den Emiraten sei seit langem die erste gute Nachricht im Nahen Osten und zugleich eine Chance für neue Bewegung im Dialog zwischen Israelis und Palästinensern. Maas hoffte, «dass Berlin einen guten Rahmen bietet, weitere Schritte auf diesem Weg zu besprechen».

Die Emirate hatten am 15. September gemeinsam mit Bahrain die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Israel besiegelt. Die beiden ölreichen Golfstaaten versprechen sich von den Abkommen wirtschaftliche Vorteile, schmieden aber mit Israel vor allem eine Allianz gegen den gemeinsamen Erzfeind Iran. Für Israel etwa ist das iranische Atomprogramm eine existenzielle Bedrohung. Bisher unterhielten mit Ägypten und Jordanien nur zwei arabische Länder diplomatische Beziehungen zu Israel. Im Gegenzug hat Israel angekündigt, die Annektierung von Gebieten im besetzten Westjordanland auszusetzen, das die Palästinenser für einen eigenen Staat beanspruchen.

Die arabischen Staaten verfolgten bislang den Ansatz, die Lösung des Konflikts mit den Palästinensern zur Bedingung für eine Normalisierung der Beziehungen zu Israel zu machen. Die Palästinenser fühlen sich daher von den jüngsten Abkommen verraten.

Maas hatte nach der Unterzeichnung der Abkommen zwischen Israel und den beiden Golfstaaten auf direkte Gespräche zwischen Israel und den Palästinensern gedrungen, um eine Lösung in dem jahrzehntealten Konflikt zu finden. Direkte Gespräche zwischen Israel und den Palästinenser hat es seit sechs Jahren nicht mehr gegeben.

© dpa-infocom, dpa:201006-99-838852/2

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