Toter bei Demo in Portland
Polizei erschießt tatverdächtigen Antifa-Aktivisten

Am Wochenende wird ein Rechtsextremist bei einer Demonstration in Portland getötet. Der mutmaßliche Täter äußert sich im Internet und spricht von Notwehr. Jetzt ist auch er tot.

Freitag, 04.09.2020, 19:46 Uhr aktualisiert: 04.09.2020, 19:48 Uhr
Ein angeschossener Mann wird in Portland von Sanitätern behandelt. Der mutmaßliche Schütze ist offenbar von der Polizei getötet worden. Foto: Paula Bronstein

Lacey (dpa) - Im Zusammenhang mit den Unruhen in der US-Stadt Portland (Oregon) ist der von der Polizei wegen Mordverdachts gesuchte Michael R. nach Angaben des US-Justizministers von Einsatzkräften erschossen worden. Dies teilte William Barr mit und dankte den Behörden für den «bedeutenden Erfolg».

Zuvor hatten US-Medien berichtet, dass der 48-Jährige nach Schüssen eines gemeinsamen Einsatzkommandos der Polizei und des US Marshals Service in der Stadt Lacey im benachbarten Bundesstaat Washington gestorben sei. Barr sagte, der selbst ernannte Antifa-Anhänger sei gesucht worden, weil er im Verdacht stehe, am vergangenen Wochenende Aaron D. erschossen zu haben. D. soll laut Medien ein Mitglied der rechten Gruppe «Patriot Prayer» sein.

Am Donnerstag hatte das Portal Vice News ein Interview mit Michael R. veröffentlicht, in dem er andeutete, die tödlichen Schüsse in Portland abgefeuert zu haben. Er habe sich und einen Freund damit verteidigen wollen. «Ich hatte keine Wahl», sagte der 48-Jährige. Die Polizei in Portland hatte daraufhin Medienberichten zufolge am selben Tag einen Haftbefehl gegen den Mann ausgestellt.

In Portland gibt es seit Wochen jede Nacht Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt. Am Samstag fuhr ein Autocorso von Anhängern des US-Präsidenten Donald Trump durch die Stadt. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Trump-Anhängern und Demonstranten. Auf dem Video eines Reporters der «New York Times» war zu sehen, wie von der Ladefläche eines Pick-ups im Autocorso mit einem Paintball-Gewehr auf Demonstranten geschossen wird. Von einem anderen Wagen wird Pfefferspray versprüht. Der erschossene Aaron D. trug laut Medienberichten eine Baseball-Kappe der rechten Gruppe «Patriot Prayer».

© dpa-infocom, dpa:200904-99-427079/6

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