NRW-Innenminister will härter gegen Messerattacken vorgehen
Reul fordert höhere Strafen

Düsseldorf (dpa). NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hat härtere Strafen bei Messerangriffen gefordert. „Wer in einer Aus­ein­andersetzung ein Messer zückt, will sein Gegenüber verletzen“, sagte Reul der „Bild“-Zeitung. „Im Zweifel riskiert er sogar das Leben eines Menschen. Das ist nicht akzeptabel und muss härter bestraft werden.“ Täter dürften „nicht nur mit einer Geldstrafe davonkommen“. Das Tragen von Messern führe „zu einer Aufrüstung auf der Straße“, sagte Reul. Am Strafrahmen müsse man „nachjustieren, wenn wir diese Waffen aus dem Verkehr ziehen wollen“.

Montag, 10.08.2020, 05:00 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa

In Nordrhein-Westfalen wurden laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) im vergangenen Jahr insgesamt 6827 Fälle erfasst, in denen als Tatmittel ein Messer genutzt oder mit diesem gedroht wurde. Das geht aus einem Bericht Reuls für den Landtag von Januar hervor. In diesen Fällen seien mehr als 6730 Tatverdächtige erfasst worden. Von ihnen besaßen 2645 nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. Einen Migrationshintergrund von Tätern mit deutschem Pass weist die Statistik nicht aus. In NRW sind Messerattacken erstmals in der Kriminalstatistik 2020 verzeichnet worden.

Jörg Radek, stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), beklagte eine hohe Zahl an Messerattacken. „Es gibt kaum einen Tag, an dem nicht Polizeimeldungen über gefährliche oder sogar tödliche Messerattacken bekannt werden“, sagte er der „Bild“. Nicht nur für Zivilisten, sondern auch für Polizisten stellten Messer ein hohes Risiko dar. Radek forderte ein bundesweites Lagebild zu Messerattacken, „um die konkrete Gefahr analysieren zu können“.

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