Russische Imperialbewegung
Deutsche Rechtsextremisten vernetzt in Russland

Dass deutsche Rechtsextremisten in anderen europäischen Ländern Schießen üben, ist bekannt. Auch zu russischen Rassisten pflegen einige von ihnen enge Beziehungen. Einem Medienbericht zufolge soll man sich in Russland zu Kampfsport-Übungen getroffen haben.

Freitag, 05.06.2020, 13:29 Uhr aktualisiert: 05.06.2020, 13:32 Uhr
Rechtsextreme aus Deutschland sollen in Russland bei der berücktigten Imperialbewegung für Kampfhandlungen trainieren. Foto: Fredrik von Erichsen

Berlin/St. Petersburg (dpa) - Militante Rechtsextreme aus Deutschland sollen laut einem Medienbericht in Russland für Kampfhandlungen trainiert worden sein.

Die paramilitärische Ausbildung in einem speziellen Lager bei St. Petersburg hätten mehrere Mitglieder der vom Verfassungsschutz beobachteten NPD-Jugendorganisation Junge Nationalisten und der Partei «Der III. Weg» absolviert, schreibt das Nachrichtenmagazin «Focus» (Freitag) und beruft sich dabei auf Sicherheitskreise. Die Teilnehmer seien im Umgang mit Waffen und Sprengstoff sowie für den militärischen Nahkampf trainiert worden.

Hinter dem Lager soll die für ihre rassistische Hetze berüchtigte russische Imperialbewegung stehen. Die USA hatten sie Anfang April auf ihre Liste globaler Terrorgruppierungen gesetzt. Bei St. Petersburg soll die Organisation Russian Imperial Movement (RIM) gleich zwei Trainingslager haben. Nach russischen Medienberichten ist die Bewegung ultrarechter christlich-orthodoxer Russen auch in ihrer Heimat als extremistisch eingestuft, aber nicht verboten.

Der Verfassungsschutz verfüge über generelle Informationen zu Kontakten deutscher Rechtsextremisten zu der russischen Gruppierung, sagte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Steve Alter, am Freitag in Berlin. Erkenntnisse zur Teilnahme einzelner Deutscher an paramilitärischen Trainings in Russland lägen dem Ministerium nicht vor.

RIM-Vertreter hatten nach Kenntnis der Bundesregierung im Mai 2018einen von den Jungen Nationalisten Sachsen ausgerichtetenEuropakongress in Riesa besucht. In Dortmund nahmen Aktivisten der russischen Organisation im November 2017 an einer Veranstaltung der Partei Die Rechte teil.

Der Anti-Terror-Experte Nathan Sales vom Außenministerium in Washington hatte die Entscheidung der USA seinerzeit so begründet: «RIM ist eine Terrorgruppe, die im Stil von Paramilitärs Ausbildung anbietet für Neo-Nazis und jene, die für eine weiße Dominanz eintreten.» Die Bewegung versuche, Europäer und Amerikaner aufzuhetzen gegen angebliche Feinde.

Das russische Außenministerium hatte danach lediglich mitgeteilt, der Schritt der USA trage nicht zur Bekämpfung des Terrorismus bei. Außerdem habe Washington keine Details zu dem Fall vorgelegt.

Bei Demonstrationen in Russland sind Mitglieder der Russkoje Imperskoje Dwischenije, wie sie im Original heißt, immer wieder mit den markanten gelb-schwarzen Flaggen und Forderungen nach einer Wiedererrichtung des russischen Imperiums zu sehen.

Deutsche Sicherheitsbehörden seien über das Training der Rechtsextremisten in Russland informiert, schreibt der «Focus» weiter. Nach St. Petersburg könnten die Ermittler aber aus rechtlichen Gründen nicht reisen. US-Medienberichten zufolge sollen an den paramilitärischen Trainingseinheiten der russischen Rechtsextremisten 2016 auch zwei Schweden teilgenommen haben, die in ihrer Heimat später wegen Sprengstoffanschlägen auf Flüchtlingsheime verurteilt wurden.

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