Conte: Urlaub am Meer Italien und Türkei machen Hoffnung auf Tourismus-Öffnung

Die Urlaubsländer in Südeuropa wollen sich die Saison nicht komplett entgehen lassen. Selbst das stark betroffene Italien denkt über Strandurlaube nach.

Von dpa
Badegäste am Strand auf der Mittelmeerinsel Sardinien (Archiv).
Badegäste am Strand auf der Mittelmeerinsel Sardinien (Archiv). Foto: Andrea Warnecke

Rom (dpa) - Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte hat seinen Landsleuten in der Corona-Krise Hoffnung auf einen Sommerurlaub am Strand gemacht. Die Türkei trifft Vorbereitungen für eine Öffnung für die Feriensaison.

«Diesen Sommer werden wir nicht auf dem Balkon verbringen, und die Schönheit Italiens wird nicht in Quarantäne bleiben. Wir können ans Meer fahren, in die Berge, unsere Städte genießen», sagte Conte der Zeitung «Corriere della Sera». Ob Touristen aus dem Ausland kommen dürfen, sagte er nicht.

Derzeit dürfen die Italiener nicht von einer Region in die andere fahren - nur aus triftigen Gründen. Es sei noch nicht klar, wann genau die Menschen wieder reisen könnten, sagte Conte. «Wir warten auf die Entwicklung des epidemiologischen Rahmens, um genaue Angaben zu Daten und Planung zu machen.» Die Zahl der Neuansteckungen in Italien geht seit längerem zurück.

Die meisten Strände sind derzeit gesperrt. Mancherorts setzen sich Leute über das Verbot hinweg. In Sizilien zum Beispiel sorgten Bilder von vollen Stränden und Menschen im Meer für Aufsehen. Palermos Bürgermeister Leoluca Orlando sprach von verantwortungslosem Verhalten. «Wir dürfen das Leben nicht riskieren in einer so heiklen Phase», erklärte er auf Facebook. Sizilien ist wie andere Regionen im Süden nicht stark von der Lungenkrankheit Covid-19 betroffen.

Ankara bereitet sich mit Corona-Auflagen für Hotels und Restaurants auf die Öffnung für den Tourismus vor. Ab Ende Mai werde man schrittweise den inländischen Reiseverkehr aufnehmen, sagte Kultur- und Tourismusminister Mehmet Ersoy dem Sender CNN Türk. Im Juni werde es voraussichtlich nach und nach wieder internationale Flüge geben.

Hotels und Restaurants unterlägen strengen Auflagen, sagte Ersoy. Dazu habe die Türkei ein Zertifikationsprogramm mit 132 Kriterien entwickelt. Unter anderem müssten die Einrichtungen Abstands- und Hygieneregeln einhalten. Zudem erhalte das Personal eine Pandemie-Ausbildung. Zwar gebe es Buffets, aber ohne Selbstbedienung. Das Personal werde die Speisen und Getränke herausgeben.

Die Türkei veröffentlichte zudem eine Übersicht von Krankenhauskapazitäten in den Tourismusgebieten. Daraus geht etwa hervor, dass in dem bei Deutschen beliebten Urlaubsort Antalya rund 59,4 Prozent der Intensivbetten belegt sind.

Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige der Türkei. Ersoy sagte, vor der Corona-Pandemie habe man in diesem Jahr mit 58 Millionen Touristen gerechnet. Man dürfe nun keine zu hohen Erwartungen haben; wenn 50 oder 60 Prozent der Hotels öffneten, sei das eine gute Saison. Sollte im Jahr 2021 die Corona-Pandemie ausgestanden sein, hoffe man auf 63 Millionen Touristen im Jahr.

Die Türkei hat zahlreiche Einschränkungen im Kampf gegen das Corona-Virus erlassen und lockert die Maßnahmen wieder schrittweise. An diesem Wochenende gilt eine weitgehende Ausgangssperre nur noch in 24 Städten und Provinzen statt zuvor in 31 Orten. Zudem dürfen Senioren ab 65 Jahren zum ersten Mal seit dem 21. März für mehrere Stunden vor die Tür. Ab Montag sollen unter anderem Einkaufszentren und Friseure öffnen.

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