Institut für Menschenrechte
Warnung vor Diskriminierung in Corona-Krise

Berlin (dpa) - Das Deutsche Institut für Menschenrechte warnt vor einer Benachteiligung älterer und behinderter Menschen in der Corona-Krise.

Donnerstag, 09.04.2020, 13:40 Uhr aktualisiert: 09.04.2020, 13:42 Uhr
Eine Seniorin betritt mit ihrer Gehhilfe den Eingang eines Senioren-Wohnstifts. Foto: Daniel Karmann

«Restriktionen zur Eindämmung des Coronavirus dürfen Menschen mit Behinderungen nicht diskriminieren oder besonderen Risiken aussetzen», erklärte Direktorin Beate Rudolfg. Zudem müssten die Rechte älterer Menschen besser geschützt werden.

Rudolf begrüßte die Empfehlung des Ethikrates, dass das Alter in Notsituationen in Krankenhäusern kein Kriterium bei der Entscheidung über eine medizinische Versorgung sein dürfe. Bedenken äußerte sie aber mit Blick auf den Vorschlag, medizinische Fachgesellschaften sollten Regeln zur Abwägung vorgeben. «Ethisch hoch brisante Fragen dürfen nicht allein von den Fachgesellschaften beantwortet werden.» Vielmehr sei eine breite Diskussion erforderlich. «Es muss sichergestellt werden, dass diskriminierende Vorstellungen von alten oder behinderten Menschen auch nicht indirekt in eine Entscheidung einfließen», so Rudolf.

Auch in Zeiten einer Pandemie gelte die staatliche Pflicht, Gesundheitsschutz und diskriminierungsfreien Zugang zu Diensten und Einrichtungen gesundheitlicher Versorgung für alle gleichermaßen zu gewährleisten, erklärte sie. Das beinhalte etwa den barrierefreien Zugang zu medizinischen Einrichtungen, aber auch zu Informationen. Auch die gesundheitliche und pflegerische Versorgung müsse sichergestellt werden, um besondere Verletzlichkeiten auszugleichen.

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