CDU-Generalsekretär hält Gesellschaftsjahr für eine gute Idee Ziemiak mahnt Zusammenhalt an

Bielefeld (WB). CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak fordert, dass sich seine Partei und andere Gruppen der Gesellschaft gegen die schlechte Stimmung und die verbreitete Verzagtheit wehren. „Bei den ganzen Jahresrückblicken hatte ich das Gefühl, dass es keinem Land so schlecht geht wie unserem und es noch schlimmer wird. Das ist doch Unsinn“, sagte Ziemiak am Montagabend beim Neujahrstreffen der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) in Bielefeld .

Von Andreas Schnadwinkel
Besuch beim Sozialflügel der Union: CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak (Zweiter von rechts) mit dem Bielefelder CDA-Vorsitzenden Michael Weber (links), der CDA-Bezirksvorsitzenden Angelika Gemkow und dem CDA-Landesvorsitzenden und Europaparlamentarier Dennis Radtke.
Besuch beim Sozialflügel der Union: CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak (Zweiter von rechts) mit dem Bielefelder CDA-Vorsitzenden Michael Weber (links), der CDA-Bezirksvorsitzenden Angelika Gemkow und dem CDA-Landesvorsitzenden und Europaparlamentarier Dennis Radtke. Foto: Bernhard Pierel

An die Adresse von „Fridays for Future“ sagte Ziemiak, dass er die Anliegen für berechtigt halte, aber ein falscher Eindruck erzeugt werde: „Dass die Jungen ausbaden müssen, was die Alten angerichtet haben, kann man so einseitig nicht behaupten. Wohlstand, Freiheit, Sicherheit – den jungen Leuten von heute geht es so gut wie keiner Generation vor ihnen. Die Älteren haben nicht in Saus und Braus gelebt, sondern den heutigen Wohlstand erwirtschaftet.“

Gesellschaftsjahr gefordert

Solche Debatten schadeten dem gesellschaftlichen Miteinander, das sei „keine Frage von links oder rechts“. Um den sozialen Zusammenhalt zu stärken, plädierte der 34-Jährige für ein Gesellschaftsjahr. Bei dieser Dienstpflicht gehe es nicht darum, dass „der Staat etwas will. Wenn junge Leute aus allen Schichten gemeinsam Dienst leisten, dann tut das der gesamten Gesellschaft tut.“

Große Sorge mache ihm die zunehmende Vereinsamung im Alter. „Als Ratsmitglied in meiner Heimatstadt habe ich Bürger an ihrem 90. Geburtstag besucht. Bei manchen war die ganze Familie da, andere waren ganz alleine. Das kann nicht alles der Staat regeln, sondern wir müssen mehr Verantwortung füreinander übernehmen“, sagte der CDU-Generalsekretär, der in seiner Position mittlerweile ziemlich souverän agiert. In Berlin heißt es, das liege auch daran, dass die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer als Verteidigungsministerin stark gefordert sei und Ziemiak im Konrad-Adenauer-Haus mehr Gestaltungsmöglichkeiten habe.

„Bei Migration bin ich strikt“

Seine zuweilen harte Haltung in der Zuwanderungspolitik führte er auf seine Herkunft zurück. „Ich bin nicht in Deutschland geboren, sondern mit drei Jahren aus Polen gekommen, ich spreche immer noch fließend Polnisch. Und ich weiß, dass ich keine Chance gehabt hätte, wenn ich nicht sofort Deutsch gelernt hätte. Ich habe diesem Land alles zu verdanken. Deswegen bin ich beim Thema Migration so strikt.“

Als Vater zweier kleiner Kinder und als Sohn und Schwiegersohn sei ihm bewusst, dass es auf die Familien ankomme und er mit seiner Frau in zehn Jahren zur „Sandwichgeneration“ gehören werde: „Unsere Eltern sind oder werden 70. Wenn unsere Kinder zwölf und zehn sind, sind unsere Eltern um die 80. Da ist bei uns zuhause die Pflegefrage schon präsent.“ Um die Zukunft sei ihm nicht bange. Ziemiak: „Ich bin bereit, für die Generation meiner Kinder zu kämpfen. Dafür, dass sie in Wohlstand leben.“

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