Brasilianische Regierung
Bolsonaro will Bergbau in indigenen Gebieten erlauben

Nach der umstrittenen Haltung von Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro zu den Waldbränden am Amazonas steht nun womöglich eine weitere wirtschaftsfreundliche Maßnahme an: In Schutzgebieten von Ureinwohnern sollen Bodenschätze gefördert werden dürfen.

Mittwoch, 04.09.2019, 14:56 Uhr aktualisiert: 04.09.2019, 15:00 Uhr
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro. Foto: Eraldo Peres

São Paulo (dpa) - Brasiliens Regierung will in indigenen Schutzgebieten Bergbau ermöglichen. Der Stabschef von Präsident Jair Bolsonaro, Onyx Lorenzoni, habe darüber mit den Gouverneuren mehrerer Bundesstaaten gesprochen, berichtete die Zeitung «Folha de São Paulo».

Laut Verfassung ist der Abbau von Bodenschätzen in indigenen Gebieten zwar grundsätzlich erlaubt. Da es bislang aber keine genauen gesetzlichen Regelungen gibt, gilt er derzeit als illegal.

«Brasilianisch zu sein ist eine Chance für alle, und jeder, der im Schutzgebiet bleiben will, hat das Recht dazu. Aber wer jetzt die Ärmel hochkrempeln, Hände und Füße in den Boden stecken und arbeiten will - dem sollte dies gewährt werden», sagte Lorenzoni nach dem Treffen am Dienstag in Manaus. Der Abbau von Bodenschätzen in den indigen bewohnten Gebieten sei bislang nicht geregelt. Die Öffnung der Schutzgebiete für den Bergbau würde seiner Ansicht nach die Lebensbedingungen der Bewohner verbessern.

Seit dem Amtsantritt Bolsonaros im Januar sind Brasiliens indigene Gruppen wiederholt politisch in Bedrängnis geraten.

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