Eine wirksame Begrenzung des Klimawandels setze Verhaltensänderungen und Verzicht voraus
Klaus von Dohnanyi fordert ehrlichere Klimadebatte

Hamburg (dpa). Angesichts des Höhenflugs der Grünen hat der frühere Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi eine »ehrlichere Debatte« über den Klimaschutz und seine Konsequenzen gefordert. Eine wirksame Begrenzung des Klimawandels setze Verhaltensänderungen und Verzicht voraus, sagte der SPD-Politiker.

Freitag, 07.06.2019, 14:57 Uhr aktualisiert: 07.06.2019, 15:00 Uhr
Hamburgs ehemaliger Erster Bürgermeister Klaus von Dohnanyi (SPD) äußert sich kritisch zur Debatte über die Klimaveränderung. Foto: Bernd Von Jutrczenka/dpa

Dies führe zu Konflikten. »Mich ärgert, dass sich die Grünen vor diesen Konflikten drücken und Forderungen stellen, deren Realisierung aber Konflikte bringt, denen sie sich dann nicht offen stellen.« Es sei unser Lebensstil, der den Klimawandel produziere. »Wir Bürger und Verbraucher haben eine Lebensform entwickelt, die wohl unvereinbar mit den Zielen der Klimapolitik wird«, sagte der 90-Jährige. Das zu diskutieren, traue sich aber keiner.

Es sei für ihn beispielsweise eine Illusion, mit Wärmedämmung von Häusern kurzfristige Effekte erzielen zu wollen. »Müssten wir nicht innen anfangen, weniger heizen und uns einen warmen Pullover und dicke Socken anziehen, wenn uns kalt ist?«, fragte Dohnanyi. Auch der Autoverkehr sei nicht schnell konfliktlos zu begrenzen. »Und beim Thema Urlaub: Sollten wir nicht lieber mit dem Zug in den Harz fahren als mit dem Flugzeug auf die Bahamas?

Oder, statt Avocados und Ananas von weither zu holen, wieder heimische Äpfel essen wie in meiner »klimaneutraleren« Kindheit?« Als Volksparteien seien SPD und Union »die Parteien der Arbeit und Wirtschaft, die Grünen eher die Partei der besseren Hoffnung«. Wer Arbeit und Wirtschaft verteidige, »weil sie eben auch die Basis unserer Demokratie sind, muss über die Konflikte viel ehrlicher reden«, sagte er. »Grün ist die Hoffnung, Rot und Schwarz sind die harte Arbeit an dieser.«

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