80 Prozent von ihnen starben vor ihrem sechsten Lebensjahr
Mehr als 100 Kleinkinder wurden 2018 getötet

Berlin (dpa). Deutschlandweit sind im vergangenen Jahr 136 Kinder gewaltsam zu Tode gekommen – fast 80 Prozent von ihnen starben vor ihrem sechsten Lebensjahr. Die Polizeiliche Kriminalstatistik weist für 2018 zudem 98 versuchte Tötungsdelikte auf, bei denen die Opfer Kinder waren. Im Jahr davor waren bundesweit 143 Kinder getötet worden, die Zahl der Tötungsversuche lag 2017 bei 77.

Donnerstag, 06.06.2019, 12:46 Uhr aktualisiert: 06.06.2019, 12:56 Uhr
136 Kinder sind 2018 in Deutschland gewaltsam zu Tode gekommen. Foto: dpa

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Kinderhilfe, Rainer Becker, sagte am Donnerstag in Berlin, es brauche mehr Sensibilität für potenzielle Gefährdungslagen – etwa bei psychischen Störungen oder Suchterkrankungen der Eltern. Die Pädagogik-Professorin Kathinka Beckmann sprach von »erheblichen Schwächen« im Kinderschutz. Der größte Schwachpunkt seien Jugendämter, denen Fachkräfte fehlten und eine Instanz für Beschwerden.

Fälle von Kinderpornografie stieg um mehr als 14 Prozent

Die Zahl der aufgedeckten Fälle zu Herstellung, Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie stieg im vergangenen Jahr um mehr als 14 Prozent auf 7449 Fälle. Das hat laut Bundeskriminalamtes (BKA) mit der höheren Zahl von Hinweisen - vor allem aus den USA - zu tun und mit neuen technischen Möglichkeiten.

Anfang Mai sei beispielsweise eine Bilderserie aus den USA an die deutschen Behörden geschickt worden. Dank »technischer Ermittlungen« habe dann der Ort, an dem das Material hergestellt wurde, schnell identifiziert werden können. Vier Tage später habe die Polizei den Täter geschnappt.

Wichtigen Hinweis gab es bereits im Vorjahr

Doch der Fall war aus BKA-Sicht nur ein Teilerfolg. Die weiteren Ermittlungen zeigten laut Münch, dass die Körper der Opfer »vernarbte Spuren« sexueller Misshandlungen aufwiesen. Es habe sich herausgestellt, dass es schon ein Jahr zuvor einen Hinweis auf den im Internet unter Pseudonym agierenden Mann gegeben habe. Da seine IP-Adresse aber nicht gespeichert worden sei, habe die Polizei ihn damals nicht ausfindig machen können.

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