313 Erkrankungen in NRW gemeldet
Masernkranker Erwachsener stirbt im Landkreis Hildesheim

Hildesheim (dpa). Ein an Masern erkrankter Erwachsener ist im Kreis Hildesheim gestorben. Die Infektion habe maßgeblich zu seinem Tod beigetragen; ob sie tatsächlich die Ursache gewesen sei, werde erst in einigen Wochen feststehen, sagte Kreissprecherin Birgit Wilken am Dienstag.

Dienstag, 07.05.2019, 14:35 Uhr aktualisiert: 07.05.2019, 14:38 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa

Die Person im Alter zwischen 30 und 40 Jahren sei acht Tage vor ihrem Tod erstmals gegen Masern geimpft worden, nachdem im familiären Umfeld die Krankheit aufgetreten war. Die Impfung habe in diesem Fall allerdings die Erkrankung nicht mehr verhindern können.

Aus Datenschutzgründen wurden keine näheren Angaben zu dem Todesopfer gemacht. Die Person hatte drei Tage vor ihrem Tod im April das klinische Bild einer Maserninfektion gezeigt, auch mit dem typischen Hautausschlag. Warum es zu einem derartig schnellen und schweren Verlauf der Krankheit kam, sei noch nicht abschließend geklärt, hieß es vom Kreis. Es werden noch weitere Untersuchungsergebnisse in den kommenden Wochen erwartet.

Jährlich drei bis sieben Todesfälle

Die Angaben der Behörden, wie oft es zu Masern-Todesfällen in Deutschland kommt, sind nicht einheitlich: Nach Daten des Statistischen Bundesamtes gibt es jährlich drei bis sieben Todesfälle durch Masern bundesweit.

Angesichts einer steigenden Zahl von Infektionen will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verpflichtende Masern-Impfungen für Kita- und Schulkinder mit Geldstrafen bis 2500 Euro und einem Ausschluss vom Kita-Besuch durchsetzen. Die Impfpflicht soll ab 1. März 2020 gelten, wie aus einem Gesetzentwurf hervorgeht.

In Hildesheim hatte es vor einigen Wochen einen größeren Masernausbruch gegeben. An mehreren Schulen mussten im März ungeimpfte Schüler vorübergehend zu Hause bleiben. Gleiches galt für Mitarbeiter, die keinen Impfpass vorlegen konnten. Die Kreissprecherin wollte nicht sagen, ob der Todesfall im Zusammenhang mit der Erkrankungswelle an Schulen stand.

313 Erkrankungen in NRW

Europaweit gab es im vergangenen Jahr bei 80.000 Maserninfektionen mehr als 70 Todesfälle, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das EU-Präventionszentrum ECDC kürzlich mitteilten.

In Nordrhein-Westfalen infizierten sich auch viele Erwachsene. Von insgesamt 313 registrierten Masern-Erkrankungen zwischen Januar 2018 und Mitte April 2019 wurden 143 Fälle bei Personen ab 20 Jahren verzeichnet. Das geht aus einem Bericht des NRW-Gesundheitsministeriums für den am Mittwoch tagenden zuständigen Landtagsausschuss hervor. 170 Fälle betrafen Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre, davon waren 122 unter zehn Jahre alt. Bei den über 50-Jährigen gab es dagegen nur sechs Masern-Fälle.

Insgesamt 68 Masern-Fälle wurden dem Bericht zufolge in Kitas oder Schulen registriert. Unter diesen Infizierten waren demnach drei Mitarbeiter. Die tatsächliche Zahl der Masern-Erkrankungen in NRW ist laut Ministerium gar nicht bekannt, da nicht alle Infizierten zum Arzt gingen.

Impfquote in NRW:

In NRW waren vergangenes Jahr 211 Masern-Fälle registriert worden. Seit Beginn dieses Jahres sind es schon mehr als 100. Das extrem ansteckende Virus wird durch Tröpfchen übertragen und kann zur ernsthaften Gefahr vor allem für Erwachsene werden.

Die Impfquote in NRW liegt laut Bericht mit 91,2 Prozent bei der ersten und nur 79,2 Prozent bei der zweiten Masern-Impfung deutlich unter den angestrebten 95 Prozent und steige auch seit Jahren nur mäßig. Um Masern zu eliminieren, müssten 95 Prozent der Bevölkerung gegen das Virus geimpft sein. Trotz zahlreicher Aufklärungsmaßnahmen sei es nicht gelungen, diese Quote zu erreichen, heißt es weiter.

 

Kommentare

ralf sommer  wrote: 07.05.2019 16:52
Impfung
Wie kann man einen angeblich mit Masern infizierten impfen ? Bisher ist das Masern Virus noch nicht isoliert worden. Dem Mann diese toxischen Stoffe zu spritzen ist nicht nachvollziehbar. Der Mann hätte Bettruhe und viel Flüssigkeit benötigt, sowie die Krankheit aus fiebern müssen.
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