Predigten der Bischöfe in der Osternacht Warnung vor Missbrauch des Glaubens und Rückzug ins Vertraute

Düsseldorf (epd). In der Osternacht haben katholische Bischöfe dazu aufgerufen, sich von der Botschaft der Erneuerung des Lebens anstecken zu lassen.

Symbolbild.
Symbolbild. Foto: dpa

Die österliche Botschaft sage den Menschen, dass ihr Leben Sinn und Bestand habe, erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx. Für den Aachener Bischof Helmut Dieser birgt Ostern die Gewissheit, dass nichts Böses endgültig ist. Der Münsteraner Bischof Felix Genn erklärte, Ostern gebe Antworten auf die Grundfragen des Lebens.

Ostern ist das älteste und wichtigste Fest der Christenheit. Es erinnert an die Auferstehung Jesu Christi von den Toten nach seinem Leiden und Sterben am Kreuz und steht für den Sieg des Lebens über den Tod. Papst Franziskus feiert am Sonntag mit Zehntausenden Gläubigen aus aller Welt auf dem Petersplatz in Rom die Ostermesse. Anschließend spendet er von der Loggia des Petersdoms aus den apostolischen Segen »Urbi et Orbi«.

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Manchmal wenden wir uns ausschließlich unseren Problemen zu, die nie ausgehen.

Papst Franziskus

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In der Osternacht ermunterte das katholische Kirchenoberhaupt die Gläubigen dazu, sich nicht in Unzufriedenheit und Hoffnungslosigkeit zu verlieren.

»Manchmal wenden wir uns ausschließlich unseren Problemen zu, die nie ausgehen«, sagte der Papst in seiner Predigt bei der Vigilfeier am Samstagabend im Petersdom. »Wir bitten um die Gnade, nicht von der Strömung, vom Meer der Probleme weggetragen zu werden; nicht an den Felsen der Sünde und auf den Klippen des Misstrauens und der Angst zu zerschellen.«

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Wo innerhalb und außerhalb der Kirche Angst und Hass und Vorurteile und Misstrauen gefördert werden, wird das Evangelium von Ostern verraten.

Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz

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Kardinal Marx warnte davor, die christliche Botschaft zu missbrauchen, um Angst zu schüren und Macht auszuüben. »Wo innerhalb und außerhalb der Kirche Angst und Hass und Vorurteile und Misstrauen gefördert werden, wird das Evangelium von Ostern verraten«, sagte er im Münchner Liebfrauendom.

Wo Glaube zur Spaltung, Unterdrückung und Erniedrigung missbraucht werde, werde die Osterbotschaft pervertiert. »Das ist sicher auch in der Geschichte der Kirche geschehen und geschieht immer wieder.« Christen müssten auch in Gesellschaft und Politik »das österliche Zeugnis der Hoffnung spürbar und sichtbar machen«.

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Wie in der Kirche, so gilt auch in Europa: Wir müssen uns vertraut machen mit Veränderungen.

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck

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Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck rief im Essener Dom zu Vertrauen in das europäische Projekt auf. Heute sei in vielen Ländern zu beobachten, dass Menschen einen »Rückzug ins Vertraute« und den zweifelhaften Schutz des vermeintlich Eindeutigen suchten, sagte er. Gerade dadurch werde jedoch das Vertrauen in Europa gefährdet. »Wie in der Kirche, so gilt auch in Europa: Wir müssen uns vertraut machen mit Veränderungen«, erklärte der Theologe.

Der Münsteraner Bischof Genn betonte, Gott stehe nicht bloß über der Schöpfung und über der Welt, sondern er gehe hinein in die Welt und in die Geschichte der Menschen. Seine Antwort auf die Grundfragen des Lebens werde mitten in den Niederlagen und Enttäuschungen verkündet, die die Boten dieser Botschaft im Laufe der Geschichte erzeugt hätten.

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Ostern reißt die Kurve unseres Lebens nach oben.

Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker

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Auch nach den Worten des Paderborner Erzbischofs Hans-Josef Becker ermutigt das Osterfest zum Leben. »Ostern reißt die Kurve unseres Lebens nach oben«, sagte er. »Durch Christi Auferstehung ist unser Dasein unendlich liebenswert geworden und vor allem lebenswert.«

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