Linda Teuteberg könnte FDP-Generalsekretärin werden
»Mehr Frauen täten der Politik gut«

Berlin (WB). Die FDP sucht eine Nachfolgerin für Nicola Beer (49). Die Generalsekretärin wechselt nach der Europawahl am 26. Mai ins Europaparlament. Als heiße Kandidatin gilt Linda Teuteberg (37) aus Potsdam.

Freitag, 08.02.2019, 09:00 Uhr
Neue FDP-Generalsekretärin? Linda Teuteberg. Foto: dpa

Die Brandenburgerin bringt sich für den Posten nicht zu offensiv ins Spiel. »Ich habe Freude an meiner Arbeit als migrationspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Bundestag. Alles andere wird sich zeigen«, sagte Linda Teuteberg im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT.

Dass sie wegen ihrer ostdeutschen Herkunft auch im Hinblick auf die Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen hoch gehandelt wird, muss sie so hinnehmen. »Meine ostdeutsche Herkunft ist ein Teil von mir, aber ich gehe nicht damit auf der Stirn spazieren. Geschlecht und Herkunft sind weder Makel noch Verdienst. Es geht um die Eignung für bestimmte Aufgaben«, sagt die FDP-Politikerin.

Bei der FDP sind wir keine Fans von Quoten

Gerade in ihrer Partei hält man nicht viel von Quoten und Proporz. »Bei der FDP sind wir keine Fans von Quoten. Das entbindet uns aber nicht davon zu schauen, ob es tatsächlich immer nach Leistung und Eignung geht und die Vielfalt stimmt. Das hat die Wirtschaft längst erkannt, und das gilt auch für die Politik. Das lässt sich aber anders erreichen als durch Quoten oder verfassungsrechtlich fragwürdige Paritätsgesetze wie in Brandenburg. Ich finde es besser, Frauen zu politischem Engagement zu ermutigen. Mehr Frauen täten der Politik gut«, sagt Teuteberg.

Als die Berliner Mauer fiel, war sie acht Jahre alt. Trotzdem zählt die Aufarbeitung der SED-Diktatur zu ihren Schwerpunkten. »Das Leben jedes Menschen in der DDR war beeinflusst von diesem Regime. Unabhängig davon, wie man sich dazu stellte. In der Diktatur bekommt man übrigens als Kind möglicherweise mehr von dem politischen System mit als in einer freiheitlichen Demokratie.«

SPD will mit der »Respekt-Rente« punkten

Als kleines Mädchen habe sie vieles aufmerksam wahrgenommen. Ihre Familie war in der evangelischen Kirche und sie in einem kirchlichen Kindergarten, die Gemeinde hatte eine Partnergemeinde im Westen Deutschlands.

Teuteberg: »Mir war auch bewusst, dass wir Verwandte in der Bundesrepublik hatten, die uns besuchen konnten, aber wir sie nicht. Das hat mich geprägt und ist mir dermaßen präsent, dass ich mir die Freiheiten des heutigen Deutschlands als Gegenteil der DDR wünsche. Soziale Marktwirtschaft, Rechtsstaat und Meinungsfreiheit weiß ich sehr zu schätzen.«

Die Juristin und zugelassene Rechtsanwältin glaubt nicht, dass die Neuentdeckung des Ostens von SPD, CDU und Grünen vor den drei Landtagswahlen verfängt. Die Grünen haben die Ansiedlung von Bundesbehörden im Osten gefordert, und die SPD will mit der »Respekt-Rente« punkten.

Erst die Landtage, dann Berlin

»Das Aufhängen von ein paar Schildern mit Bundesadler ist ein ziemlich durchsichtiges Wahlkampfmanöver. Ich denke auch nicht, dass es zuerst um Rentenfragen geht. Respekt trifft es schon eher. Respekt bedeutet auch, über den Osten nicht als Gebiet der Fürsorge zu sprechen, sondern die Stärken der Regionen zu betonen«, sagt Teuteberg.

Für die FDP wird es bei Wahlen im Ostens meistens eng. Doch die Liberalen könnten bei den komplizierten Regierungsbildungen gebraucht werden. Teuteberg: »Dazu müssen wir in die Landtage einziehen, und das verlangt Kraft, auch wenn die Vorzeichen sehr gut sind. Daraus müssen und können wir etwas machen.«

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