Fokus soll auf Lesen, Schreiben und Rechnen liegen – Kritik von Lehrerverbänden
NRW will Englisch ab Klasse 1 streichen

Düsseldorf (WB). Die NRW-Landesregierung will das Schulfach Englisch in den ersten beiden Grundschuljahren wieder abschaffen. Das geht aus dem Entwurf des sogenannten Masterplans Grundschule hervor, der derzeit in der Regierungskoalition diskutiert wird.

Donnerstag, 07.02.2019, 13:00 Uhr
Englisch soll in NRW demnächst erst ab Klasse 3 unterrichtet werden. Foto: dpa

Ein Sprecher des NRW-Schulministeriums erklärte gestern auf Anfrage, Ziel sei es »die Beherrschung der Grundkompetenzen im Lesen, Schreiben und Rechnen noch stärker in den Mittelpunkt zu rücken«. Zugleich solle aber auch der Lernerfolg in Englisch verbessert werden. Dem Vernehmen nach soll der Englischunterricht ab der dritten Klasse ausgeweitet werden. Der Ministeriumssprecher betonte, dass eine Entscheidung über die künftige Ausgestaltung des Englisch-Unterrichts noch nicht gefallen sei.

Kritik von den Lehrerverbänden

Der Englisch-Unterricht in den Klassen 1 und 2 war 2009 in der Regierungszeit der schwarz-gelben Koalition unter Führung des damaligen NRW-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU) eingeführt worden. Bei der Neuauflage des schwarz-gelben Regierungsbündnisses vor zwei Jahren hatten sich CDU und FDP bereits darauf verständigt, die Erteilung des Schulfachs Englisch an Grundschulen zu überprüfen.

Kritik an dem Vorstoß der NRW-Landesregierung kommt von den Lehrerverbänden. Die »Rolle rückwärts« sei ein Fehler, sagte Anne Deimel, stellvertretende Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft VBE, dem Kölner »Stadt­anzeiger«. »Die Kinder lernen mit großer Begeisterung in den ersten beiden Grundschuljahren Englisch.«

Pläne sind ein Rückschritt

Viele Studien hätten gezeigt, dass es Kindern im Grundschulalter besonders leicht falle, Fremdsprachen zu erlernen. Eine Abschaffung stünde im Widerspruch zu dem politischen Versprechen der Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) auf »beste Bildung«. Auch Dorothea Schäfer, Landeschefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), hält die Pläne für einen Rückschritt.

Stefanie Frisch, Professorin für Didaktik des Englischen an der Uni Wuppertal, sagte dem »Stadtanzeiger«, eine Verschiebung des Englisch-Unterrichts auf die Zeit ab Klasse drei wäre eine »Fehlentscheidung«. In Klasse 1 seien die »Kinder unheimlich interessiert an allem, die Motivation ist sehr groß. Da wird eine so wichtige Grundlage für das lebenslange Lernen gelegt«.

Kommentare

Zeitungsleser  wrote: 08.02.2019 04:08
Ich finde das gut! Viele Deutsche können heutzutage nicht mehr richtig Deutsch. Das wirkt sich in allen Lebensbereichen aus. Sie bekommen keinen Job, keine Ausbildungsstelle, etc. Der Focus muß wieder auf die deutsche Sprache gelegt werden und dann kann man auch Englisch oder eine andere Sprache lernen.
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