Untersuchungskommission soll Verfahrensabläufe prüfen
Missbrauchsfall von Lügde: Kinderschutzbund fordert Konsequenzen

Lügde/Berlin (epd). Im Fall des mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs von zahlreichen Kindern auf einem Campingplatz im Lügde hat der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) die Einsetzung einer Untersuchungskommission sowie Änderungen im Kinder- und Jugendhilferecht gefordert.

Freitag, 01.02.2019, 15:19 Uhr aktualisiert: 01.02.2019, 15:25 Uhr
Windspiele stehen und hängen an einem Gebäude auf dem Campingplatz »Eichwald«. Foto: dpa

Missbrauchsfall Lügde

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  • Missbrauchsfall Lügde
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  • Frank Schäfsmeier führt den Campingplatz »Eichwald« in Lügde.

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  • In diesem Holzhaus und zwei Wohnwagen lebte Andreas V. mit seiner heute acht Jahre alten Pflegetochter.

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  • Hauptkommisar Gunnar Weiß

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  • Staatsanwältin Jaqueline Kleine-Flaßbeck

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  • Jens Ruzsitska (56) aus Bad Pyrmont informierte die Behörden schon 2016 über den mutmaßlichen Sexualstraftäter Michael V., fand aber kein Gehör.

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Mitarbeiter des DKSB-Ortsverbandes Bad Pyrmont (Niedersachsen) hatten bereits im August 2016 einen Hinweis erhalten und diesen an Polizei und Jugendamt weitergeleitet, wie der Verband am Freitag in Berlin mitteilte. Der Eingang wurde bestätigt und dem Ortsverband zurückgemeldet, dass der Hinweis überprüft werde.

»Damit hat sich der Ortsverband vorbildlich verhalten und alle Möglichkeiten ausgeschöpft, die einem gemeinnützigen Träger, der keine behördlichen Vollmachten hat, zur Verfügung stehen«, sagte der Präsident des Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers. Detaillierte Rückmeldungen seien nach der derzeitigen Gesetzeslage weder vorgeschrieben noch zulässig.

Externe Fachleute

Der Verband sprach sich deshalb für eine Änderung der Kinder- und Jugendhilfe aus. »Wir fordern, dass Fremdmelder, die auch Geheimnisträger sind, wie beispielsweise Ärzte oder Fachkräfte der freien Träger, künftig in die Gefahrenabschätzung einbezogen werden, eine detaillierte Rückmeldung über die Maßnahmen der Jugendhilfe und der Polizei erhalten und nicht im Dunkeln gelassen werden«, erklärte Vize-Präsidentin Sabine Andresen.

Zudem verlangte der Kinderschutzbund die Einsetzung einer mit externen Fachleuten besetzen Kinderschutzkommission von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. »Diese Kommission muss die Verfahrensabläufe genau untersuchen und auch die Situation der dörflichen Strukturen prüfen, in denen ein jahrelanger massenhafter Missbrauch nicht entdeckt wurde, und daraus Verbesserungsvorschläge für die Zukunft ableiten«, unterstrich Hilgers.

Mittlerweile hat sich überdies die Zahl der Opfer des mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs von 23 auf 29 erhöht, wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Freitag mitteilten.

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