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Tausende Flüchtlinge in Seenot - Migranten überrennen Stacheldraht

Von dpa

Rom (dpa) - Großeinsatz im Mittelmeer: Mindestens 2000 Bootsflüchtlinge sind nach Angaben der italienischen Küstenwache vor der Küste Libyens in Seenot geraten. Auch an der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien spielten sich Dramen ab. Hunderte Migranten rissen den Stacheldraht nieder, um auf der «Balkan-Route» weiter Richtung Deutschland, Schweden, Norwegen oder in die Niederlande zu gelangen. Laut Medienberichten setzte die Polizei erneut Blendgranaten und Tränengas ein.

Rechtsextreme Gewalt vor Flüchtlingsheim

Heidenau (dpa) - Erneut haben in Sachsen Rechtsextremisten und Bürger mit rassistischen Parolen und Gewalt gegen Flüchtlinge protestiert. In der Nacht zu Samstag blockierten mehrere hundert Menschen die Zufahrtsstraße zu einer neuen Notunterkunft für Flüchtlinge in Heidenau bei Dresden, pöbelten die Asylbewerber an und bewarfen Polizisten mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern. Die Polizei setzte Tränengas und Pfefferspray ein, 31 Beamte wurden verletzt. Politiker verurteilten die Angriffe und verlangten harte Strafen für die Gewalttäter.

Kalaschnikow-Schütze aus dem Thalys soll Islamist sein

Arras (dpa) - Nach den Schüssen in einem Thalys-Zug gehen Anti-Terror-Ermittler einem möglichen islamistischen Hintergrund nach. Ein Mann hatte im Hochgeschwindigkeitszug von Amsterdam nach Paris gestern am frühen Abend mit einem Kalaschnikow-Sturmgewehr das Feuer eröffnet. Möglicherweise verhinderte nur das beherzte Eingreifen eines Franzosen und zweier Amerikaner ein Blutbad - sie rangen den Schützen nieder. Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve lobte wie US-Präsident Barack Obama den Mut dieser Passagiere. Zwei Menschen wurden bei dem Vorfall schwer verletzt.

Süd- und Nordkorea führen Gespräche auf höchster Ebene

Seoul (dpa) - Nach der drastischen Verschärfung ihrer Spannungen haben Süd- und Nordkorea Gespräche über einen möglichen Ausweg aus der Krise geführt. Die ersten Unterredungen zwischen Spitzenvertretern beider Länder seit fast einem Jahr begannen am Abend im Grenzort Panmunjom, wie eine Sprecherin des Vereinigungsministeriums in Seoul mitteilte. Details wurden zunächst nicht bekannt. Nach den Angriffsdrohungen Nordkoreas gilt für Südkoreas Streitkräfte weiter die höchste Wachsamkeitsstufe, um gegen mögliche Angriffe aus Nordkorea gewappnet zu sein. 

Elf Tote bei Selbstmordanschlag in afghanischer Hauptstadt

Kabul (dpa) - Ein Selbstattentäter hat in der afghanischen Hauptstadt Kabul nach Angaben afghanischer Rettungskräfte mindestens zehn Menschen mit in den Tod gerissen. Weitere 66 Menschen seien bei dem Anschlag am Samstag verletzt wurden. Unter den Toten befindet sich demnach auch ein US-Bürger. Die meisten Opfer seien Zivilisten, ergänzte ein Vertreter der Kabuler Gesundheitsbehörden. Zuvor hatte ein Polizeisprecher mitgeteilt, dass sich der Ort der Explosion nur wenige hundert Meter von der US-Botschaft entfernt befunden habe.

BND-Mitarbeiter sollen auf Decknamen und Tarnung verzichten

Berlin (dpa) - Viele der rund 6500 Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes sollen künftig auf Decknamen verzichten und sich auch sonst weniger tarnen. Über entsprechende Pläne von BND-Präsident Gerhard Schindler berichtet der «Spiegel». Demnach sollen Mitarbeiter den BND künftig etwa im privaten Umfeld offen als Arbeitgeber benennen. Ausnahmen soll es demnach in besonders gefährdeten Bereichen geben, etwa im Ausland. Ein BND-Sprecher sagte dazur: «BND-Präsident Schindler möchte tatsächlich, dass sich ein möglichst großer Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Arbeitgeber BND bekennen kann.»

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