Der Star im Sturm Vier Volltreffer beim 6:1: Paderborns Torjäger Mahir Saglik düpiert Fortuna Düsseldorf

Düsseldorf (WB). Zu dick, zu langsam, zu alt – was musste Mahir Saglik nach seiner Rückkehr vom FC St. Pauli nicht alles über sich lesen oder hören. In dieser Saison gibt der 30-Jährige die passenden Antworten. Am Samstag waren es gleich vier: Der Deutsch-Türke düpierte beim 6:1 (2:1)-Sieg in Düsseldorf die Fortuna im Alleingang.

Noch nie hat der SC Paderborn in der 2. Liga höher gewonnen. Noch nie haben die Fortunen in ihrer Arena höher verloren. Noch nie hat Mahir Saglik nach elf Spieltagen und neun Toren die Torschützenliste in der 2. Liga angeführt. »Wir hatten 30000 Zuschauer gegen uns und gewinnen 6:1. Das ist unglaublich schön und noch viel wichtiger als meine vier Tore«, blieb der Spieler des Spiels bescheiden. Saglik genoss den Spieltag zwar in vollen Zügen, schob aber lieber die Teamkollegen in den Vordergrund: »Ohne sie wäre ich nichts. Sie legen die Bälle für mich auf und unterstützen mich in jedem Spiel. Ich bin stolz, dieses Trikot tragen zu dürfen.« Den Worten ließ Saglik später auch Taten folgen und lud die gesamte Mannschaft zu einer Spontanfeier nach dem Fußball-Fest ein.

Sagliks Dank galt aber auch der Familie mit Papa Aslan (»Mein härtester Kritiker«) und Berater Reza Fazeli (»Er glaubt immer an mich«) sowie Trainer und Präsident: »Herr Breitenreiter und Herr Finke haben mir vertraut, jetzt kann ich alles mit Leistung zurückzahlen.« Der Trainer nahm es zur Kenntnis, wird seinen Star im Sturm trotzdem noch genauer beo-bachten. »Mahir sprüht vor Spielfreude, ist eiskalt vor dem Tor und hat die nötige Sicherheit. Er darf aber nicht nachlassen. Nur wer viel arbeitet, wird belohnt«, mahnte Breitenreiter. Am Samstag waren Thomas Bertels (28.), Alban Meha (45./63.) und Mario Vrancic (70.) mit ihren Zuspielen Sagliks Wegbereiter. Natürlich im Wissen, dass ihre Pässe auch zum Ziel führen. »Er vollendet im Moment, was wir als Mannschaft vorbereiten«, sagte Christian Strohdiek über das Zusammenspiel zwischen Team und Torjäger.

Der Treffer-Triumph von Düsseldorf wird in Sagliks Vita einen besonderen Platz bekommen, seine Kritiker knöpfte er sich dennoch vor: »Anstatt mich als Fußball-Opa zu titulieren, sollten die lieber ins Stadion kommen und uns unterstützen.« Damit sprach er ein besonderes Paderborner Problem an: Punkteausbeute und Zuschauerresonanz passen nicht wirklich zusammen.

Doch am Spieltag überwog die Freude. So hinterließ Saglik nicht nur auf dem Rasen tiefe Spuren. Als ein behinderter Fortunen-Fan um das Trikot bat, zögerte Saglik keine Sekunde und verschenkte sein Shirt. Vielleicht auch als Ausgleich für ein Souvenir, das Saglik nicht mehr aus der Hand gab: den Spielball. »Da schreibe ich das Datum, das Spiel und das Ergebnis drauf«, strahlte Paderborns Spitze und klemmte sich die Kugel unter den Arm.

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