Studie zur Mediennutzung
Jugendliche verbringen immer mehr Zeit im Netz

Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen wirken sich auch auf die Mediennutzung von Jugendlichen aus. Eine neue Studie gibt nun Einblick in die veränderte Nutzungsdauer von Internet und Fernsehen.

Freitag, 04.12.2020, 12:36 Uhr aktualisiert: 04.12.2020, 12:38 Uhr
Im Corona-Jahr 2020 ist die tägliche Internetnutzungsdauer von Jugendlichen im Vergleich zum Vorjahr um rund 50 Minuten gestiegen. Foto: Tobias Hase

Stuttgart (dpa) - Im Corona-Jahr 2020 haben die Jugendlichen in Deutschland deutlich mehr Zeit mit digitalen Unterhaltungsmedien verbracht. Dies ergab die neue JIM-Studie (Jugend, Information, Medien), die die Landesanstalt für Kommunikation am Freitag in Stuttgart vorstellte.

Die tägliche Internetnutzungsdauer stieg demnach im Vergleich zum Vorjahr von 205 auf 258 Minuten, also auf mehr als vier Stunden pro Tag. Ein Drittel davon entfiel auf den Bereich der Unterhaltung. Den geringsten Anteil der Onlinezeit hat mit elf Prozent die Informationssuche.

Mit digitalen Spielen verbringen Jungen laut Umfrage durchschnittlich 159 Minuten pro Tag, Mädchen 81 Minuten. Auch das Fernsehen gewann in der Gunst der Jugendlichen: In der Selbsteinschätzung der 12- bis 19-Jährigen stieg die werktägliche Fernsehdauer auf durchschnittlich mehr als zwei Stunden an.

Zur Kommunikation untereinander bleibt WhatsApp der wichtigste Online-Dienst. 94 Prozent der Jugendlichen verwenden den Messenger-Dienst mehrmals in der Woche, um sich mit anderen auszutauschen. 87 Prozent der Schülerinnen und Schüler haben eine WhatsApp-Gruppe mit ihrer Klasse. Instagram wird von 72 Prozent der Jugendlichen mehrmals in der Woche genutzt - mit steigender Tendenz. Die regelmäßige Nutzung der chinesischen Plattform Tiktok wuchs um 19 Prozentpunkte; jeder vierte Junge und zwei Fünftel der Mädchen kommunizieren regelmäßig über Tiktok.

Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest organisiert zusammen mit dem Südwestrundfunk die jährliche Studienreihe JIM. Zwischen dem 8. Juni und 20. Juli wurden 1200 Jugendliche in Deutschland befragt.

© dpa-infocom, dpa:201204-99-570796/2

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