Digitales
Messen und Events der Zukunft werden verstärkt digital

Obwohl jene Entwicklungen durch die Digitalisierung wohl abzusehen war, führte die Corona-Krise landesweit zu einem verstärkten Einsatz des Online-Marketings. Dies betrifft beispielsweise Unternehmen der IT- und Telekommunikationsbranche sehr stark, die insbesondere in Bezug auf Veranstaltungen einen starken Umstieg in die Wege leiteten. Diese und noch weitere Erkenntnisse gehen aus einer jüngst durchgeführten Studie des Digitalverbandes “Bitkom” hervor.

Mittwoch, 04.11.2020, 04:15 Uhr aktualisiert: 05.11.2020, 08:58 Uhr
Foto: Pixabay / TheDigitalArtist

Rein digital oder hybrid ist die Zukunft

Da aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie viele Messen und Events abgesagt werden mussten, wurden sie teilweise entweder durch gänzlich digitale oder hybrid aufgestellte Events ersetzt. Obwohl sie speziell in der aktuellen Zeit den Betrieb aufrecht erhalten, können solche Formate auch nach dem Ende der Pandemie bedeutsam bleiben - dies geht zumindest aus der Umfrage von “Bitkom” hervor. Sage und schreibe 78 Prozent der befragten Unternehmen sehen das rein digitale Format als ein bedeutsames Mittel der Zukunft. Hybrid-Veranstaltungen finden diesbezüglich noch immer bei 7 von 10 Befragten den entsprechenden Anklang.

Manche Umfrageteilnehmer kommen nicht nur aufgrund von eigenständigen Marktbeobachtungen zu diesem Schluss. Etwa die Hälfte der Firmen habe im Jahr 2020 bereits selbst zum ersten Mal ein digitales bzw. hybrides Event ins Leben gerufen. Knapp ein Fünftel der Befragten würden dies auch schon länger tun. “"Das Bedürfnis nach Austausch und Vernetzung ist ungebrochen. Mit virtuellen und hybriden Veranstaltungen kann diesem Bedürfnis auch unter den erschwerten Bedingungen der Pandemie Rechnung getragen werden”, schildert Bitkom-Chef Bernhard Rohleder. “Die Technologien zur Durchführung sind mittlerweile so vielfältig und interaktiv, dass auch künftig einige bislang rein physische Veranstaltungen durch digitale Formate ersetzt werden."

Hohe Investitionsbereitschaft für digitale Werbung

Abgesehen von der Umstrukturierung der eigenen Events streben die Befragten IT-Unternehmen auch Veränderungen in Sachen Werbung an. Knapp 5,5 Prozent des Umsatzes wird im Durchschnitt für solche Maßnahmen ausgegeben - ein Anstieg von über einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Knapp 40 Prozent dieser Gelder würden dabei in Online-Marketing investiert werden.

Insgesamt 10 Prozent des eigenen Budgets wenden die Befragten Unternehmen für sogenanntes Direktmarketing auf. Dabei steht vor allem der E-Mail-Newsletter im Vordergrund, welcher bei 4 von 5 Befragten zum Einsatz kommt. In der Sparte des Direktmarketings setzten allerdings auch einige Betriebe auf Werbemaßnahmen, die offline durchgeführt werden. Deutlich an erster Stelle liegt die Verteilung von Werbeartikel mit einer Zustimmung von 62 Prozent. Immerhin 39 bzw. 35 Prozent machen sich sogar noch Direktmarketing per Telefon oder per Post zunutze.

Messen vor Ort nur mehr teilweise relevant

Jene Messen und Events, die ein persönliches Zusammentreffen erfordern, können mit den Entwicklungen des digitalen Sektors nur noch schwer mithalten. Nur knapp 40 Prozent der befragten IT-Unternehmer sehen diese Art der Veranstaltung noch in Zukunft als relevant an. Zusätzlich zu den Folgen der Corona-Pandemie stellt dies einen schweren Schlag für die Messebranche dar. Knapp zwei Drittel der in Deutschland geplanten Messen und Events mussten deswegen abgesagt oder verschoben werden. Der aktuellste Regierungsbeschluss zum neuerlichen Lockdown werden nun wohl bis Jahresende dafür sorgen, dass alle Pforten geschlossen bleiben.

Der derzeit notwendige Wechsel zur Messe-Digitalisierung wirkt sich allerdings auch negativ auf die Wirtschaft aus. Der Messebau gehört neben der Hotellerie, Gastronomie und Logistik zu besonders gefährdeten Branchen, bei denen in Kombination über 170.000 Arbeitsplätze gefährdet wären. Ein möglicher Verlust wird auf insgesamt über 20 Milliarden Euro beziffert.

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