Digitales
Das Internet kindersicher machen - die wichtigsten Tipps

Das Internet kann für alle ein gefährlicher Ort sein, aber Kinder und Jugendliche sind besonders gefährdet. Von Cyber-Mobbing bis hin zu Social-Media-Posts, die sie später im Leben verfolgen können, können Online-Gefahren schwerwiegende, kostspielige oder sogar tragische Folgen haben. Kinder können ihre Familien unabsichtlich Internetbedrohungen aussetzen, indem sie beispielsweise versehentlich Malware herunterladen, die Cyberkriminellen den Zugriff auf das Bankkonto ihrer Eltern oder andere vertrauliche Informationen ermöglichen.

Dienstag, 03.11.2020, 05:41 Uhr aktualisiert: 03.11.2020, 11:46 Uhr
Foto: Pixabay

Der Schutz von Kindern im Internet ist eine Frage des Bewusstseins - zu wissen, welche Gefahren lauern und wie man sich vor ihnen schützt. Obwohl Cybersicherheitssoftware zum Schutz vor einigen Bedrohungen beitragen kann, ist die wichtigste Sicherheitsmaßnahme die offene Kommunikation mit den Kindern.

Was sind die schlimmsten möglichen Gefahren?

Cyber-Mobbing

Social Media und Online-Spiele sind heutzutage der virtuelle Spielplatz. Hier findet häufig Cyber-Mobbing statt und die Seiten sind rund um die Uhr verfügbar. Kinder können über soziale Medien verspottet werden. Mobbing gab es schon immer, doch wenn es in der Schule oder auf dem Weg nach Hause vorkommt, können Kinder dem entkommen. Das ist nicht möglich, wenn es auf digitalem Weg passiert.

Die beste Grundlage für den Schutz vor Cyber-Mobbing besteht darin, mit den Kindern darüber zu sprechen, was in ihrem Leben online und im realen Leben vor sich geht und wie sie sich gegen Mobber behaupten können. Cyber-Sicherheitssoftware und spezielle Apps zur Überwachung der Online-Aktivitäten des Kindes können helfen, aber nichts kann einen offenen Dialog ersetzen.

Gefährliche Begegnungen

Heutzutage verfolgen Pädophile und andere Kriminelle häufig Kinder im Internet, indem sie ihre Unschuld und die mangelnde Aufsicht durch Erwachsene ausnutzen und ihr Vertrauen missbrauchen. Dies kann dazu führen, dass Kinder in gefährliche persönliche Begegnungen gelockt werden. Diese Subjekte lauern auf Social Media- und Gaming-Plattformen, die Kinder ansprechen - dieselben virtuellen Orte, an denen Anonymität Cyber-Mobbing erleichtert.

Leider muss man sagen, dass das Netz für solche Personen ein ideales Umfeld bietet. Gerade auf Seiten, die ausdrücklich für Kinder gedacht sind, können sie sich einschleichen und dort das Vertrauen der Kinder erlangen. Sie geben einen falschen Namen und ein falsches Alter an und befreunden sich mit den Kindern. Eltern sollten kontrollieren, was ihr Nachwuchs online macht und mit wem er Kontakt hat. Das hat nichts damit zu tun, die Privatsphäre der Kinder nicht zu respektieren, sondern dient deren Schutz.

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Foto: Pixabay

Private Informationen ver ö ffentlichen

Kinder verstehen bestimmte Grenzen noch nicht. Sie können personenbezogene Daten online veröffentlichen, beispielsweise in ihren Social-Media-Profilen, die nicht öffentlich zugänglich sein sollten. Dies kann alles sein, von Bildern unangenehmer persönlicher Momente bis hin zu ihren Privatadressen oder Familienurlaubsplänen.

Vieles, aber nicht alles, was Kinder posten, ist öffentlich sichtbar. Dies bedeutet, dass Eltern es auch sehen können, und es schadet nicht, ab und an einen Blick darauf zu werfen und die Kinder daran zu erinnern, dass alle Menschen das tun können.

Es gibt auch die Möglichkeit, anonym im Netz unterwegs zu sein und keine Spuren zu hinterlassen. Das funktioniert über ein VPN Netzwerk, das man kostenlos testen und auf die Eignung für die eigene Zwecke überprüfen kann.

Phishing

Phishing passiert meistens über infizierte E-Mails, die vorgeben, von einer ganz anderen Adresse zu stammen, als es eigentlich der Fall ist. Oft sind das Nachrichten mit einem sehr emotionalen Inhalt, etwas von der eigenen Bank (darauf fallen Erwachsene oft herein) oder von der Adresse eines Freundes, dessen Kontaktliste gehackt worden ist und der einen auffordert, sich etwas „total Spannendes“ anzusehen.

Es ist schon für einen Erwachsenen sehr schwer, hier Gut und Böse zu unterscheiden. Grundsätzlich sollte man keine Links in Nachrichten klicken, was schwer zu realisieren ist, denn das Ganze passiert auch über Messaging-Apps oder Textnachrichten. Am besten schützt man das Gerät zusätzlich mit einer guten Abwehr, die Viren und Malware ausfindig macht und in die Quarantäne schickt, wo sie gelöscht werden kann.

Damit das zuverlässig funktioniert, sollten die entsprechenden Sicherheitsprogramme immer aktuell gehalten werden.

Auf Betrug hereinfallen

Kinder werden wahrscheinlich nicht auf nigerianische Prinzen hereinfallen, die ihnen eine Million Dollar anbieten, aber sie könnten auf Betrug hereinfallen, der Dinge bietet, die sie wertschätzen, wie den freien Zugang zu Online-Spielen oder besonderen Funktionen. Junge Menschen sind oft leichte Opfer für Betrug, weil sie noch nicht gelernt haben, vorsichtig zu sein. Wie beim Phishing können Cyberkriminelle auf Websites, die bei Kindern beliebt sind, potenzielle Opfer identifizieren und dann Preise als Gegenleistung für das versprechen, was sie möchten - beispielsweise für die Kreditkarteninformationen der Eltern.

Ob jung oder alt, der beste Schutz gegen Betrug besteht darin, zu wissen, dass ein Angebot, das zu gut klingt, um wahr zu sein, wahrscheinlich nicht wahr ist.

Versehentliches Herunterladen von Malware

Malware ist Computersoftware, die ohne Kenntnis oder Erlaubnis des Opfers installiert wird und schädliche Aktionen auf dem Computer ausführt. Dies beinhaltet das Stehlen persönlicher Informationen vom Computer oder die Verwendung in einem "Botnetz", was zu einer schleppenden Leistung führt. Cyberkriminelle bringen Menschen oft dazu, Malware herunterzuladen. Phishing ist ein solcher Trick, aber es gibt andere, wie das Überzeugen von Opfern, Malware herunterzuladen, die sich als Spiele tarnt. Hier sind Kinder besonders gefährdet.

Wie bei Betrug ist die Aufklärung der Kinder der beste Schutz, aber eine umfassende geräteübergreifende Cyber-Sicherheitssoftware und damit verbundene Sicherheitsmaßnahmen können dazu beitragen, den Computer vor Malware zu schützen. Darüber hinaus enthalten viele Internet-Sicherheitsprodukte spezielle Kindersicherungen und Anwendungen, mit denen man einen sicheren Rahmen für die Online-Aktivitäten der Kinder schaffen kann.

Beiträge, die später im Leben für Nachteile sorgen

Das Internet hat keine Löschen-Taste, ganz im Gegenteil. Dinge, die online sind, bleiben online. Für immer. Alles, was ein Kind ins Netz stellt, kann später kaum mehr entfernt werden. Die Gefahren von Social Media sind besonders groß. Insbesondere für Teenager ist es schwierig zu verstehen, wie ein Partybild oder eine Snapchat-Nachricht zehn Jahre später Probleme verursachen kann, wenn sie sich für einen neuen Job bewerben, oder wie ein potenzieller Partner auf persönliche Inhalte reagiert, die sie in ihren Social-Media-Profilen oder auf anderen Websites veröffentlichen. Hier kann man nur immer wieder ermahnen und mit entsprechenden Berichten, die man gemeinsam anschaut, sensibilisieren.

Das Internet bietet viele Möglichkeiten, leider aber auch viele Gefahren. Es liegt an den Eltern, die Kinder entsprechend aufzuklären und zu beschützen.

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