Forsa-Studie
Hass im Netz: Jüngere melden Hasskommentare besonders häufig

Fast alle Jugendlichen sind im Netz schon mit Hass-Kommentaren konfrontiert gewesen. Sie gehen aber auch am häufigsten dagegen vor. Doch es entwickelt sich langsam eine gewisse Gewöhnung.

Mittwoch, 10.06.2020, 14:07 Uhr aktualisiert: 10.06.2020, 14:10 Uhr
Der Hashtag #Hass auf einem Bildschirm. Foto: Lukas Schulze

Düsseldorf (dpa) - Die jüngeren Internet-Nutzer gehen besonders häufig gegen Hass-Kommentare im Netz vor. Das geht aus einer neuen repräsentativen Forsa-Studie hervor, deren Ergebnisse am Mittwoch von der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen veröffentlicht wurden.

94 Prozent der jungen Befragten im Alter von 14 bis 24 Jahren gaben an, Hassrede im Netz schon mal erlebt zu haben. Bei allen Befragten waren es 73 Prozent. Die Altersgruppe der Jüngeren gab zudem überdurchschnittlich häufig an, Hasskommentare bereits gemeldet zu haben. Haben vor fünf Jahren nur 34 Prozent der jüngeren Befragten schon einmal einen Hasskommentar gemeldet, so waren es 2020 bereits 67 Prozent.

Gleichzeitig scheint eine gewisse Gewöhnung eingetreten zu sein: 64 Prozent der Jungen werteten die Befassung mit Hasskommentaren als Zeitverschwendung, 2016 waren es nur 47 Prozent. 49 Prozent gaben 2020 an, sich nicht dafür zu interessieren, 2016 waren es 27 Prozent.

Kaum jemand (1 Prozent) gibt zu, selbst Hasskommentare zu verbreiten, obwohl 38 Prozent der Befragten angaben, dass es im Netz mehr Hasskommentare als sachliche Meinungsäußerungen gibt. Unter den 14- bis 24-Jährigen sind sogar 50 Prozent der Befragten dieser Meinung.

Für die Forsa-Studie im Auftrag der Landesmedienanstalt wurden 1010 Menschen ab 14 Jahren im Zeitraum vom 31. März bis 5. April befragt. Sie sei repräsentativ für die Online-Nutzer in Deutschland ab 14 Jahren.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7444314?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2509831%2F2198352%2F
Wolf bei Lichtenau im Kreis Paderborn nachgewiesen
Symbolbild. Foto: Alexander Heinl/dpa
Nachrichten-Ticker