Multimedia Internet-Datenschutz: So geht effektiver Selbstschutz im Netz

Einkäufe, Bankgeschäfte und das Streamen oder Ausleihen von Serien oder Filmen – diese und andere Alltagsgeschäfte wickeln viele Menschen heute online ab. Überdies hängt eine Vielzahl von Freizeitbeschäftigungen oder die Informationsbeschaffung mit dem Internet zusammen. Das ist bequem – bringt aber auch viele neue Risiken mit sich. Schließlich sind neben den Online-Möglichkeiten des Einzelnen auch die Möglichkeiten von Internetkriminellen vielfältig. Wichtig ist es daher, beim Online-Einkaufen, -Banking und vielem mehr einige wichtige Sicherheitshinweise zu beachten.

Sichere Passwörter und Geräteschutz tragen zur Internet-Sicherheit bei
Sichere Passwörter und Geräteschutz tragen zur Internet-Sicherheit bei Foto: pixabay.com © pixelcreatures

Vielseitige Gefahren rund um das Internet

Die relativ neuen EU-Datenschutzvorschriften sind in aller Munde und sollen personenbezogene Daten bei sämtlichen Formen der Datenerfassung im Internet schützen. Wer online einkauft oder seine Bankgeschäfte erledigt, kann sich hierauf prinzipiell verlassen. Schließlich gelten die EU-Vorschriften für sämtliche Organisationen und Unternehmen, die in der EU sitzen bzw. hier Waren und Dienstleistungen anbieten.

Dennoch können selbst EU-Vorschriften den Einzelnen nicht vollumfänglich vor kriminellen Cyberangriffen schützen. Verschiedenste Formen der Cyberkriminalität  lassen sich daher selbstverständlich nicht allein durch gesetzliche Vorschriften eindämmen. Außerdem lauern Datenschutzrisiken oft dort, wo man sie nicht vermutet. Geht es beispielsweise um den einfachen Online-Versand eines Kassenbons , können sogar in diesem Zusammenhang Datenschutzbedenken auftauchen. 

Umso wichtiger ist es, dass jeder Einzelne sich, seine Daten und Geräte selbst aktiv gegen Onlinebetrug oder Datenklau schützt. Erfreulicherweise genügen dafür meist schon einige Schritte, Vorsichtsmaßnahmen oder der Einsatz zuverlässiger VPNs.

Unterwegs sicher surfen: Das geht mithilfe eines VPN-Tools. Foto: pixabay.com ©Madskip

Datenschutz durch VPNs

Wer zu Hause oder unterwegs Musik streamt, online einkauft oder sich über das Tagesgeschehen informiert, geht dabei oft ahnungslos Sicherheitsrisiken ein. Schließlich geben Internetnutzer beim Surfen stets – oft nicht wissentlich – persönliche Daten und Informationen preis. Wird zum Surfen außerdem eine öffentliche WLAN-Verbindungen genutzt, hat der Nutzer keinerlei Kontrolle über den Verbleib seiner Daten. Schließlich könnten Fremde die Möglichkeit haben, die über das öffentliche WLAN geteilten Daten auszulesen.

Um dieses Risiko zu minimieren, bieten mittlerweile viele verschiedene Anbieter spezielle VPN-Tools an, welche die Internetnutzung unterwegs sicherer machen. Nutzer der VPN-Tools haben dabei die Möglichkeit, unterwegs sozusagen durch einen datensicheren Tunnel zu surfen. Dabei hinterlässt der VPN-Nutzer keine persönlichen Daten. Er surft anonym und schützt somit seine Privatsphäre.

Der Begriff VPN bedeutet „Virtual Private Network“ (also ein virtuelles, privates Netzwerk). Dieses private Netzwerk wird dem Nutzer von seinem gewählten VPN-Anbieter zur Verfügung gestellt. Der Nutzer erhält somit die Möglichkeit, die Server des Anbieters weltweit zu nutzen. Der Anbieter wiederum leitet über seine VPN-Server dann sämtliche Internetanfragen seines Kunden zu den Zielwebsites weiter.

Dem VPN-Nutzer gelingt es so, seine digitalen Spuren zu verwischen. Dank der Einwahl über das VPN-Netzwerk gibt er nämlich nicht seine eigene, individuelle und dynamische IP-Adresse preis. Stattdessen übermittelt er die des genutzten VPN-Servers. Ein direkter Datenaustausch zwischen Nutzer und Zielseite findet nicht statt. Vielmehr sendet der VPN-Anbieter sämtliche Daten verschlüsselt an seinen Kunden weiter. 

Die Vorteile für den VPN-Nutzer liegen auf der Hand: Die Verschlüsselung ermöglicht es ihm, persönliche Informationen sowie seine Identität vor Dritten zu verbergen. Aufgrund der Vermittlerrolle des VPN-Anbieters haben Dritte somit weniger Möglichkeiten, Daten bezüglich Identität, Interessen oder Aufenthaltsort des VPN-Nutzers abzugreifen.

Datenschutz durch starke Passwörter

Datenschutz bedeutet nicht allein das Verwenden einer sicheren Internetverbindung. Überdies schützen starke Passwörter Daten und Privatsphäre jedes Einzelnen. Trotzdem geben sich viele Internetnutzer keine große Mühe bei der Passwortwahl. Sie wählen einfache Passwörter oder verwenden identische Passwörter für mehrere Accounts.

Allerdings sollten Passwörter nicht nur lang, sondern auch für jeden Account einzigartig sein.  Das macht es Hackern viel schwerer, das Passwort zu ermitteln. Außerdem verhindert es den Zugang zu gleich mehreren Benutzerkonten mithilfe eines gehackten Passworts.

Eine Methode, um ein sicheres Passwort festzulegen, ist beispielsweise die Verwendung eines eher sinnlosen Merksatzes. Beispielsweise: „Eine halbe Tomate ist größer als ein Elefant!“. Dieser Merksatz kann dann in folgende Buchstaben-Zahlen-Passwortkombination verwandelt werden: 1/2Tiga1E!.

Mithilfe des Merksatzes bzw. der Satzzeichen und Wortanfangsbuchstaben ist es möglich, sich selbst kompliziertere Passwörter zu merken. Alternativ dazu hilft die Verwendung eines Passwort-Managers. Entsprechende Dienste erzeugen sichere, lange Zufallspasswörter. Gleichzeitig speichern sie die Passwörter ab und werden mit einem Master-Passwort geschützt. So muss sich der Verwender lediglich das Master-Passwort merken.

Datenschutz bedeutet Geräteschutz

Nicht nur durch das Abgreifen vom Daten beim Surfen im Internet können persönliche Informationen in die falschen Hände geraten. Insbesondere dann, wenn Smartphone, Tablet oder Laptop gestohlen werden oder verloren gehen, sind viele Nutzerdaten schutzlos. Schließlich erhalten Dritte dann, wenn das betreffende Gerät nicht ausreichend geschützt ist, ungehinderten Zugriff selbst auf privateste Daten.

Allerdings kann eine Gerätesperre hiervor zuverlässig schützen. Schließlich verriegelt sie das Gerät und verschlüsselt gespeicherte Daten bei Inaktivität oder dem Herunterfahren. Um das Gerät wieder zu aktivieren, ist anschließend die Eingabe eines Passworts notwendig.

Übrigens: Die Gerätesicherung durch ein Passwort ist deutlich sicherer als die oft verwendete „Wisch“-Entsperrung bei Android-Geräten. Schließlich lässt sich die verwendete Wisch-Technik beobachten oder erraten. Ähnliches gilt außerdem für biometrische Erkennungsverfahren per Fingerabdruck- oder Gesichtsscan. Hierzu kursieren Gerüchte, dass sich diese Sicherungsverfahren mittlerweile hacken lassen.

Browser-Daten effektiv schützen

Der Internetbrowser begleitet nicht nur die Surfaktivitäten seines Nutzers. Er speichert auch entsprechende Daten für eine gewisse Zeit. Für einen effektiven Datenschutz empfehlen Internetexperten darum die Verwendung eines Browsers, der in Bezug auch die Datenspeicherung „sparsamen“ ist. Nichtkommerziellen Internetbrowser wie etwa Firefox werden in diesem Zusammenhang oft empfohlen.

Außerdem ebenfalls empfehlenswert: Das regelmäßige Löschen von Cookies. Cookies sind kleinere Textdateien, die es Webseiten ermöglichen, einen Nutzer bei seinem nächsten Besuch direkt zu erkennen. Tückisch sind dabei allerdings Drittanbieter-Cookies, die den Nutzer über mehrere Webseiten hinweg längere Zeit beobachten. Diese Drittanbieter-Cookies können jedoch gelöscht bzw. deaktiviert werden. Letzteres kann leicht über die Browser-Einstellungen vorgenommen werden.

Wie bereits erwähnt, helfen VPN-Tools außerdem dabei, beim Surfen im Internet weniger Daten-Spuren zu hinterlassen. Das gilt selbstverständlich auch dann, wenn von zuhause aus und mit einem altbekannten Browser gesurft wird.

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