Befürchtung von Marktforschern
Coronavirus könnte Smartphone-Geschäft verändern

Arbeitsausfälle und stillgestellte Produktionsstraßen - der Coronavirus wirkt sich auch auf den Smartphone-Markt aus. Ganz besonders dürfte es nach Einschätzung von Marktforschern einen Hersteller treffen.

Dienstag, 03.03.2020, 11:22 Uhr aktualisiert: 03.03.2020, 21:54 Uhr
Nach Einschätzung von Marktforschern könnte das Coronavirus das Smartphone-Geschäft nachhaltig verändern. Foto: Robert Günther

Egham (dpa) - Das neuartige Coronavirus könnte für den Smartphone-Markt nach Einschätzung von Branchenexperten auch dauerhafte Folgen haben.

So werde sich der Vertrieb noch stärker zu Online-Käufen verschieben - «vielleicht auch langfristig, wenn mehr Verbraucher Gefallen daran finden», sagte Analystin Annette Zimmermann vom Marktforscher Gartner am Dienstag. Außerdem seien die aktuellen Probleme eine besondere Belastung für bereits schwächelnde Anbieter. Mit einem Anstieg der Smartphone-Preise rechnet Gartner unterdessen nicht - weil der Markt dafür zu sehr umkämpft sei.

Die Coronavirus-Krise in China nimmt die Smartphone-Anbieter in die Zange: Werke von Zulieferern und Fertigern standen still und laufen zum Teil immer noch nicht mit voller Kraft - und die Verkäufe im weltgrößten Markt für Computer-Handys brechen gerade weg.

Zum Beispiel arbeitet der vor allem als iPhone-Hersteller bekannte Auftragsfertiger Foxconn aktuell nur mit halber Kapazität und will die Produktion erst wieder bis Ende März vollständig hochfahren.

Im zweiten Quartal werde man die Produktionsengpässe auch international zu spüren bekommen, betonte Gartner-Analyst Anshul Gupta. Die Arbeitsausfälle in China behinderten auch die Arbeit an neuen Modellen, die erst in einigen Monaten auf den Markt kommen sollen. Auch das könne die Verkäufe in diesem Jahr bremsen, warnte Gupta. Der Markt werde von Ersatzkäufen angetrieben - und wenn Verbrauchern keine interessanten neuen Modelle präsentiert werden, behielten sie ihre aktuellen Smartphones länger.

Besonders hart trifft die Situation aus Sicht der Gartner-Analysten den chinesischen Huawei-Konzern. Außerhalb Chinas hat Huawei bereits mit Rückgängen zu kämpfen, weil wegen US-Sanktionen neue Modelle ohne Google-Dienste verkauft werden müssen. Also ist die Firma noch stärker auf den Heimatmarkt angewiesen - der jetzt schwächelt. «2020 wird für Huawei sehr schwierig werden», betonte Zimmermann.

Gupta zweifelt am Erfolg von Huaweis Plan, eine eigene App-Plattform als Alternative zu Googles Play Store aufzubauen. Denn es sei nicht damit getan, den Nutzern heute populäre Apps zu bieten. Vielmehr müsse eine Plattform so attraktiv für Entwickler sein, dass dort auch künftige Hits von Anfang an landen. «Ohne Google-Dienste kann Huawei in Smartphone-Märkten außerhalb Chinas nicht überleben», zeigte sich der Gartner-Analyst überzeugt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7308135?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2509831%2F2198352%2F
Hitler-Parodie auf Handy: Polizistin zu Unrecht beurlaubt
„Weihnachten mit Hitler“ heißt die Parodie, von der ein Polizist einen Screenshot verschickt haben soll. Foto: Youtube Foto:
Nachrichten-Ticker