Fotografie
Nebenberuf Fotograf: Diese Ausrüstung braucht es für eine seriöse Basis

Wer sein Einkommen mit Fotografie aufstocken will, benötigt mehr als nur „irgendwelches“ Equipment – denn das besitzen die meisten Hobbyfotografen längst schon selbst. 

Dienstag, 09.02.2021, 04:06 Uhr aktualisiert: 09.02.2021, 16:19 Uhr
Mit der Kamera das Gehalt nach Feierabend aufbessern. Das ist heute sehr beliebt, bedingt aber genau deshalb, die Nebenerwerbsfotografie nicht auch mit Nebenerwerbsausrüstung zu betreiben Foto: Stock.adobe.com © oksix

Qualitativ hochwertige Fotografie ist seit Jahren von einer Beschäftigung für Profis und ambitionierte Laien zum Breitensport geworden. Wer in Alltag und Urlaub Schnappschüsse erstellen möchte, wird schon seit Jahren mit dem immer-dabei-Smartphone aufs Beste bedient. Wer tiefer in die Fototechnik eintauchen möchte, findet bereits im unteren dreistelligen Preisbereich Consumer-Class-Kameras mit allem, was das Hobbyfotografenherz begehrt. Und wer gelegentlich Studiofotografie betreiben möchte, dem genügen einige günstige Leuchten aus dem Baumarkt.

Aber: Diese Zugänglichkeit endet dort, wo es darum geht, mit der Fotografie auch nur einen Teil seines Lebensunterhalts zu bestreiten. Wer heute neben seinem eigentlichen Job fotografieren will, muss nicht nur in Sachen technischer und künstlerischer Fähigkeiten aus der Masse der Hobbyisten und Konkurrenten herausstechen, sondern auch hinsichtlich seiner Ausrüstung.

1. Brauchen Halbprofis Vollprofi-Equipment? Ja!

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Immer mehr Fotografen treffen auf einen, nicht zuletzt dank Smartphones schrumpfenden Markt. Wer da bestehen will, muss (auch) mit hochprofessioneller Ausrüstung überzeugen. Foto: Stock.adobe.com © Patrick Daxenbichler

Warum sollte jemand, der höchstens 17.500 Euro mit seinem Nebenerwerb verdienen darf, sofern er keine Umsatzsteuer abführen möchte, fotografisches Equipment besitzen, dessen Gesamtwert diese Obergrenze problemlos überschreiten kann und welches man eher bei Vollzeitfotografen vermutet? Es ist eine Kombination aus mehreren Tatsachen:

  1. Viele potenzielle Fotokunden besitzen selbst die technischen Mittel, um „brauchbare“ Fotos zu schießen. Die Zeiten, in denen solche Menschen höchstens unterklassige Schnappschusskameras besaßen, sind speziell dank Smartphone vollends vorbei.
  2. In der langen Liste von zulassungsfreien Berufen gehören Fotografen zur Spitzengruppe der Beliebtheit. Es gibt daher viel Konkurrenz in nahezu jeder Region. Bloß: Die meisten (Teilzeit-)Konkurrenten arbeiten deshalb zwar professionell, sind aber nicht (vollumfänglich) so ausgestattet – dies sind auch typischerweise jene Nebenerwerbsfotografen, deren Geschäfte mehr schlecht als recht laufen, denn:
  3. Fotografie lag 2020 auf Platz 3 der beliebtesten Freizeitaktivitäten der Deutschen . Abermals liegt das an Smartphones und erschwinglicher Consumer-Class-Ausrüstung. Daher haben viele Menschen Hobbyisten im Bekanntenkreis, die für ehemals typische Profi-Aufgabenfelder zur Verfügung stehen.

Das heißt: Heute ist es sehr leicht, das kleine fotografische Einmaleins selbst zu beherrschen. Daher müssen diejenigen, die damit langfristig erfolgreich Geld verdienen und ihre zahllosen Konkurrenten ausstechen möchten, das große Einmaleins beherrschen – dazu gehört auch der Besitz (und natürlich Routine im Umgang) von höher- und hochklassiger Ausrüstung; selbst wenn es nur ein Nebenerwerb ist.

Equipment also, das Leistungen ermöglicht, die jenseits von dem liegen, was Laien, Hobbyisten und viele andere Nebenerwerbsfotografen liefern – und sich leisten – können. Gepaart mit hoher Kreativität, um Fotos jenseits des Gewohnten zu liefern, wird daraus ein Alleinstellungsmerkmal und somit Umsatzgarant. Vielleicht nicht deutschlandweit, aber zumindest im Einzugsbereich.

2. Die Kamera: Ohne Vollformat geht nichts

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Je größer der Sensor, desto besser. Zur Vollformatkamera gibt es deshalb keine professionelle Alternative. Nur ob die Kamera noch einen Spiegel haben muss, ist diskutabel. Foto: Stock.adobe.com © Hayati Kayhan

Wenn überhaupt ein Gerät die Trennlinie zwischen ambitioniertem und professionellem Fotografen markiert, dann die Kamera selbst, genauer: der Body. Also das Gerät abzüglich der Objektive.

Ohne tiefer auf die zahllosen Bauarten einzugehen, so gibt es zwei große Unterschiede bei der Größe des Bildsensors:

  1. Crop-Kameras. Das ist die Masse der Consumer-Kameras. Hier gibt es verschiedenste, meist herstellertypische Formate. Sie alle eint, dass der Sensor kleiner als 35,6 x 23,8 Millimeter ist. Damit werden zwar kompaktere Geräte möglich, allerdings zu deutlichen Nachteilen. Diese rangieren zwischen verminderter Lichtempfindlichkeit und der Tatsache, dass Objektivbrennweiten nicht 1:1 von der Einstellung auf das Bild umgerechnet werden können; je nach „Crop-Faktor“ wirkt sich beispielsweise eine 50-Millimeter-Brennweite im Bild wie 80 Millimeter aus. Das macht die Bilderstellung unnötig schwierig und weniger intuitiv.
  2. Vollformatkameras. Sie heißen deshalb so, weil ihr Sensorformat dem von alten Analogfilmen entspricht, also jene 35,6 x 23,8 Millimeter. Diese Geräte sind (teils deutlich) teurer als die allermeisten Crop-Kameras. Dafür führen sie aber auch viele Vorteile ins Feld , die alle dafür sorgen, dass eine Vollformatkamera technisch signifikant weniger limitiert ist und viel mehr Leistungsreserven bereithält. Dadurch sind Vollformatgeräte zukunftssicherer – und erweisen sich trotz des höheren Anschaffungspreises oft langfristig als Ersparnis, weil der Fotograf viel später an das Leistungslimit der Geräte gelangt.

Vorgehensweise

Dabei sei dringend dazu geraten, vor Beginn des Nebenerwerbs die Entscheidung pro Vollformat zu fällen. Schlicht, weil mit dieser Entscheidung auch der Objektivkauf einhergehen muss. Wer mit einer Crop-Kamera und darauf abgestimmten Linsen loslegt, muss bei einem Wechsel auf Vollformat alles neukaufen, da die alten Objektive nur einen Teil des Sensors belichten – sofern sie überhaupt ohne Adapter angeschlossen werden können.

Umgekehrt ist es (bis auf meist nötige Adapter) problemlos möglich, Body und Linsen für das Vollformat zu erwerben und letztere später auf einer zugekauften Crop-Kamera zu nutzen.

3. Wechselobjektive: Die Qual der Wahl für jede denkbare Situation

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Professionelle Wechselobjektive sind ein Muss. Wer auf Flexibilität zugunsten größtmöglicher Leistungsfähigkeit verzichten kann, findet sich deshalb mitunter (auch) bei Festbrennweitenobjektiven wieder. Foto: Stock.adobe.com © andrii77

Die Kamera mag das Foto machen, aber wie es wirkt, wird vom Objektiv bestimmt. Hierbei sollten angehende Nebenerwerbsfotografen bedenken, wie es bei den meisten Amateuren und auch vielen Konkurrenten aussieht: Linsen sind teuer. So teuer, dass nicht nur die oberste Riege problemlos den Preis eines Vollformat-Bodys erreichen kann. Aus diesem Grund sieht eine typische Amateurausstattung meist so aus:

  • Ein Zoom-Objektiv für den Universalgebrauch („Standard-Zoom“). Meist 18 bis 55 Millimeter, relativ geringe Blendenöffnung (typischerweise deutlich <f/2), oft auch zusammen mit der Kamera erworben („Kit-Objektiv“).
  • in Zoom-Objektiv größerer Brennweite („Tele-Zoom“), beispielsweise 55 bis 200 Millimeter. Meist ist hier die Blendenöffnung noch geringer, das Objektiv somit noch lichtschwächer.

Doch gilt bei Linsen, viel mehr noch als bei den Bodys, dass es sich trotz der hohen Ausgaben für hochwertige Stücke um einen Kauf fürs ganze Fotografenleben handeln kann. Denn Objektive unterliegen keinerlei Abnutzung, können jahrzehntelang genutzt werden.

Informationen und Vorgehensweise

Typischerweise gibt es im Vollformatbereich kaum Kits aus Body und Objektiv. Das ist aber kein Nachteil. Nicht nur wird die teure Kamera so etwas günstiger, auch haben angehende Nebenerwerbsfotografen den Anreiz, gleich leistungsfähige Linsen zu erwerben, statt aus falscher Zurückhaltung mit womöglich suboptimalen Kit-Objektiven Vorlieb zu nehmen.

Die richtige Vorgehensweise unterscheidet sich dabei nicht einmal so sehr von der oben skizzierten typischen Amateurausrüstung: (Zirka) 18-55 und 55-200 sind brauchbare Brennweiten für viele Situationen. Nur sollten es unbedingt Objektive sein, die deutlich kleinere Blendenzahlen und somit größere Blendenöffnungen erlauben. Eine gute Vorgehensweise:

  1. Festlegen, welche Fotostile (zunächst) abgedeckt werden sollen. Wer beispielsweise vorerst nur Studiofotografie betreiben möchte, kann vielleicht mit dem Teleobjektiv noch etwas warten.
  2. Marktsondierung betreiben. Dabei verschiedenste Objektive gleicher Brennweiten betrachten, sowohl vom Kamerahersteller wie Drittanbietern.
  3. Nicht zu sehr auf den Preis schauen, sondern vor allem die nüchternen Leistungsdaten.

Dabei können es durchaus Zoom-Objektive sein. Allerdings sollten Fotografen dann aufmerksam dafür sein, welche Brennweiten sie besonders häufig nutzen – mitunter, indem sie die EXIF-Daten vergleichen.

Im nächsten Schritt kann es sich lohnen, für diese Arbeiten auf Festbrennweitenobjektive zu setzen. Deren einzige Schwäche ist der abwesende Zoom, wodurch der Benutzer sich mehr bewegen muss. Dies wird jedoch durch einige starke Argumente überdeckt. Vor allem sehr hohe Lichtstärken (weil das Licht weniger Linsen passieren muss) und ein konstruktiver Fokus auf eine Brennweite, eine Fotosituation, wodurch sich dafür automatisch ein Optimum ergibt.

Allerdings: Wer das Level der Festbrennweiten betritt, sollte auch überlegen, ob dies nicht der Anlass wäre, einen weiteren Body zu erstehen – allein schon, um während bezahlter Shootings seltener wechseln zu müssen.

4. Mehrere Studio- und Aufsteckblitze

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Ohne Ausleuchtung sind viele Fotostile unmöglich. Mit nur einem Aufsteckblitz sollte das Thema Licht deshalb keinesfalls abgehakt sein. Foto: Stock.adobe.com © peshkov

Ein umgewidmeter Bauscheinwerfer mag im Amateurstudio seine Berechtigung haben. Wer jedoch professionell ablichten möchte, sollte für diese Beleuchtung – ganz egal ob im Freien oder drinnen – auf dedizierte Fotogeräte setzen.

Hier kommt es dem Budget zugute, dass LEDs neuerdings auch im Profi-Segment deutliche Preisstürze erlebt haben.

Informationen und Vorgehensweise

Zunächst sollte der Kauf sich auf zwei bis drei Kamerablitze fokussieren, idealerweise dasselbe Modell. Zuzüglich dreier Stative können diese sowohl gefesselt (= auf der Kamera) wie entfesselt (= auf den Stativen) genutzt werden. Kommen noch Bouncer und Softboxen hinzu, lässt sich mit diesem Trio sehr viel erreichen; insbesondere, wenn es sich um hochwertige Blitze handelt.

Allerdings sollte es für den Anfang zumindest auch noch ein leistungsfähiges (Studio-)Dauerlicht sein. Hier kann LED-Technik brillieren, schon wegen Stromverbrauch und Wärmeentwicklung.

Ob es danach dedizierte Studioblitze sein sollen, welche sukzessive die vorherigen Blitze ergänzen/ablösen, kommt jedoch vor allem darauf an, worauf der berufliche Fokus liegt.

5. Ein eingerichtetes Studio – egal wie klein es ist

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Zu groß kann ein Studio eigentlich nicht sein. Doch es gilt auch: Besser ein sehr kleines Studio als gar keines. Das ist für (semi-)professionelle Fotografen absolute Pflicht. Foto: Stock.adobe.com © Drobot Dean

Es gibt genügend Formen von bezahlten Shootings, bei denen der Fotograf zum Kunden muss oder sich mit diesem auf neutralem Gebiet trifft. Allerdings gibt es ebenso zahllose Sparten, in denen ein Profi „vorlegen“ muss.

Doch wer dafür nur zeitweilig umfunktionierte Wohnräume vorzuweisen hat, begeht gleich zwei Fehler:

  1. Es wirkt unprofessionell. Die meisten Menschen erwarten, dass ein Profifotograf ein dauerhaftes Studio besitzt und nicht bloß Wohnräume zweckentfremdet.
  2. Es ist unprofessionell. Allein schon, weil vor und nach jedem Shooting Auf- und Abbauarbeiten nötig sind.

Das heißt, nur ein „echtes“ Studio kann so leistungsfähig sein, wie es für professionelle Aufnahmen nötig ist.

Informationen und Vorgehensweise

Angehende Nebenerwerbsfotografen mit Eigenheim haben hier die Nase vorn. Jeder Raum mit kontrollierbarem Tageslichteinfall ist passend, sofern er rechteckige Abmessungen ohne Dachschrägen hat und es auf zirka 5 x 5 x 3 (Tiefe, Breite, Höhe) Mindestmaße bringt.

Wer dies nicht hat, sollte im nächsten Schritt versuchen, sich als Untermieter in (Amateur-)Studios einzumieten – abzüglich der mitunter etwas erschwerten Terminierung von Shootings ist das üblich und sinnvoll.

Im Endeffekt ist jedoch ein „eigenes“ Studio, idealerweise abseits der eigenen Wohnung, nicht nur das prestigeträchtigste Optimum. Folgendes ist die Basisausstattung:

  • Zumindest ein (zusätzlicher) Parkplatz und halbwegs gut verkehrstechnisch angebunden.
  • Beheizt, am besten auch klimatisiert (Wärmeentwicklung von Blitzen und anderen Geräten).
  • Deutlich größer als die genannten Mindestmaße (vor allem tiefer und gerne auch höher).
  • Weiß gestrichene Wände, die sich mit schwarzen Vorhängen verdecken lassen, um Lichtreflexionen zu vermeiden.
  • Eine Ecke für Schreibtisch und Computer.
  • Abgetrennte Wasch- und Umkleide-/Schminkmöglichkeiten. Am besten mit Schminktisch.
  • Stauraum für Accessoires, Requisiten und dergleichen.
  • Mindestens eine Wand mit professionellem Hintergrundsystem. Besser jedoch zwei für rasche Variationsmöglichkeiten.

Ein solches Studio ist natürlich ein Kostenfaktor; wenn es angemietet wird, auch dauerhaft. Dafür jedoch stellt es eine enorme Professionalisierung dar, denn es ist nur für einen Zweck konzipiert – außerdem entfallen jegliche zeitaufwändigen Räum- und Transportarbeiten, bevor Kunden eintreffen.

6. Professionelle Transportmöglichkeiten

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Ausrüstung und auch Models benötigen Platz. An einem eigenen Auto führt daher kein Weg vorbei – was natürlich nicht heißt, dass der Wagen nicht auch Werbefläche sein sollte. Foto: Stock.adobe.com © Sirichai

Ein Fotograf, der mit Bus und Bahn zu seinen Kunden kommen oder sogar von diesen abgeholt werden muss. Das mag auf einer niedrigschwelligen Ebene durchaus denkbar sein. Wer jedoch zumindest nebenberuflich als professioneller „Außendienstfotograf“ arbeiten möchte, kommt absolut nicht umhin, ein eigenes Fahrzeug zu besitzen. Und zwar eines, das im Zweifelsfall nicht nur große Ausrüstungsmengen, sondern auch Fotograf, Assistenz und Model(s) transportieren kann.

Informationen und Vorgehensweise

Das bedeutet, realistisch kommen hier nur einige Fahrzeugmodelle in Betracht:

  • Kombis. Ganz gleich ob in klassischer oder Hochdachbauweise. Allerdings kann letztere mit komfortableren Sitzhöhen und noch mehr Stauraum überzeugen.
  • Vans. Allerdings abzüglich Mikro- und Mini-Vans. Diese bieten zwar mehr Stauraum als ein Kleinwagen, verlangen aber häufig Entweder-oder-Entscheidungen bezüglich Personen- oder Ausrüstungsbeförderung.
  • SUVs. Allerdings gibt es hier ebenfalls deutliche Unterschiede. Viertürig sollte das Fahrzeug unbedingt sein. Dann allerdings sollte geprüft werden, ob trotzdem genügend Kofferraumvolumen verbleibt. Manche SUVs sind hierbei trotz üppiger Abmessungen erstaunlich klein.

Allerdings sollten Nebenerwerbsfotografen auch eruieren, wie häufig sie das Thema Outdoor-Fotografie in freier Natur ansprechen möchten. Wer beispielsweise für Stockfoto- und Motivfotografie oder die unlängst in Paderborn gezeigte Experimentalfotografie oft hinaus in die „Wildnis“ fahren, sollte mitunter einen „echten“ Geländewagen anschaffen – also nicht bloß ein grundsätzlich deutlich weniger geländegängiges Allrad-SUV.

7. Ein leistungsfähiger Computer und ein professionelles Bildbearbeitungsprogramm

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Ohne fotografisch leistungsfähige Hard- und Software geht es nicht, selbst wenn Bildbearbeitung nur gelegentlich betrieben werden soll. Foto: Stock.adobe.com © pressmaster

Zugegeben, wer mit einer modernen Vollformatkamera, hochwertigen Objektiven und Blitzen arbeitet und alles auch routiniert einstellen kann, wird niemals in die Verlegenheit kommen, nachbessern zu müssen. Aber: Technisch perfekte Fotos sind, wie erwähnt, nur die Basis dessen, was jemand liefern muss, der sich gegen viele ambitionierte Amateure, andere Teilzeitfotografen und sogar Profis durchsetzen möchte.

Denn beim Thema Bildbearbeitung trennt sich die Spreu vom Weizen. Warum? Ganz einfach:

  • Blinzelfältchen
  • Tränensäcke
  • Große Poren
  • Unschöne Reflexionen
  • Unperfekte Proportionen
  • Nicht sitzende Frisuren
  • Künstlerische Aspekte

Das sind alles gute Gründe, um sich auch ein technisch perfektes Foto hinterher nochmals am Rechner „vorzunehmen“ – und von einem Profi erwarten die meisten Kunden, dass sie Bilder erhalten, die zumindest die kleinen Schwächen von Mutter Natur nicht mehr zeigen.

Informationen und Vorgehensweise

Was in dieser Hinsicht benötigt wird, ist rasch aufgezählt:

  • Ein Desktop-Rechner, kein Notebook. Allein schon, um das Gerät aufrüsten zu können, was bei Laptops deutlich schwieriger ist.
  • Höchste Leistungen in Sachen Prozessortaktung und Arbeitsspeicher – bei letzterem sollten es deutlich mehr als 16 Gigabyte (Stand: 2021) sein.
  • Eine sehr leistungsfähige, speziell für grafische Anwendungen (Bildbearbeitung, Gaming) konzipierte Grafikkarte. Hier sollten es mindestens zwölf Gigabyte VRAM sein.
  • Mindestens ein Terabyte Festplattenkapazität. Am besten jedoch ergänzt um noch mehr, da sich bei guten Geschäften die Datenmengen schnell verselbstständigen und ein seriöser Fotograf alles Rohmaterial zumindest einige Jahre speichern sollte.
  • Zwei Bildschirme, davon einer speziell für Grafikarbeiten konzipiert und unbedingt kalibriert, sodass er Farben 1:1 wie aufgenommen darstellt.

Was die Software anbelangt, gibt es für Profis leider keine „echte“ Auswahl. Hier setzt Adobe nach wie vor den Industriestandard fest: Lightroom und Photoshop, derzeit je nach Abonnementvariante für 12 oder 24 Euro monatlich erhältlich.

8. Eine eigene Website

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Kunden müssen einen Fotografen nicht nur im Netz finden, sondern auch sehen, was er kann. Nur die eigene Website ermöglicht das auf einem wirklich professionellen Level. Foto: Stock.adobe.com © terovesalainen

Im kleinen Rahmen präsentieren sich heute viele Laien und auch Nebenerwerbsfotografen auf Plattformen wie 500px, Fotocommunity, Flickr oder Instagram. Bloß: Für jemanden, der herausstechen möchte, stellen solche Massenportale eine Limitierung dar. Sowohl was das Publikum anbelangt wie die technischen Möglichkeiten.

Wer sein Teilzeit-Business ernsthaft betreiben möchte, kommt deshalb nicht um eine eigene Website mit eigener URL herum.

Informationen und Vorgehensweise

Allerdings ist es dafür nicht mehr nötig, in HTML fit zu sein. Heutzutage gibt es zahllose Baukastenmöglichkeiten, die das Erstellen wirklich einfach machen. Wichtiger ist, was die Site liefern muss:

  • Klares und kundenfreundliches Design mit diversen Kategorien.
  • Großes, dahinterstehendes Speichervolumen, um es Kunden zu ermöglichen, ihre Fotos selbst herunterzuladen – dafür sollte es auch die Möglichkeit passwortgeschützter Bereiche geben.
  • Eine URL, die nicht nur für Menschen gut les-, merk-, und schreibbar ist, sondern wie der Rest der Website nach den Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung gestaltet wurde.

Ziel sollte es sein, dass jeder, der ein fotografisches „Keyword“ in Verbindung mit dem regionalen Einsatzbereich in seine Suchmaschine eingibt, diese Website möglichst weit oben angezeigt bekommt – unschätzbar wertvoll vor allem für die Gewinnung von Neukunden, denn ein guter Nebenerwerbsfotograf sollte sich keinesfalls nur auf positive Mundpropaganda stützen; egal, wie wichtig diese auch heute noch ist.

Zusammenfassung und Fazit

Wer Geld verdienen möchte, muss zunächst welches ausgeben. Das gilt in jedem selbstständigen Beruf und macht auch vor einem Nebenerwerbsjob als Fotograf nicht halt. Denn gerade, weil heute fast jeder durch sein Handy und günstige Einsteigerkameras sehr gute Fotos machen kann, muss jeder, der dafür bezahlt wird, einen echten Mehrwert liefern können – sonst ist die „kleine Selbstständigkeit“ so schnell vorbei, wie sie angefangen hat und das Finanzamt stuft das eigene Kleinunternehmen ganz rasch als Liebhaberei ein.

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