Abschied
Wie geht es weiter beim «Tatort» aus Weimar?

Wieder muss eine prominente «Tatort»-Figur ihr Leben lassen. Dieses Mal erwischt es Kriminalhauptkommissar Lessing aus Weimar. Was bedeutet der Serientod von Christian Ulmen für den «Tatort»?

Sonntag, 03.01.2021, 12:14 Uhr aktualisiert: 03.01.2021, 12:56 Uhr
Lessing (Christian Ulmen) und Kira Dorn (Nora Tschirner) in einer Szene des «Tatorts: Der feine Geist». Foto: Steffen Junghans

Weimar/Leipzig (dpa) - Der Schock dürfte sitzen: Fernsehkommissar Lessing aus dem Weimarer «Tatort» ist tot. Zwar schien er an der Seite seiner Partnerin Kira Dorn am Freitagabend im Krimi «Der Feine Geist» zu ermitteln und den soeben gekauften gemeinsamen Altbau zu renovieren.

Doch tatsächlich war er bereits zu Beginn des Films gestorben und begleitete seine Partnerin nur als beratender Geist durch den Fall, wie man schließlich erfuhr.

Der Serientod von Darsteller Christian Ulmen (45, «jerks.») dürfte nicht spurlos an den Fans vorbeigehen. Immerhin ermittelte er als Lessing gemeinsam mit Schauspielkollegin Nora Tschirner als Kira Dorn schon seit 2013. Ist mit dem elften Weimar-«Tatort» also nun Schluss für Ulmen? Oder wird er als Geist seine Partnerin weiter mit Literatur-Zitaten nerven und ihr beim Lösen von Fällen helfen?

«Wir warten jetzt die Wirkung des Films ab und entscheiden dann, wie wir das Format weiterentwickeln», teilte die Pressestelle des MDR dazu knapp mit. «Der Tod unseres Kommissars Lessing und die Fortführung seiner Figur als Geist war ein kreativer Vorschlag von Christian Ulmen.» Die Anregung habe der MDR als eine spannende Entwicklung betrachtet und sie deshalb aufgenommen.

Die beiden Darsteller klangen nach der Ausstrahlung sehr nach Abschied. Es zeichnete sich ab: Es geht weiter mit dem «Tatort», aber mit einer anderen Besetzung. «Vielen Dank für Eure Anteilnahme!», schrieb Ulmen am Samstag bei Instagram nach vielen Fankommentaren. Wer einfach nur traurig über die unfassbare Zumutung der Sterblichkeit sei, der weine mit Fug und Recht. «Und doch: Natürlich wird Tatort Weimar weitergehen!» Nicht «mit Dorn und Lessing als Ermittlerpaar, aber anders doll».

Nora Tschirner (39) schickte bei Instagram eine Art Abschiedsbotschaft zum Krimi aus Weimar: «Einen wollten wir machen, elf sind es geworden. Die Tatort-Melodie ist wahrscheinlich die zuverlässigste Melodie meiner Kindheit gewesen, auch wenn ich nicht mitgucken durfte, und nie hätte ich gedacht, dass ich selbst mal nach den Fingerabdruck-Fadenkreuz-Augen-Filmchen durch's Bild laufe.» Sie bedankte sich beim Team. Und sie schrieb auch: «Kira geht jetzt ein büschn trauerfeiern.»

Sicher ist, dass «Der feine Geist» für dieses Jahr der einzige neue «Tatort» aus Weimar bleiben wird. Für 2021 werde kein neuer produziert, da wegen coronabedingter Drehverschiebungen kein gemeinsamer Drehtermin für das Ensemble ermöglicht werden könne, hieß es beim MDR weiter.

Der Weimarer «Tatort» erreichte 8,89 Millionen Zuschauer im Ersten. Die Folge schaffte einen Marktanteil von 24,1 Prozent. Die Episode blieb etwas unter der durchschnittlichen Zuschauerzahl des Jahres 2020: Die 36 neuen «Tatort»-Krimis im Ersten der ARD sahen im vergangenen Jahr im Schnitt etwa 9,1 Millionen.

Bei «Tatort»-Fans dürfte «Der Feine Geist» Erinnerungen an den Fall vor einem Jahr wecken: In der Neujahrsfolge «Das Team» starb Nadeshda Krusenstern (Friederike Kempter) nach 17 Jahren als Kollegin des beliebtesten «Tatort»-Ermittlerduos Thiel und Boerne aus Münster.

© dpa-infocom, dpa:210103-99-882014/3

 

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