Südafrikas Künstlerin
Von Tradition zu Weltruhm: Esther Mahlangu

Die Südafrikanerin Esther Mahlangu hat mit ihren Kunstwerken Weltberühmtheit erlangt. Heute zieren ihre bunten geometrischen Muster Handtaschen, Flugzeuge und Autos.

Samstag, 05.12.2020, 10:29 Uhr aktualisiert: 05.12.2020, 10:32 Uhr
Traditionell gekleidet spricht Südafrikas Künstlerin Esther Mahlangu (l) neben einer Verwandten in einer Galerie. Foto: Kate Bartlett

Johannesburg (dpa) - Eigentlich wollte sie mit ihrer Malerei nur einen Mann zum Heiraten finden - doch ihre Kunstwerke haben der Südafrikanerin Esther Mahlangu weltweiten Erfolg beschert.

«Ich habe nicht angefangen zu malen, um ein Geschäft daraus zu machen, sondern nur, um einen Ehemann zu finden», sagte die 85-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Die Künstlerin gehört dem Stamm der Ndebele an, der vor allem im Norden von Südafrika zu Hause ist. In ihrer Kultur sei ein wunderschön angemaltes Haus ein Zeichen dafür, dass man eine gute Ehefrau abgeben würde, erklärte Mahlangu in ihrer Muttersprache.

Die Südafrikanerin malte also zu Beginn Hütten und kleine Häuser an - inzwischen zieren ihre bunten geometrischen Muster Handtaschen, Flugzeuge und Autos. Sie hat mit den Autobauern BMW und Rolls-Royce kollaboriert und ihre Werke wurden unter anderem im Guggenheim-Museum in Bilbao und im Centre Pompidou in Paris ausgestellt. Auch Oprah Winfrey, Usher, Will Smith und Trevor Noah besitzen Werke von ihr. Ihre bis dato größte Ausstellung wurde jüngst in der Melrose Gallery in Südafrikas Wirtschaftsmetropole Johannesburg eröffnet.

Mahlangus große geometrische Werke geben den traditionellen Ndebele-Mustern einen modernen Twist. Für die Künstlerin ist vor allem wichtig, dass ihre Kunst ihre Herkunft repräsentiert. «Ich will nicht, dass meine Kultur stirbt», sagte sie. Sie schwört nach wie vor auf traditionelle Methoden - und nutzt statt Klebeband Hühnerfedern, um die geraden Linien ihrer Muster zu malen.

Trotz ihres weltweiten Erfolges lebt Mahlangu noch immer in einer der ärmsten Provinzen Südafrikas, in Mpumalanga, und unterrichtet Kunst. Wegen der Corona-Pandemie hätten einige ihrer Schüler nicht kommen können, sagte die Künstlerin. Das mache ihr Sorgen, denn Kunst «ist eine Art und Weise, wie Kinder über unsere Wurzeln lernen können».

© dpa-infocom, dpa:201205-99-579894/2

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