Blick ins Regal lohnt sich: Nur für Partyspiele ist jetzt keine Gelegenheit
Zeit zum Spielen

Bielefeld (WB). Was tun, wenn die Familie den ganzen Tag zu Hause sitzt und Psychologen empfehlen, nicht permanent Nachrichten über das Coronavirus aufzusehen? Ablenken heißt die Devise. Da sind Brett- und Kartenspiele – neben Haushalt, Heimwerken, Gartenarbeit, Nähen, Basteln, Computerspielen und Hausmusik – ein gutes Mittel.

Sonntag, 05.04.2020, 18:18 Uhr aktualisiert: 05.04.2020, 18:22 Uhr
In der Corona-Krise kann man gerne auch zum „Mensch ärgere dich nicht“ greifen. Mn muss es aber nicht. Die Auswahl in den meisten Haushalten viel größer. Foto: dpa

Dabei bietet sich an, auf das zurückzugreifen, was bereits verfügbar ist – wobei online und telefonisch durchaus auch neue Spiele geordert werden können. Der Vorteil bei Brettspielen ist: Die meisten sind auf Kleingruppen von drei bis fünf Personen ausgelegt – genau richtig für eine Zeit, in der Kontaktarmut Pflicht ist. Irgendwann ist auch wieder Zeit für Activity, Tabu, Werwolf, Cluedo, Psycho sowie Just one, das aktuelle „Spiel des Jahres“.

Spiele, die allen schon vertraut sind

In den meisten Haushalten verfügbar sind vermutlich Mensch ärgere dich nicht, Domino, Triomino, Kniffel, Monopoly, Spiel des Lebens, Rummikub, Jenga sowie Kartensets für Skat, Maumau, Uno etc. Diese Spiele haben den Vorteil, dass sie üblicherweise Menschen jeden Alters vertraut sind.

Quizspiele machen nur Spaß, wenn sich der Wissenstand etwa auf einem vergleichbaren Level befindet. Der Klassiker ist natürlich Trivial Pursuit – er lohnt sich, auch wenn bei frühen Ausgaben manche Fragen und Antworten veraltet sind. Aktueller ist iKnow von Ravensburger insbesondere in der Version mit Google Home. Hier werden online neue Fragen zugeschaltet.

Spiele für die ganze Familie

Lachen ist auch in Zeiten des Coronavirus eine gute Medizin. Kalimambo vereint Kinder ab acht Jahre und Erwachsene in Heiterkeit. Im Tal der Wikinger, dem aktuellen „Kinderspiel des Jahres“, rollen alle Fässer über einen Steg; Pech, wenn sie dabei ins Wasser fallen. Bei Icecool, ebenfalls ein Spiel für Kinder und Erwachsene, ist Fingergeschicklichkeit gefragt, um die Pinguine durch die eisglatten Schulräume zu schnippen.

Seit 25 Jahren am Markt erfolgreich: Siedler von Catan

In den meisten Haushalten verfügbar sein dürfte „Siedler von Catan“. Immerhin ist es in den 25 Jahren, seit es zum „Spiel des Jahres“ gekürt wurde, weltweit mehr als 30 Millionen Mal verkauft worden. Es jetzt wieder hervorzuholen lohnt sich. Es bleibt abwechslungsreich und ist eben nicht von Würfelglück abhängig. Das gilt auch für andere Klassiker wie Carcassonne und Quirkle.

Weltweit schon mehr als 30 Millionen Mal verkauft: Siedler von Catan.

Weltweit schon mehr als 30 Millionen Mal verkauft: Siedler von Catan. Foto: dpa

In der wirklichen Welt ist Reisen derzeit nicht möglich – im Brettspiel schon. Das sollte man nutzen. Die Auswahl ist groß. Einblicke in einige schräge Seiten Europas gibt „Wo ist bitte Umtata?“. In die Welt entführen auch einige sogenannte Deckbau- und Deckabbauspiele, bei denen jeder über ein Set von Karten verfügt, das er möglichst gewinnbringend ausweitet oder ablegt. Seven Wonders entführt zu den Weltwundern. Feiner Sand, ein Spiel aus jüngerer Zeit knüpft an den Sandburgenbau beim letzten Strandurlaub an.

Zeit nehmen für Kennerspiele

Für Spielefreaks ist Quarantäne überhaupt die Zeit, neue Kennerspiele auszuprobieren. Jetzt hat man Muße, auch längere Anleitungen zu lesen – zum Beispiel von dem in Gütersloh lebenden Spielautor Uwe Rosenberg. Sein bekanntestes Werk ist Bohnanza. Für lange Spielrunden empfehlenswert sind etwa Agricola und Arler Erde, von anderen Autoren zum Beispiel Village und, aktuell auch ein passendes Lebensmotto, Carpe diem.

„Pandemie“ gibt es schon lange Zeit auch als Spiel

In die Kategorie der Abendfüller fällt auch ein Spiel, das zwar international schon seit 2008 und in Deutschland seit 2011 auf dem Markt ist, aber jetzt in die Corona-Zeit passt: Pandemie. Im Gegensatz zu dem Computerspiel Plague Inc., das in China schon verboten wurde, weil sein Ziel die Ausbreitung von Viren ist, befinden sich die Spieler bei Pandemie auf der guten Seite. Als Arzt, Forscher, Wissenschaftler, Logistiker und Betriebsexperte verfügen sie über unterschiedliche Fähigkeiten. Gemeinsam müssen sie das Ausbreiten neuer Seuchen verhindern. Schön, wwenn das im Spiel schon gelingt.

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