Kultur Eine kulinarische Reise durch Deutschland

Kulinarische Reisen liegen seit einiger Zeit im Trend – mit stetig wachsender Anhängerschaft. Oft denkt man dabei an Reisen in fremde Länder, um sich intensiv mit der Landesküche vertraut zu machen. Aber warum in die Ferne schweifen, wenn es auch im eigenen Land noch einiges zu entdecken gibt? Schließlich kann kaum einer von sich behaupten, schon in jeder Region Deutschlands gewesen zu sein und dort gespeist zu haben. Für den heimischen Tourismus birgt dieser Ansatzpunkt noch viel Potential.

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Typische Gerichte der Bundesländer

Die Speisekarte der Deutschen ist genauso vielfältig wie ihre Dialekte – und ähnlich wie die Dialekte sind viele der traditionell deutschen Gerichte nur in der jeweiligen Region bekannt, aus der sie stammen. Es lohnt sich, während der kulinarischen Reise durch Deutschland einen genaueren Blick darauf zu werfen, wo man welche Spezialitäten serviert bekommt. In welchem Bundesland speist man also typischerweise welche Gerichte und was steckt hinter den teils sehr ungewöhnlichen Namen?

Schleswig-Holstein

  • Matjes nach Hausfrauenart: Für dieses norddeutsche Gericht werden Matjes in Stücke geschnitten. Dazu kommt eine Soße aus Zwiebel, Apfel, Gewürzgurke, Sahne, saurer Sahne und Mayonnaise, die einige Stunden im Kühlschrank durchzieht, ehe sie serviert wird.
  • Holsteiner Katenschinken: Hierfür wird gepökeltes Schinkenfleisch (Hinterschinken vom Schwein) im Katenrauch bis zu acht Wochen lang geräuchert.
  • Meelbüdel: Der Meelbüdel („Mehlbeutel“) ist ein mit Eiern gekochter Mehlkloß, der in ein Leinentuch eingeschlagen und in einem Topf zubereitet wird.

Mecklenburg-Vorpommern

  • Mecklenburger Kloppschinken: Hierbei handelt es sich um ein Schnitzel, das aber nicht aus rohem Fleisch, sondern aus kräftigem Schinken besteht. Dieser wird wie ein Schnitzel geklopft („gekloppt“) und zubereitet.
  • Selterskuchen: In den Teig für den Kuchen kommt Zitronenabrieb und Selters-Sprudel, der ihn besonders fluffig macht. Auf den fertigen Kuchen kommt eine Glasur aus Zitronensaft und Puderzucker.

Hamburg

  • Labskaus mit Spiegelei: Bei diesem Gericht wird Fleisch zusammen mit Kartoffeln durch den Fleischwolf gedreht und mit eingelegtem Gemüse und Spiegelei serviert. Für das Fleisch wird oft gepökelte Ochsenbrust genommen, die mehrere Stunden mit Gewürzen gegart wird.
  • Hamburger Pannfisch: Dieses traditionelle Gericht der Hamburger Küche besteht aus gebratene oder gegarte Fischstücken ohne Kopf, gebratenen Kartoffeln und Senfsoße. Was früher ein Arme-Leute-Essen war, findet man heute auch auf der Speisekarte von gehobenen Restaurants.

Franzbrötchen: Franzbrötchen gehören zu den Lieblingsgebäckstücken der Hamburger. Die süßen Hefeteilchen gibt es ganz klassisch mit Zimt und Zucker, aber auch mit Schokolade, Strudel oder Apfel.

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Bremen

  • Grünkohl und Pinkel: Grünkohlblätter werden mit kochendem Wasser überbrüht und grob gehackt. Anschließend werden sie mit Hafergrütze ein paar Minuten gekocht, ehe Kasseler und Speck dazugegeben und bis zu drei Stunden geschmort werden. In der letzten Stunde gibt man die Pinkelwürste dazu. So werden in der Region Grützwürste genannt. Zum fertigen Gericht gehören traditionell Salzkartoffeln.
  • Knipp: Diese Grützwurst ist mit der Pinkelwurst verwandt. Angeboten und verzehrt wird sie gebraten, nur mit Brot oder mit Brat- oder Salzkartoffeln und Gurke, süßsaurem Kürbis, Sauerkraut, Apfelmus und Roter Bete oder auch kalt oder warm auf Vollkornbrot.
  • Bremer Kluten: Diese Nascherei besteht aus Pfefferminz-Fondant-Stangen, die zur Hälfte mit Schokolade überzogen werden.

Brandenburg

  • Hefeklöße mit Blaubeeren: Die Blaubeeren werden mit Vanillezucker und Vanillesoße aufgekocht und über die fertigen Hefeklöße gegeben.
  • Knieperkohl: Bei diesem Gericht handelt es sich um ein Sauergemüse ähnlich dem Sauerkraut. Die Blätter verschiedener Kohlsorten (unter anderem Weiß-, Rot- und Grünkohl) werden aufgekocht, ausgedrückt, eingesalzen und zusammen mit Kirsch- und Weinblättern schichtweise in Steintöpfe gestampft und mehrere Wochen lang milchsauer vergoren. Serviert wird einer deftigen Fleischbeilage und Kartoffeln.

Berlin

  • Königsberger Klopse: Der aus Königsberg stammende Fleischklops besteht aus Gehacktem von Kalb, Rind und/oder Schwein, wobei unter anderem auch gehackter Salzhering untergemischt wird.
  • Eisbein: Die gepökelte, deftige Schweinehaxe ist fester Bestandteil der Berliner Küche. Das Fleisch wird weichgekocht und mit Erbspüree und Sauerkraut serviert.
  • Pfannkuchen: Diese Bezeichnung sorgt immer wieder für Verwirrung bei Nicht-Berlinern. Denn was der man in Berlin „Pfannkuchen“ nennt, ist in vielen anderen Teilen Deutschlands unter anderen Bezeichnungen bekannt, am verbreitetsten ist „Berliner“. Es handelt sich also um runde Gebäckstücke, die meistens mit Marmelade gefüllt und mit Puderzucker überzogen sind.
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Niedersachsen

  • Heidschnuckengerichte: Heidschnucken prägen das Bild der Lüneburger Heide. Sie sind aber nicht nur Nutztiere, sondern durch ihr hochwertiges, fettarmes Fleisch auch eine echte niedersächsische Spezialität.
  • Arme Ritter: Das Gericht ist typisch für Niedersachsen und dort sehr beliebt. Alte, in Milch eingeweichte Brotscheiben werden mit Ei ummantelt und in der Pfanne angebraten. Dazu schmecken süße Früchte.

Sachsen-Anhalt

  • Gehacktesstippe: Die Bezeichnung für dieses Gericht setzt sich aus Gehacktem und „Stippe“ zusammen, wobei damit eine saucenartige Zubereitung gemeint ist. Dazu isst man Kartoffelbrei und Gewürzgurken.
  • Pottsuse: Das ist ein Brotaufstrich aus Schweinefleisch, Schmalz und Gewürzen und eine Spezialität der Magdeburger Börde und der Harzregion.

Sachsen

  • Leipziger Allerlei: Zu dem bekanntesten Gericht Sachsens gehören unter anderem Spargel, frische Morcheln und Flusskrebse. Einer Legende nach entstand das Gericht aus einem Steuerbetrug heraus: Man versuchte, das eigene Vermögen gering erscheinen zu lassen, indem man den Steuereintreibern eine Gemüseplatte ohne Fleischbeilage servierte.
  • Plinsen: Hierbei handelt es sich um einen Eierkuchen in Pfannenkuchengröße, die in der süßen Variante mit Zucker, Marmelade, Apfelmus oder Nougatcreme wie auch herzhaft mit Käse, Schinken und Gemüse gegessen werden. 

Nordrhein-Westfalen

  • Westfälisches Blindhuhn: Auch, wenn das Gericht so heißt, tatsächlich ist kein Huhn in diesem deftigen Gemüseeintopf aus grünen und weißen Bohnen enthalten. Dafür aber geräucherter Speck, Äpfel und Birnen.
  • Rheinischer Sauerbraten: Sauerbraten ist traditioneller Bestandteil der deutschen Küche. Das Fleisch wird bis zu drei Tage in eine Marinade aus Suppengrün, Rotwein und Rotweinessig eingelegt. Zu einem rheinischen Sauerbraten wird das Ganze, wenn der Braten mit Apfel- oder Rübenkraut angemacht wird. Auch Rosinen gehören dazu. Typische Beilagen sind Kartoffelklöße oder Kartoffelpuffer.

Hessen

  • Nordhessischer Nesterhebbes: In einen Kloßteig aus gekochten Kartoffeln kommt eine würzige Fleischfüllung. Auf die Art hat man früher versucht, das Fleisch vor dem Lehnsherrn zu verstecken, dem das Volk einen Anteil von Vieh und Ernte abgeben musste.
  • Handkäs mit Musik: Nicht-Hessen stehen diesem Gericht oft etwas skeptisch gegenüber. Der deftige Sauermilchkäse wird mit rohen Zwiebeln für mehrere Stunden in einer Essig-Marinade eingelegt und traditionell nur mit dem Messer und ohne Gabel gegessen.
  • Grüne Soße: Die Grüne Soße ist das Wahrzeichen der Stadt Frankfurt am Main und wird zu Rindfleisch wie auch zu Fisch oder gekochten Eiern gegessen. Hergestellt wird sie aus sieben frischen Kräutern sowie Eigelb, Öl und etwas Zitronensaft.

Thüringen

  • Thüringer Mutzbraten: Der Mutzbraten oder Mutzenbraten ist ein mariniertes, gegrilltes Stück Fleisch.  Faustgroße Fleischstücke aus der Schulter oder dem Kamm des Schweins werden mit Salz, Pfeffer, Majoran und Senf gewürzt und anschließend in Schwarzbier eingelegt.
  • Thüringer Klöße mit Rouladen: Klöße sind von der Thüringer Speisekarte nicht wegzudenken. Sie werden zu 2/3 aus rohen, geriebenen und zu 1/3 aus zerkochten Kartoffeln hergestellt. Dazu isst man gerne Rouladen oder Braten.
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Rheinland-Pfalz

  • Rheinischer Döppekooche: Dieses Gericht, das in mehreren Regionen Deutschlands unter verschiedenen Bezeichnungen serviert wird, besteht aus geriebenen, rohen Kartoffeln, die mit Zwiebeln, Dörrfleisch, eingeweichten Brötchen und Eiern zu einem Teig verarbeitet und dann in einer Pfanne oder im Bräter gegart wird.
  • Pfälzer Saumagen: Für dieses Gericht wird der Magen des weiblichen Hausschweins mit Brät, Kartoffeln und Gewürzen gefüllt und in heißem Wasser gegart.

Bayern

  • Schweinsbraten mit Biersoße und Brezenknödeln: Der Braten wird über mehrere Stunden mit Gemüse gegart. Für die Knödel werden Brezeln entsalzen und in Milch eingeweicht und zusammen mit Schalotten und Eiern zum Knödelteig verknetet.
  • Obazda: Hierbei handelt es sich um ein Käsegericht, das aus reifem Camembert, Butter und Gewürzen besteht.

Saarland

  • Geheiratete: Dieses Gericht besteht aus Kartoffeln, Mehlklößchen und Speck. Die Kartoffeln werden klein geschnitten und gemeinsam mit den Mehlklößchen gegart, also „verheiratet“.
  • Gefillde: Das sind Kartoffelklöße, die mit Leber- oder Blutwurst oder mit Hackfleisch gefüllt sind. Dazu gibt es eine Speck-Sahne-Soße und Sauerkraut.
  • Dibbelabbes: Bei der saarländischen Variante des „Topfkuchens“, die mit einer Speck-Sahne-Soße oder Apfelmus gegessen wird, kommt statt Dörrfleisch Lyoner mit in die Masse aus rohen, geriebenen Kartoffeln, Zwiebeln, eingeweichten Brötchen und Eiern.
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Baden-Württemberg

  • Schwäbische Linsen mit Spätzle und Saitenwürstchen: Hierfür werden Gemüse, Zwiebeln, dann Linsen gedünstet und mit Gemüsebrühe gekocht. Später werden geriebene Kartoffeln und Essig dazugegeben. Vervollständigt wird der Eintopf mit Spätzle und gewärmten Saitenwürstchen.
  • Schwäbische Maultaschen: Maultaschen sind sozusagen die schwäbische Variante der italienischen Ravioli: mit Fleisch gefüllte Nudelteigtaschen. Im Schwäbischen heißen sie aber „Herrgottsbscheißerle“: Christen dürfen an Karfreitag kein Fleisch essen und so haben die Schwaben das Fleisch in den Nudelteig gepackt, sodass der Herrgott nicht sehen konnte, dass sie Fleisch essen.

Kulinarische Stadtführungen

Eine großartige Möglichkeit, um die typischen Gerichte einer Region kennen zu lernen, ist eine kulinarische Stadtführung. Solche Führungen werden in vielen Großstädten Deutschlands angeboten und bieten den Reisenden einen umfassenden Eindruck von der regionalen Küche mit auf den Weg.

So können Besucher eine Stadt nicht nur entdecken, sondern auch „erschmecken“ und erleben damit mehr als das herkömmliche Touristenangebot. Die fachkundigen Stadtführer zeigen unter anderem auch eher unbekannte Gegenden, die von Touristen meist unentdeckt bleiben. Trotzdem kommt der touristische Teil nicht zu kurz und sie erfahren viel Wissenswertes, Historisches und Aktuelles über die jeweilige Stadt.

So ergibt sich eine perfekte Mischung aus Informationen über die angesteuerten Stadtteile und kulinarischen Highlights. Wie viele Verkostungen in der Stadtführung mitinbegriffen sind, hängt von der Stadt und dem jeweiligen Anbieter ab.

Angebote für Weinfreunde

In Deutschland wurde im Jahr 2018 auf einer Fläche von rund 68.000 Hektar Weißwein und auf etwa 34.000 Hektar Rotwein angebaut.  Insgesamt hat Deutschland 13 Weinbaugebiete:

  • Ahr
  • Baden
  • Franken
  • Hessische Bergstraße
  • Mittelrhein
  • Mosel
  • Nahe
  • Pfalz
  • Rheingau
  • Rheinhessen
  • Saale-Unstrut
  • Sachsen
  • Württemberg

Somit haben Weinfreunde auf ihrer kulinarischen Reise durch Deutschland viele Möglichkeiten, sich näher mit dem Rebensaft zu beschäftigen und viel über Weinbau dazuzulernen.

Die Deutsche Weinstraße erleben

Wer sich für Wein interessiert und gerne einen guten Tropfen genießt, sollte sich unbedingt auf die Spuren der Deutschen Weinstraße begeben, einer ältesten touristischen Straßen Deutschlands und gleichzeitig die erste und bekannteste Weintouristikroute der Welt.

Sie verläuft parallel und auf den Bundesstraßen 38 und 271 durch das Weinbaugebiet der Pfalz. Dieses liegt in der gleichnamigen Region in Rheinland-Pfalz und ist das zweitgrößte Weinbaugebiet Deutschlands. Insgesamt ist Rheinland-Pfalz das Bundesland mit den meisten Weinbaugebieten und zwei Dritteln der deutschen Anbaufläche.

Die Deutsche Weinstraße ist ungefähr 85 Kilometer lang, vom Deutschen Weintor in Schweigen-Rechtenbach an der französischen Grenze bis zum Haus der Deutschen Weinstraße in Bockenheim am Rande Rheinhessens. In dem Gebiet rund um die Weinstraße herrscht durch die über 1800 Sonnenstunden im Jahr ein mildes, beinahe mediterranes Klima. Daher wird die Gegend auch als „Toskana Deutschlands“ bezeichnet.

Die größten Weinregionen besuchen

Weinfreunde sollten auf ihrer kulinarischen Reise durch Deutschland auch zumindest eine der größten deutschen Weinregionen besuchen und die Weine verköstigen, die dort angebaut werden. Jede Region hat dabei ihre ganz eigene Charakteristik.

  • Das größte Anbaugebiet ist mit rund 26.500 Hektar Rheinhessen. Zum Vergleich: das kleinste Weinbaugebiet, die Hessische Bergstraße, umfasst gerade einmal 450 Hektar. Jährlich werden in Rheinhessen gut 2,8 Millionen Hektoliter Wein produziert. Durch das eher kühle Weinbauklima und die geologische Diversität ist ein besonders vielfältiger Weinbau möglich. Hier gedeihen Riesling, Weißburgunder und Müller-Thurgau genauso wie Dornfelder, Spätburgunder und Merlot.
  • Auf Platz zwei folgt die Pfalz mit einer Anbaufläche von rund 23.500 Hektar. Auch hier werden pro Jahr etwa 2,5 Millionen Hektoliter Wein hergestellt, wobei roter und weißer Wein in nahezu gleichen Teilen angebaut, weswegen die Rebsorten breit gefächert sind: Riesling, Chardonnay, Sauvignon-Blanc, aber auch Spätburgunder, Dornfelder und Cabernet Sauvignon gedeihen aufgrund des sehr milden Klimas hier zu hochwertigen Weinen.
  • An dritter Stelle steht Baden mit rund 15.800 Hektar und einem Ertrag von etwa 1,5 Millionen Hektolitern jährlich. Die Rebenvielfalt reicht vom Gewürztraminer bis zum Spätburgunder. Typische Rebsorten dieser Region sind Grauburgunder, Müller-Thurgau, Riesling, Gutedel, Weißburgunder und Silvaner.
  • Württemberg hat ebenfalls eine ganz eigene Charakteristik : Hier dominiert Rotwein. Mit über 11.300 Hektar Anbaufläche die viertgrößte Weinregion Deutschlands. Pro Jahr werden hier rund 1 Millionen Hektoliter Wein abgefüllt. Es ist das milde Klima, welches bestimmte Reben begünstigt: Über 70 Prozent der produzierten Weine sind rot. Die meist angebaute Rebsorte dieser Weinregion ist der Trollinger, dessen Anbau 20 Prozent der Gesamtfläche beansprucht. Die Rebsorte auf dem zweiten Platz ist der Riesling. Weiter in der Rangliste folgen Lemberger, Schwarzriesling, Spätburgunder und Dornfelder.

Eine Weinwanderung mitmachen

Reisende, die keine ganz so umfassende Weintour möchten, sich aber sehr für Deutschlands Weinregionen und die Rebenerzeugnisse interessieren, können alternativ an einer Weinwanderung teilnehmen. Auf einer geführten Tour geht es durch die Weinberge und belohnt die Wanderer nicht nur mit vielen spannenden Informationen rund um das Thema Weinbau, sondern auch mit traumhaften Ausblicken in die deutsche Flusslandschaft. Selbstverständlich gibt es auch Weine und weitere kulinarische Genüsse zu verköstigen.

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Hier kommen Biertrinker auf ihre Kosten

Trotz des üppigen und vielseitigen Weinanbaus, ist Bier nach wie vor das beliebteste alkoholische Getränk der Deutschen. Gemäß den statistischen Angaben der European Beer Trends 2019 lag der Pro-Kopf-Verbrauch an Bier in Deutschland im Jahr 2018 bei rund 102 Litern – und damit hinter Tschechien (141 Liter) und Österreich (107 Liter) auf Platz drei im europäischen Ranking. Bei diesen Mengen, die konsumiert werden, lohnt es sich für Reisende, sich genauer mit dem Lieblingsgetränk der Deutschen auseinanderzusetzen.

Biersorten aus Deutschland

Der Deutsche Brauer-Bund (DBB) schätzt, dass in Deutschland aktuell über 6.000 verschiedene Biermarken gebraut werden. Diese Markenvielfalt ist weltweit einzigartig. Gebraut wird in mehr als tausend Brauereien, von kleinen Hausbrauereien bis zu internationalen Großkonzernen und nahezu jede Region hat ihre ganz eigene Bierspezialität.

Die wichtigsten Biersorten sind nach wie vor Pils, Altbier, Kölsch, Export, Weizen, Helles und Dunkles. Der absolute und landesweite Favorit ist aber das Pils, das überregional hergestellt und getrunken wird. Sehr beliebt ist auch das Weizenbier, das eher süßlich schmeckt und vor allem in Bayern gern verköstigt wird.

Dann sind da noch die Spezialbiere: Im Norden Bayerns werden Biersorten wie Bock (ein Starkbier mit höherem Alkoholgehalt) und Rauchbier (ein Dunkelbier mit rauchiger Note) gebraut, aus Thüringen stammt die Brauspezialität Schwarzbier.

Für noch mehr Vielfalt auf dem deutschen Biermarkt sorgen die Kleinbrauereien, deren Anzahl in den letzten Jahren rasant angestiegen ist und die immer wieder neue Geschmacksvarianten kreieren.

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Diese Biere trinken die Bundesländer

Trotz dieser großen Vielfalt an Biersorten in Deutschland lässt sich für jedes Bundesland eine Biersorte ausmachen, die dort jeweils am meisten konsumiert wird.

In Schleswig-Holstein steht das Flensburger ganz oben im Ranking, in Mecklenburg-Vorpommern trinkt man am liebsten Torgauer. Die Hamburger Bevölkerung bevorzugt Holsten, die Bremer schwören auf Becks und die Brandenburger auf Neuzeller. In Berlin ist das Berliner Kindl der Favorit, während man in Niedersachsen hauptsächlich auf Jever zurückgreift. Auf Platz eins in Sachsen-Anhalt liegt Hasseröder, in Sachsen greift man dagegen lieber zum Radeberger. Die Menschen in Nordrhein-Westfalen trinken lieber Krombacher, in Hessen ist Binding das beliebteste Bier und in Thüringen ist es Köstritzer. Für die Rheinland-Pfälzer steht Bitburger an erster Stelle, für die Saarländer stattdessen Karlsberg. In Baden-Württemberg ist Eichbaum sehr beliebt und die Bayern trinken am liebsten Oettinger.

Insgesamt bevorzugen die Süddeutschen süßliche, die Norddeutschen eher herbe Biersorten. Am meisten Bier wird übrigens in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Sachsen getrunken. Wer sich gerne durch möglichst verschiedene Biersorten einer Region durchprobieren möchte, sollte sich für die kulinarische Reise nach Terminen für Bier-Tastings oder Bier-Festivals erkundigen. Allerdings müssen sich Biertrinker auf erhöhte Preise für den Gerstensaft einstellen, die ersten Anhebungen soll es Anfang März 2020 geben.

Die Fischküche der Nord- und Ostsee

Die Nord- und die Ostsee gehören zu den beliebtesten Reisezielen in Deutschland. Schon allein deswegen dürfen sie bei einer kulinarischen Reise durch das Land nicht fehlen, aber auch wegen der kulinarischen Besonderheiten. Diese werden natürlich vor allem durch die maritimen Fangerzeugnisse beeinflusst. Zu der umfangreichen Fischküche der Nord- und Ostsee gehören Delikatessen wie Hering, Makrele und Austern.

Eine besondere Spezialität der Nordsee ist die Nordseekrabbe, auch „Granat“ genannt. Die Krabben werden bei Flut angespült und dann mit den beutelartigen Fangnetzen eines Krabbenkutters gefangen. Dann müssen die Krabben noch „gepult“ werden: Dabei dreht man den Kopf und das hintere Ende, bricht es und löst das Krabbenfleisch von der Schale.

Fisch ist nicht jedermanns Sache, doch auch abseits von Fisch und Krabbe haben die beiden Regionen in kulinarischer Hinsicht einiges zu bietet: von der typisch deutschen Hausmannskost über internationale Gerichte bis hin zur Spitzengastronomie. Trotzdem lohnt es sich, sich auf das ein oder andere kulinarische Geschmacksnovum einzulassen und den Fisch direkt frisch aus der Räucherbude zu genießen.

Wer hat’s erfunden?

Bei manchen Gerichten, die in Deutschland, aber auch in anderen Ländern gerne gegessen werden, stellt sich unweigerlich die Frage, welches Land sie eigentlich erfunden hat. Die folgenden, teils international bekannten Gerichte haben ihren wahren Ursprung in Deutschland.

Döner Kebap

Fleisch senkrecht am Spieß zu braten und in Fladenbrot zu servieren, hat in der Türkei eine lange Tradition. Doch die Zusammenstellung mit Gemüse und verschiedenen Soßen stammt vermutlich ursprünglich aus Berlin, und zwar vom türkischen Gastarbeiter Kadir Nurman. In den 1970er Jahren kam er auf die Idee, Fleisch in ein Fladenbrot zu geben. Später kamen dann Salat, Soße, Tomate, Zwiebeln und Peperoni dazu.

Currywurst

Die Currywurst ist ebenfalls eine Berliner Erfindung. Die gebratene oder frittierte Brat- oder Brühwurst mit einer Soße auf Basis von Ketchup und Currypulver wurde erstmals im Jahr 1949 von der Gastronomin Herta Heuwer kreiert.

Hot Dog

Der Hot Dog besteht aus einem warmen Würstchen in einem länglichen Weizenbrötchen, dazu werden nach Belieben mit Soßen (meist Senf, Ketchup oder Mayonnaise), Röstzwiebeln und Essiggurke, manchmal auch mit Sauerraut serviert. Viele sind der Auffassung, dass der Hot Dog aus den USA stammt. Erfunden wurde er aber tatsächlich in Frankfurt am Main, im Jahr 1847. Rund 20 Jahre später kreierte der Hannoveraner Charles Feltman, der in die USA ausgewandert war, nach dem Vorbild des „Frankfurter Würstchens“ den heutigen Hot Dog.

Toast Hawaii

Für diese Kreation wird ein Toast mit Schinken, einer Ananasscheibe und Schmelzkäse belegt, darauf kommt eine Cocktailkirsche. Das Ganze wird für ein paar Minuten im Ofen gebacken. Erfunden wurde der Toast Hawaii in den 1950er Jahren – aber nicht etwa auf der gleichnamigen Insel, sondern von dem deutschen Fernsehkoch Clemens Wilmenrod.

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