Filmpreise
Die Obamas, Netflix und Rekorde: Superlative bei den Oscars

Wer ist schon zum 52. Mal für einen Oscar nominiert? Wer hungerte für seine Rolle und könnte endlich eine Trophäe gewinnen? Und warum jubeln vielleicht auch die Obamas?

Dienstag, 04.02.2020, 11:24 Uhr aktualisiert: 04.02.2020, 11:28 Uhr
Barack und Michelle Obama haben mit ihrer Produktionsfirma dafür gesorgt, dass «American Factory» bei Netflix läuft. Foto: Ashlee Rezin Garcia

Los Angeles (dpa) - Die Oscars werden in diesem Jahr zum 92. Mal verliehen. Dabei könnte es einige Rekorde und längst überfällige Gewinner geben. Möglicherweise feiert am Ende sogar ein ehemaliger US-Präsident mit.

OBAMAS KÖNNTEN ZU GEWINNERN GEHÖREN: Michelle und Barack Obama engagieren sich seit ihrem Auszug aus dem Weißen Haus auch als Film-Produzenten. In dieser Funktion unterstützten sie die Dokumentation «American Factory» über die Menschen in einer Fabrik im US-Bundesstaat Ohio. Das Werk von Steven Bognar und Julia Reichert ist nun in der Kategorie «Beste Dokumentation» nominiert - bei einem Gewinn könnten die Obamas daher mitjubeln.

SCHREIBT «PARASITE» GESCHICHTE? Die Gesellschaftssatire «Parasite» feiert seit Monaten enorme Erfolge. Beim Filmfest Cannes gewann sie als erster südkoreanischer Film die Goldene Palme. Nun ist es der erst sechste Film in der Oscar-Geschichte, der sowohl für das beste internationale Werk als auch den besten Film nominiert ist. Das Werk von Bong Joon Ho ist außerdem der erst zwölfte nicht-englischsprachige Film, der in der Top-Sparte überhaupt eine Chance bekommt. Sollte «Parasite» in dieser Kategorie gewinnen, wäre das eine Sensation: Noch nie wurde ein fremdsprachiger Film mit dem Oscar für den besten Film ausgezeichnet.

STAR-KOMPONIST ALS REKORDHALTER: Mit 87 Jahren holte der amerikanische Komponist John Williams in diesem Jahr seine 52. Oscar-Nominierung. Die verdankt er seiner Filmuntermalung der Weltraum-Saga «Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers». Williams ist damit der lebende Filmschaffende mit den meisten Oscar-Nominierungen. Den Hollywood-Rekord hält Walt Disney (1901-1966) mit 59 Oscar-Chancen, er gewann 22 Trophäen. Williams hat bereits fünf Goldjungen in Empfang genommen, den ersten vor fast 50 Jahren für «Anatevka» (1972), gefolgt von «Der weiße Hai», «Krieg der Sterne», «E.T. - Der Außerirdische» und «Schindlers Liste» im Jahr 1994, das liegt mehr als 25 Jahre zurück.

CYNTHIA ERIVO ALS JÜNGSTER EGOT-STAR? Nur gut ein Dutzend Künstler hat den EGOT-Status erreicht - besitzt also die vier wichtigsten Preise der Branche: Oscar, Grammy, Emmy und Tony. Die britische Schauspielerin Cynthia Erivo könnte das in der Oscar-Nacht schaffen, mit 33 Jahren wäre sie dann auch die jüngste EGOT-Gewinnerin in Rekordzeit. Die Darstellerin hat mit dem Sklavendrama «Harriet» gleich doppelte Oscar-Chancen: als Hauptdarstellerin und für den besten Song «Stand Up». Das Musical «The Color Purple» (2016) brachte ihr einen Tony und einen Grammy ein, 2017 kam ein Emmy dazu. Zum EGOT-Club gehören unter anderem John Legend, Whoopi Goldberg, Robert Lopez und Mel Brooks.

JOAQUIN PHOENIX KÖNNTE ES ENDLICH SCHAFFEN: Mit greller Schminke und einem schrillen Lachen als der düstere «Joker» könnte Joaquin Phoenix (45) im vierten Anlauf seinen ersten Oscar holen. Bei den früheren Nominierungen für «Gladiator», «Walk The Line» und «The Master» war er jeweils leer ausgegangen. Mit 25 Jahren hat Saoirse Ronan auch schon drei Oscar-Pleiten hinter sich. Nach «Abbitte», «Brooklyn» und «Lady Bird» trumpft die Irin nun als die unbändige Jo in der Romanverfilmung «Little Women» auf, doch Renée Zellweger als «Judy» dämpft Ronans Chancen auf den ersten Gewinn.

HAT BRAD PITT BEIM VIERTEN MAL GLÜCK? Seit 1996 war der Hollywood-Star schon drei Mal für einen Schauspiel-Oscar nominiert, zuletzt für «Die Kunst zu gewinnen - Moneyball». Nun winkt dem 56-Jährigen für seinen lässigen Auftritt in Quentin Tarantinos «Once Upon a Time in Hollywood» die Nebenrollen-Trophäe. Mit dem Golden Globe und anderen Preisen in der Tasche gilt Pitt als recht sicherer Kandidat. Einen Oscar hat der Schauspieler allerdings schon - als Koproduzent des Sklavendramas «12 Years a Slave», das 2014 den Preis in der Königskategorie «Bester Film» absahnte.

NETFLIX TRIUMPHIERT SCHON JETZT: Der Streaminganbieter ist auch von den Oscars längst nicht mehr wegzudenken. Im vergangenen Jahr gewann das Netflix-Drama «Roma» des Mexikaners Alfonso Cuarón drei Oscars. Das Werk wurde als bester nicht-englischsprachiger Film, für die beste Regie und beste Kamera ausgezeichnet. Vielleicht schafft es Netflix in diesem Jahr sogar, die Top-Sparte «Bester Film» für sich zu entscheiden - dort sind «The Irishman» und «Marriage Story» im Rennen. Mit insgesamt 24 Nominierungen für seine Produktionen ist Netflix aber schon jetzt ein Gewinner: Kein anderes Studio konnte sich in diesem Jahr so viele Nominierungen sichern.

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