Paderborner Regisseurin hat Udo Lindenbergs Leben verfilmt
Der westfälische Traum

Paderborn/Hamburg (dpa). Wenn eine Ostwestfälin und ein Westfale, die mittlerweile beide in Hamburg leben, etwas gemeinsam anpacken, kann das nur gelingen.

Donnerstag, 09.01.2020, 05:30 Uhr aktualisiert: 09.01.2020, 07:40 Uhr
Die aus Paderborn stammende Hermine Huntgeburth (hier mit Udo Lindenberg bei der Premiere) hat den Film gedreht. Foto: dpa

Die in Paderborn geborene und aufgewachsene Regisseurin Hermine Huntgeburth (62) hat das Leben des gebürtigen Münsterländers Udo Lindenberg verfilmt. In die Kinos kommt „Lindenberg! Mach dein Ding“ am Donnerstag nächster Woche, 16. Januar. Weltpremiere war am Dienstagabend in Hamburg.

Der echte und der Film-Udo lagen sich in den Armen

Der echte Udo und der Film-Udo lagen sich in den Armen, und die Zuschauer standen auf, um beide zu feiern: Der Kinofilm über Deutschrocker Udo Lindenberg hat bei seiner Uraufführung in Hamburg das Publikum begeistert. Minutenlang gab es Beifall und Jubel für die Filmcrew rund um Hauptdarsteller Jan Bülow und Regisseurin Hermine Huntgeburth, vor allem aber für Lindenberg selbst. Der Film lief am Premierenabend in allen acht Sälen des Cinemaxx-Kinos.

„Mit einer solchen Liebe, so genial gemacht“, hatte Lindenberg vor der Vorführung das Werk gelobt. Der Film zeige, dass „alles geht“. Das sei der „westfälisch-amerikanische Traum“, erklärte der 73-Jährige, der in Gronau in Westfalen geboren wurde. „Leute, ich fühle mich sehr geehrt“, sagte er später auf der Bühne. Die Zeitreise auf der Leinwand, die von seiner Kindheit über die Anfänge als Schlagzeuger bis zur ersten Showtreppe für den Sänger reicht, habe ihn sehr bewegt. „Ich hatte einige Tränen hinter meiner Sonnenbrille“, erzählte er, „Tränen der Betroffenheit, aber auch der Entzückung und der Freude“.

Jan Bülow spielt Udo Lindenberg in dem Film “Lindenberg! Mach dein Ding!”, der am 16. Januar in die Kinos kommt. Bei der Premiere in Hamburg ist auch beim Titelhelden so manche Träne geflossen.

Jan Bülow spielt Udo Lindenberg in dem Film “Lindenberg! Mach dein Ding!”, der am 16. Januar in die Kinos kommt. Bei der Premiere in Hamburg ist auch beim Titelhelden so manche Träne geflossen. Foto: Gordon Timpen/DCM/dpa

Der 23-jährige Bülow, Hauptdarsteller des mehr als zwei Stunden dauernden Künstlerporträts, erntete nicht nur den stürmischen Applaus der Zuschauer, sondern auch viel Lob von Lindenberg. „Er spielt das auf seine Weise – nicht als Kopie“, sagte der Musiker vor der Premiere. Aber weil sie sich so ähnlich seien, könne er das „1000 Pro“ rüberbringen. Auf der Bühne gab es dann noch mal ganz spezielle Komplimente von Udo für „Udo“. „Du bist genauso ein schüchterner Junge wie ich auch, ein bisschen verklemmt, ein bisschen scheu, und du hattest so richtig Spaß am Scheiße bauen und durchdrehen“, sagte der Musiker grinsend, bevor sich beide nach bereits einigen Freudentänzchen noch mal umarmten.

Lindenberg ließ Huntgeburth viele Freiheiten

Auch Regisseurin Huntgeburth („Neue Vahr Süd“, „Die weiße Massai“) ist von Bülow begeistert: Sie habe lange nach einem passenden Schauspieler gesucht. „Der muss ein Rocker-Gen haben, Anarchismus, aber er muss auch sexy sein. Und das alles vereint Jan Bülow.“ Huntgeburth selbst habe sowohl das Genre als auch die Person zu dem Film motiviert: „Udo ist lebende Geschichte“, sagte die 62-Jährige. „Mich hat die Kombination aus Biopic und Musikfilm gereizt.“ Zudem habe Lindenberg ihr viele Freiheiten gelassen. Auch Bülow schwärmte von der Zusammenarbeit mit dem Deutschrocker: „Er hat mir sofort das Vertrauen gegeben und ich mochte ihn von Sekunde eins.“ Er sei generell ein Musikfilmfan. Auch der Udo von heute ist auf der Leinwand – ihm gehört der letzte Auftritt mit dem Titelsong „Niemals dran gezweifelt“.

Junger Jazz-Schlagzeuger aus der westfälischen Provinz

1968 kam Lindenberg als Tramper nach Hamburg. Gegen alle Widerstände setzte sich der junge Jazz-Schlagzeuger aus der westfälischen Provinz mit deutscher Rockmusik durch. Heute gehören „Alles klar auf der Andrea Doria“, „Horizont“, „Mädchen aus Ostberlin“ und „Sonderzug nach Pankow“ zu Deutschrock-Klassikern. Seit Mitte der 90er lebt Lindenberg im Hotel „Atlantic“ an der Außenalster und hat mit der „Panikcity“ ein kleines Lindenberg-Universum auf St. Pauli eröffnet.

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