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Staatsoper in Prag wird nach drei Jahren wiedereröffnet

Die Geschichte der Prager Staatsoper verbindet Deutschland und Tschechien. Nun öffnet die Spielstätte nach fast dreijähriger Generalsanierung wieder ihre Türen - auf den Tag genau 132 Jahre nach ihrer Eröffnung als Neues Deutsches Theater.

Freitag, 03.01.2020, 16:47 Uhr aktualisiert: 03.01.2020, 16:52 Uhr
In alter Pracht und Schönheit: Nach knapp dreijähriger Renovierung wird die Staatsoper wiedereröffnet. Foto: Michal Kamaryt

Prag (dpa) - Nach knapp dreijähriger Renovierung wird die Staatsoper in Prag an diesem Sonntag wiedereröffnet. Zu einem Galakonzert am Abend werden der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis, Ungarns Regierungschef Viktor Orban und zahlreiche geladene Gäste aus Kultur und Gesellschaft erwartet.

Die tschechische Regisseurin Alice Nellis und der deutsche Dirigent Karl-Heinz Steffens führen mit ausgewählten Opernarien durch die wechselvolle Geschichte des Hauses. Zu hören sein werden unter anderem Passagen aus Richard Wagners «Tannhäuser», Leos Janaceks «Jenufa» und Hans Krasas «Verlobung im Traum». Die Aufführung wird auf eine Videoleinwand im Freien übertragen.

Die Bühne war am 5. Januar 1888, also vor genau 132 Jahren, als Neues Deutsches Theater eröffnet worden. Nach der Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Haus in Smetana-Theater umbenannt. Seit 1992 firmiert die Bühne als Staatsoper Prag, gehört aber seit sieben Jahren organisatorisch zum tschechischen Nationaltheater. Die Generalsanierung kostete umgerechnet knapp 51 Millionen Euro - ursprünglich waren rund 36 Millionen Euro veranschlagt worden.

Deutschland wird bei der Eröffnungsgala von Kulturstaatsministerin Monika Grütters vertreten. «In der Prager Staatsoper sind die deutsche, tschechische und europäische Kulturgeschichte eng miteinander verflochten», erklärte die 57-Jährige am Freitag. Die Tradition des Neuen Deutschen Theaters wirke bis heute nach.

Auf dem weiteren Besuchsprogramm der CDU-Politikerin stehen auch ein Besuch der Gedenkstätte Theresienstadt und ein Arbeitstreffen mit dem tschechischen Kulturminister Lubomir Zaoralek. Das Auswärtige Amt unterstützt ab diesem Jahr das Projekt «musica non grata», das mit Aufführungen an drei Prager Opernbühnen über vier Jahre an Komponisten erinnern soll, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. 

Der aus Trier stammende Karl-Heinz Steffens ist seit August unter dem norwegischen Operndirektor Per Boye Hansen neuer Musikdirektor der Staatsoper Prag. Die mehr als 1000 Sitzplätze der Spielstätte unweit des zentralen Wenzelsplatzes verfügen neu über individuell einstellbare Untertitel-Displays. Modernen Ansprüchen gerecht werden nun auch die Belüftungs- und Bühnentechnik sowie die Einrichtungen im Hintergrund wie die Proberäume.

Das Opernhaus besticht durch seine kunstvolle Inneneinrichtung im Stil des Neorokoko und die ausgezeichnete Akustik. Als ein Höhepunkt gilt der neue Bühnenvorhang, eine Nachbildung des in den Kriegswirren verlorenen Originalwerks des österreichischen Malers Eduard Veith (1858-1925) anhand von zeitgenössischen Fotografien.

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