Freundeskreis finanziert Erwerb der „Marktszene“ des niederländischen Meisters Pieter Aertsen
Glücksgriff bei Auktion: Regionalmuseum Schloss Brake erwirbt Renaissance-Gemälde

Lemgo (WB/dpa). Dank eines Glücksgriffs bei einer Auktion hat das kleine Regionalmuseum Schloss Brake in Lemgo ein fast 500 Jahre altes, kunsthistorisch bedeutsames Renaissance-Gemälde erworben.

Donnerstag, 05.12.2019, 16:23 Uhr aktualisiert: 05.12.2019, 16:28 Uhr
Das Handout zeigt das Werk «Marktszene» des niederländischen Meisters Pieter Aertsen (ca. 1509-1575). Dank eines Glücksgriffs bei einer Auktion hat das kleine Regionalmuseum Schloss Brake in Lemgo ein fast 500 Jahre altes, kunsthistorisch bedeutsames Renaissance-Gemälde erworben. Foto: dpa

Museumsleiterin Vera Lüpkes stellte am Donnerstag das Werk „Marktszene“ des niederländischen Meisters Pieter Aertsen (1509-1575) vor. Finanziert worden sei der Ankauf des 0,69 mal 1,12 Meter großen Ölgemäldes durch den Freundeskreis des Museums, sagte Lüpkes. Die Kosten lägen im vierstelligen Bereich. Nach der Kleidung der abgebildeten Figuren sei die Marktszene in Bremen angesiedelt.

Die meisten Werke von Aertsen sind zerstört worden

Von den zahlreichen Werken des Niederländers seien die meisten zerstört worden. In öffentlichen Museen zugänglich sei nur noch ein weiteres Bild - im kunsthistorischen Museum in Wien.

Künstler zu Lebzeiten im 16. Jahrhundert populär

Die gebürtige Amsterdamer Aertsen, der als freier Maler von 1535 bis 1555 in Antwerpen arbeitete, gelte als Erfinder rein weltlicher Marktszenen und sei deshalb zu Lebzeiten im 16. Jahrhundert populär und berühmt gewesen, sagte Lüpkes. Er entdeckte damals eine „Marktlücke“, als er begann, Szenen aus dem Bauernleben zu zeichnen. Darin thematisierte er auch wirtschaftliche und soziale Ungleichheiten des 16. Jahrhunderts, hieß es. Viele von Aertsen Altarbildern wurden demnach durch Bilderstürme vernichtet oder in späteren Kriegen zerstört.

Gemälde ist ab sofort in Dauerausstellung zu sehen

Das Weserrenaissance-Museum gibt einen Überblick über die Kunst- und Kulturgeschichte des 16. und frühen 17. Jahrhunderts. In den vergangenen Jahren haben die 130 Mitglieder des Freundeskreises mehrere Werke namhafter Künstler der Renaissance wie Albrecht Dürer, Hans Vredeman de Vries und Philips Wouwerman angekauft, wie es hieß. Das neu erworbene Gemälde von Pieter Aertsen ist ab sofort in der Dauerausstellung des Museums zu sehen.

 

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