Münster zeigt mehr als 100 Bilder von William Turner und seinen Zeitgenossen
Im Meer des Lichts

Münster (WB/epd). Mit einer langen Museumsnacht wird an diesem Freitag die große William-Turner-Ausstellung »Horror and Delight« (Schrecken und Vergnügen) im Museum für Kunst und Kultur in Münster eröffnet.

Mittwoch, 06.11.2019, 05:20 Uhr
Das »italienische Licht« beeinflusste William Turners Malweise nachhaltig. Nach einer seiner Venedig-Reisen malte er die Seufzerbrücke. Foto: Sam Drake/TB Studio

Die Schau ist nach dem von Turners Zeitgenossen empfundenen »Delightful Horror« benannt, der sich einstellte, wenn sie in ihrer warmen Stube mit wohligem Schauer auf die Gefahren blickten, die in Turners Bildern aufscheinen – wilde Kämpfe auf schmalem Terrain in alpinen Geröllschluchten (»The Battle of Fort Rock«), Lawinenabgänge (»The Fall of an Avalanche in the Grisons« – Lawinenabgang in Graubünden), Schiffbruch auf hoher See.

Letzte Turner-Schau in NRW vor fast 20 Jahren

Es ist fast 20 Jahre her, dass Turner in NRW in einer großen Schau gewürdigt wurde. Münster zeigt die Entwicklung seiner Kunst. Zu seiner Zeit wurde sein Malstil, der spätestens nach seiner erster Italienreise ein nie zuvor gesehenes Licht über die Motive goss, oft verspottet. Längst aber feiert man ihn als Künstler, der die Landschaft zum eigenständigen Motiv erhob. »Die Faszination ist ungebrochen«, sagte Matthias Löb, Direktor des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL), zur Eröffnung der Ausstellung. »Turners Bilder berühren, weil sie die Schönheit und Gewalt der Natur lebensecht wiedergeben.«

Sonderschau bis 26. Januar geöffnet

Die Sonderschau zu Turners (1775-1851) Werk – auch Bilder von Zeitgenossen die ihn beeinflusst haben, sind zu sehen – ist bis zum 26. Januar geöffnet. Im Mittelpunkt stehen die sechs Reisen des Künstlers in die Schweiz (zwischen 1802 und 1845) und nach Italien (1819, 1828/29, 1833 und 1840). Der Maler, Aquarellist und Zeichner aus dem Londoner Stadtteil Covent Garden, einer der bedeutendsten Vertreter der Romantik, machte seine Reisen zur Grundlage seines Schaffens. Schon der junge Turner, der bereits mit 21 Jahren von seiner Kunst leben konnte und mit 32 an der renommierten Royal Academy eine Professur für Perspektive erhielt, wollte mit eigenen Augen sehen, was er später malte, die Berge, die See, die von Menschen geschaffene Architektur – Venedig! –, wollte die Kräfte der Natur hautnah spüren.

Programm mit fünf Rundgängen bis Mitternacht

Zur Eröffnung am Freitag können die Besucher an fünf Rundgängen durch die Sonderschau teilnehmen. Das Programm bis Mitternacht bietet Musik und Videokunst-Perfomance sowie eine Rätseltour. Der Eintritt zur Museumsnacht ist frei. Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags/feiertags von 10 bis 18 Uhr, am Langen Freitag (2. Freitag im Monat) bis 24 Uhr; der Eintritt an diesem Tag ist ab 18 Uhr frei.

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