Album der Sazerac Swingers ertönt im Lufthansa-Flieger – Festival für 1200 Besucher geplant
Gütersloher Jazz im Höhenflug

Gütersloh (WB). Die Jazzband »The Sazerac Swingers« aus Gütersloh hat eine Quelle für potenziell mehr als zehn Millionen neue Hörer im Jahr gefunden. So viele Passagiere befördert die Lufthansa laut Pressesprecher Jörg Waber nämlich auf ihren Interkontinental-Flügen.

Samstag, 06.04.2019, 04:00 Uhr
Zur Band zählen Lars Bechstein (von links), Max Oestersötebier, Musina Ebobissé, Emily Rault, Christian Altehülshorst, Roger Clarke-Johnson und Georg Kirschner. Foto: Christoph Weigel

An Bord gehört das Album »Put The Jazz Back in Jazz« seit kurzem zum guten Ton. New York, Rio de Janeiro, Johannesburg, Hongkong oder Delhi – auf Flügen zu diesen Zielen, können Passagiere über »Inflight-Entertainment« ein großes Unterhaltungsprogramm abrufen. Seit März zählt auch das Album vom Jazz mit Wurzeln in Ostwestfalen dazu.

»Für uns ist das eine Riesensache, dass wir an Bord der Lufthansa gehört werden können«, schwärmt Gitarrist und Sänger Max Oestersötebier. Befragt nach dem Genre, spricht der 38-Jährige gern mal vom Jazz made in »Güterslohisiana«.

Jazzband hat ganz klein begonnen

In der Dalkestadt ist die Gruppe, die sich neben dem traditionellen Jazz vor allem der New Orleans Music verschrieben hat, schließlich im Jahr 2012 gegründet worden. »Unseren ersten öffentlichen Auftritt hatten wir auf dem Schinkenmarkt in Gütersloh. Davor haben wir vor fünf, sechs Leuten im Lokal meiner Frau gespielt«, erinnert sich Bandleaeder Oestersötebier, gebürtiger Gütersloher.

Das Album »Put The Jazz Back in Jazz!« gehört bei Lufthansa zum Unterhaltungsprogramm an Bord.

Das Album »Put The Jazz Back in Jazz!« gehört bei Lufthansa zum Unterhaltungsprogramm an Bord.

Aktuell brechen seine Sazerac Swingers mal wieder in neue Dimensionen auf: Das Ziel, die legendäre Unbeschwertheit vom Golf von Mexiko nach Europa zu transportieren, haben die 13 Musiker nun noch mehr verwirklicht. Der Lufthansa sei Dank, denn jetzt erklingen 18 Stücke mit ostwestfälischer Einfärbung über den Wolken des Atlantik.

»Unser Album dauert gut 75 Minuten und bleibt für sechs Monate an Bord der Langstreckenflüge«, erklärt Oestersötebier, »das Programm stellt eine Firma namens Spafax zusammen, die unser Plattenlabel IRMI kontaktiert und gefragt hat, ob sie es aufnehmen dürfen.«

Sie durften. Geld gibt es dafür nicht, aber eine schon jetzt spürbare Steigerung des Bekanntheitsgrades. Dieser Tage trudeln immer wieder Fotos, Kommentare und »Likes« über Facebook ein.

Sazerac Swingers veranstalten 15-stündiges Jazzfestival

Dr. Joachim Feldkamp, Chefarzt am Bielefelder Klinikum »und im übrigen ein begeisterter Swingtänzer«, so Oestersötebier, hätte auf dem Flug von Frankfurt nach New Orleans das in den Süden der Vereinigten Staaten entführende Album gehört. Party-Swing, Prä-Bop oder auch die 14-minütigen Ballade ist Stephan Grawe, seines Zeichens Keyboarder der legendären »Jazzkantine«, dagegen während der Reise von Los Angeles nach München zur Ohren gekommen.

An Bord der Lufthansa hören die Passagiere Lieder der Gütersloher Jazzband »The Sazerac Swingers«.

An Bord der Lufthansa hören die Passagiere Lieder der Gütersloher Jazzband »The Sazerac Swingers«. Foto: dpa

Seine Begeisterung reichte gar soweit, dass die »Kantine« erwägt, im Jahr 2020 an einem 15-stündigen Jazzfestival der Sazerac Swingers teilzunehmen, das in diesem Jahr am 27. April mit 60 Künstlern seine Premiere in der Klosterpforte in Marienfeld feiert. »Wir haben dort Platz für 1200 Besucher. Es gibt Konzerte von 13 bis fünf Uhr morgens. Das wird ein ganz großes Ding«, freut sich Max Oestersötebier auf das Mega-Jazzfest.

Konzerte in OWL sind selten

Aktuell spielen seine Sazerac Swingers etwa 70 Konzerte im Jahr. In Ostwestfalen-Lippe ist die Gruppe selten unterwegs. »Auch, um sich nicht zu verheizen«, wie Oestersötebier sagt. Im Rahmen der Album-Release-Tournee war die Band im Januar erstmals seit drei Jahren wieder in Bielefeld im prall gefüllten Bunker Ulmenwall.

Im Sommer stehen wieder Auslandstourneen an, darunter zwei Wochen in Frankreich. »Und erstmals geht es über Pfingsten nach Polen. Später folgen Spanien und die Schweiz«, verrät Oestersötebier. Auf einen Bonus in Sachen Flugkomfort muss die Band bei den Anreisen aber trotz ihrer guten Verbindungen zur Lufthansa verzichten. Max Oestersötebier: »Die Lufthansa bringt uns nicht günstiger auf unsere Tour. Noch müssen wir mit Easy-Jet fliegen...«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6521968?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2509831%2F2198346%2F
Flughafen Paderborn-Lippstadt steht vor der Insolvenz
Der Flughafen Paderborn-Lippstadt in Büren-Ahden im Kreis Paderborn. Foto: Jörn Hannemann
Nachrichten-Ticker