Der King of Rock 'n' Roll starb vor 40 Jahren Elvis Presley: Pulsgeber für alle nachfolgenden Rocker

Memphis  (WB). Auch wenn manch’ ein Verschwörungstheoretiker das Gegenteil behauptet: Elvis Presley ist tot. Er starb vor 40 Jahren am 16. August 1977. Aber der Mythos rund um den King of Rock 'n' Roll lebt anlässlich des 40. Todestags wie nie zuvor.

Von Klaus Gosmann
Elvis starb vor 40 Jahren, doch seine Musik lebt weiter.
Elvis starb vor 40 Jahren, doch seine Musik lebt weiter. Foto: dpa

Leben ‘n’ Hits

Im Januar 1956 erscheint der erste Nummer-eins-Hit »Heartbreak Hotel«. Hier lesen Sie mehr zu den wichtigen Meilensteinen im Leben des Kings.

Doch wie kam es, dass ein in sehr bescheidenen Verhältnissen in Tupelo und Memphis aufgewachsener Junge später – mit Anfang 20 – durch Hits wie »Hound dog« zum Superstar aufsteigen konnte? Elvis Presley war zur rechten Zeit (in der ersten Hälfte der 1950er Jahre) am rechten Ort (in Sam Phillips’ Tonstudio Memphis Recording Service).

Hatte doch Phillips, der auch Gründer der Plattenfirma Sun Records war, prognostiziert: »Wenn ich einen Weißen mit der Stimme und dem Feeling eines Schwarzen finden könnte, wäre ich Millionär.« Mit Elvis hatte er das Rohjuwel gefunden: Der gut aussehende junge Mann war mit Countrymusik aufgewachsen, mochte aber auch den Blues, wie er auf der Beale Street in Memphis (US-Bundesstaat Tennessee) gespielt wurde.

Hüftschwung als Akt der Rebellion

Elvis Aaron Presley mochte im persönlichen Umgang schüchtern gewesen sein, auf der Bühne war er das Gegenteil: ein Naturtalent, dessen Hüftschwung zwar als Akt der Rebellion verstanden wurde – dennoch erkannte sein Manager »Colonel« Tom Parker schon früh, dass man seinen Schützling genauso gut als perfekten Schwiegersohn vermarkten konnte.

Rebellion ja, aber nur in homöopathischen Dosen: Konsequenterweise absolvierte der aufstrebende Jungstar, nachdem er zum Musikbranchenriesen RCA gewechselt war, zunächst brav und öffentlichkeitswirksam als Private Presley seinen Wehrdienst.

Verheizt in den 60ern

In Hollywood wollte er sich später als Charakterdarsteller etablieren, wurde dort aber in den 60ern in belanglosen Filmen mit selbst erklärenden Titeln wie »Kurven-Lilly« vor toller Kulisse mit attraktiven Kolleginnen verheizt, um sich 1968 nochmal kurz als stylisher Rock’n’Roller in enger Lederkluft einem Millionen-Fernsehpublikum zu präsentieren.

Danach mutierte er – zumindest in den Augen der Kritiker – immer mehr zur Karikatur seiner selbst. Er legte an Gewicht zu und wandte sich – noch bestens bei Stimme – zunehmend der Musik seiner Kindheit zu: dem Gospel.

Elvis, der Normalo

Interessanterweise erfreut sich beim Publikum auch der »späte«, aufgedunsene Elvis der 70er Jahre in den viel zu engen Jumpsuit-Einteilern größter Beliebtheit. Kein Zufall, denn der Sänger bot immer auch Identifikationsmöglichkeiten für seine Fans: als jemand aus dem Volke, bei dem sich Erdnussbutter-Bananen-Sandwiches genauso negativ in der Hüftspeckbilanz niederschlugen wie bei jedem Normalo. Ein Charakter mit Stärken und Schwächen: großzügig, humorvoll, aber auch aufbrausend.

Viel zu früh im Alter von 42 Jahren hörte das Herz des Sängers, dessen erster großer Hit »Heartbreak Hotel« war, zu schlagen auf – aber der unwiderstehliche Beat, den er mit seinen Begleitern aus Sun-Records-Zeiten Scotty Moore (Gitarre), D.J. Fontana (Schlagzeug) und Bill Black (Bass) in die Welt pumpte, wurde zum Pulsgeber aller nachfolgenden Musikergenerationen.

Elvis-Fieber in Bad Nauheim

Im Umfeld von Presleys 40. Todestag wird die Erinnerung an ihn mit jeder Menge Veranstaltungen aufrecht erhalten – vor allem in den USA. In Tupelo, Mississippi, wo er am 8. Januar 1935 geboren wurde, wandelten im Elvis Presley Birthplace Museum beim »Elvis Week Kick-off Concert« auf den Spuren ihres Idols.

Auch in Deutschland steigt das Elvis-»Fever« – im hessischen Bad Nauheim und Friedberg, wo Elvis einen Großteil seiner Militärzeit verbracht hat. Vom 18. bis 20. August wird dort wieder das »European Elvis Festival« gefeiert.

Auf dem Programm stehen neben diversen Konzerten auch Partys, Musik-Wettbewerbe, Elvis-Filme oder Führungen. Oldtimer und Modeschauen sollen dazu beitragen, das Lebensgefühl der 1950er und 1960er Jahre in der Stadt zu verbreiten.

Das Schild in der Nähe von Elvis Presleys Graceland-Anwesen zeigt ein John-Lennon-Zitat: »Vor Elvis war nichts.« Foto: Klaus Gosmann

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