Die »Duckomenta« in Hamburg erzählt mit Enten eine alternative Weltgeschichte Einstein und Mona Lisa tragen Schnabel

Hamburg (WB). Was wäre, wenn nicht Menschen, sondern Enten Weltgeschichte geschrieben hätten? Dieser Frage widmet sich mit einem Augenzwinkern die »Duckomenta«, die seit Juni im Archäologischen Museum Hamburg zu sehen ist.

Von Mike-Dennis Müller
Albert Duckstein streckt die Zunge heraus.
Albert Duckstein streckt die Zunge heraus. Foto: Mike-Dennis Müller

Che Duckevara kämpfte einst für die Unabhängigkeit der Enten. Riesige Skulpturen in Ägypten setzten den Enten-Herrschern ein Denkmal. Auch die Duckfretete kündet von der großen Verehrung des ägyptischen Entenvolkes für ihre Königin. Und die Dinosaurier vor Millionen von Jahren? Die hatten natürlich auch alle Schnäbel.

Es fällt nicht leicht, sich bei den liebevoll gestalten Werken in der Ausstellung zusammenzureißen. Viele Besucher in den zwei Gebäuden des Museums in Hamburg-Harburg versuchen das auch gar nicht erst, sondern lachen lieber begeistert zwischen Albert-Duckstein-Gemälde und der legendären Eismumie »Dötzi«.

Resonanz ist bisher groß

Hunderte Menschen haben sich die Ausstellung bereits angesehen. »Die Duckomenta ist für uns ein richtiger Kassenschlager«, schwärmt auch Museumssprecherin Beate Trede. Die Resonanz auf die Wanderausstellung, die noch bis zum Februar des kommenden Jahres dort zu sehen sein wird, sei überaus positiv. »Viele der Besucher schreiben uns in unser Gästebuch, wie begeistert sie von der Ausstellung sind. Da sind auch ganz kreative Beitrage dabei«, freut sie sich.

Die »MomEnte der Weltgeschichte«, wie der Untertitel der Ausstellung lautet, sind unheimlich detailverliebt gestaltet. Es gibt kaum ein berühmtes Gemälde oder eine bekannte Skulptur, die von den Machern nicht aufs Korn genommen wurden. Über das einfache Einfügen eines Schnabels in Bilder oder an Figuren geht die kreative Leistung der Schöpfer oft weit hinaus. Zu den Höhepunkten gehört etwa die Trojanische Ente.

200 Enten-Exponate in Hamburg

Erschaffen haben dieses gefiederte Paralleluniversum die Künstler der Berliner Gruppe »interDuck«. Schon seit 1986 beschäftigen sie sich mit der Enten-Materie. Das Projekt »Duckomenta« ist mittlerweile 500 Exponate stark und als Wanderausstellung unterwegs durch ganz Europa. In Hamburg sind 200 der Stücke zu sehen. Einzelne wurden extra mit Bezug zu Geschichte der Hansestadt geschaffen und werden hier erstmals ausgestellt.

Auch die jüngere Geschichte des vergangenen Jahrhunderts kommt in der Ausstellung, die sich auf zwei Gebäude des Museums aufteilt, nicht zu kurz. Stilrichtungen, Bürgerbewegungen und Ikonen der Popkultur werden aufs Korn genommen. Lenin und Marylin Monroe sind dabei, aber auch Werke Picassos.

Die Ausstellung »Duckomenta – MomEnte der Weltgeschichte« ist noch bis 4. Februar 2018 im Archäologischen Museum Hamburg zu sehen. Geöffnet sind die beiden Ausstellungsgebäude dienstags bis donnerstags, jeweils von 10 bis 17 Uhr.

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