Aus aller Welt / Kultur Auftakt macht trotz 0:2 Mut: Arminias Trainer Krämer ist vom Klassenerhalt überzeugt

Fürth/Bielefeld (WB). Viel geschlafen hat Arminia Bielefelds Trainer Stefan Krämer in der Nacht nach seinem Zweitligadebüt nicht. »Ich habe mir das Spiel nochmal angeschaut«, sagte der Coach. Zwei Erkenntnisse bleiben nach dem 0:2 bei Absteiger Greuther Fürth haften.

»Unsere Niederlage ist leicht zu erklären: Wir haben einfache Fehler gemacht und unsere Chancen nicht genutzt. Für uns wäre ein Punkt drin gewesen, den haben wir aus besagten Gründen nicht geholt. Das ist umso ärgerlicher, weil wir in dieser Liga um jeden einzelnen Zähler hart kämpfen müssen«, führte Krämer aus. Statt der Eins steht auf der Habenseite nach dem ersten Spieltag die Null. Im Bus auf der Rückfahrt habe Sonntagabend lange »eine gedämpfte Stimmung geherrscht«, verriet der Trainer. »Die Jungs haben sich über die verpasste Chance geärgert, aber sie haben auch gemerkt, dass sie in der 2. Liga mithalten können. Das ist das Positive, das wir aus der Niederlage mitnehmen können«, sagte Krämer, der voller Überzeugung hinzufügte: »Der Klassenerhalt wird schwer, aber wir schaffen das!«
Als Aufsteiger sei man eben Lehrling, und Lehrgeld mussten die Arminen in Fürth in den ersten 25 Minuten eine Menge zahlen. Dritte Minute 0:1, elfte Minute 0:2 – die Partie war früh entschieden. Fehler werden in der neuen Liga schneller und härter bestraft, mussten die Arminen erfahren. Das Kuriose: Bielefeld hätte trotz des desolaten Beginns nicht verlieren müssen. »Ich kann mich an kein Spiel in der 3. Liga erinnern, in dem wir auswärts fünf so klare Chancen hatten. Von meinen zwei Dingern muss ich auch mindestens einen reinmachen«, äußerte Stürmer Fabian Klos Selbstkritik.
Die zweite Hälfte hatten die Gäste dominiert. Eine laute Pausenansprache sei dafür nicht nötig gewesen, sagte Krämer gestern: »Es ist nicht meine Art, rumzubrüllen. Ich muss den Spielern Möglichkeiten aufzeigen, wie sie es besser machen können und versuchen, ihnen zu helfen.« Das klappte, mit einem Punkt wurde es trotzdem nichts mehr. Er habe aber »das Gefühl, dass wir uns in die Liga reinbeißen werden«.
Nun kommt es darauf an, dass die Spieler schnell ihren Respekt ablegen und die richtigen Lehren ziehen. Schon am Freitag geht es weiter, mit Union Berlin kommt ein ebenso wie Fürth hochgehandelter Klub zum Heimdebüt in die Schüco-Arena. Der DSC rechnet mit 15 000 Zuschauern. Fast 19 000 Fans sahen am Sonntag in Berlin-Köpenick, wie Union den Auftakt vergeigte und gegen den VfL Bochum 1:2 verlor. Damit hatte auch Stefan Krämer nicht unbedingt gerechnet. »Union hat sicher hohe Ansprüche, jetzt müssen sie bei uns schon eine Reaktion zeigen«, vermutet der 46-Jährige.
Eine Reaktion wollen am Freitag auch die Arminen zeigen. »Wir müssen von Beginn an so mutig auftreten wie in der zweiten Halbzeit in Fürth, da waren wir spielbestimmend«, sagte DSC-Sportchef Samir Arabi. Die Mannschaft habe gezeigt, dass man auch als Aufsteiger bei einem Absteiger zu einigen klarsten Chancen kommen könne. »Fürth hat die Chancen genutzt, wir nicht, das sind die Unterschiede«, erklärte Arabi.

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