In der Region gibt es Widerstand gegen Ausbaupläne – Frank Schäffler (FDP) ist dafür
Wie schnell soll die Bahn werden?

Berlin/Minden (WB). Im Streit um den Sinn eines teuren Bahnstreckenausbaus bei Porta Westfalica wollte die SPD-Bundestagsabgeordnete Marja-Liisa Völlers aus Bückeburg (Landkreis Schaumburg) wissen, ob der trassennahe Ausbau der bestehenden Strecke noch verfolgt werde.

Montag, 04.03.2019, 05:50 Uhr aktualisiert: 05.03.2019, 12:56 Uhr

In einer Fragestunde des Bundestages sagte Enak Ferlemann (CDU), Beauftragter der Bundesregierung für den Schienenverkehr: »Die Maßnahme zum Ausbau der Bahntrasse Hannover-Bielefeld dient überwiegend Reisezeitersparnissen. Diese können allerdings nicht durch einen Ausbau der Bestandsstrecke generiert werden.«

Lothar Ibrügger, von 1998 bis 2000 Parlamentarischer Staatssekretär der SPD im Bundesverkehrsministerium, lehnt Beschleunigungspläne ab. »Ich verwahre mich gegen Hochgeschwindigkeitsphantasien für eine privilegierte Klientel, die schnell von Köln nach Berlin fahren möchte«, sagte der Verkehrspolitiker aus Minden dem WESTFALEN-BLATT. »Solche Strecken sind ein Fetisch zulasten von täglich sieben Millionen Bahnpendlern in der Metropolregion Hannover und in Ostwestfalen-Lippe. Eine neue Trasse von Bielefeld nach Hannover rechnet sich zu keinem Zeitpunkt. Das wäre volkswirtschaftlich Unsinn«, sagt Ibrügger: »Der Deutschland-Takt ist kein Kabinettsbeschluss.« Außerdem gebe die Topografie eine solche Strecke nicht her. Wenn überhaupt, käme das Flachland entlang des Mittellandkanals in Betracht und der Bahnhof in Hamm müsste von Osnabrück aus erreicht werden.

Im Gegensatz dazu könnte sich der FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler (Bünde, Kreis Herford) eine neue Strecke vorstellen: »Die Trasse hätte durchaus Charme, weil sie die Bahn schneller machen würde. Außerdem würde eine neue Trasse speziell für schnelle Verbindungen die bestehende Strecke entlasten.«

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