Elisabeth Wurms, Chefin des Safarilandes Stukenbrock, erinnert sich an die Magier Siegfried und Roy
In magischer Freundschaft verbunden

Schloß Holte-Stukenbrock (WB) -

Als zum Tod von Siegfried Fischbacher eine Hommage an die berühmten Magier „Siegfried & Roy“ im Fernsehen ausgestrahlt wurde, hat Elisabeth Wurms nicht nur um ihre beiden Freunde getrauert.

Montag, 18.01.2021, 17:10 Uhr aktualisiert: 18.01.2021, 17:20 Uhr
Fritz Wurms mit Siegfried und Roy im Safaripark Stukenbrock. Foto: Karl Stroese

„Das war sehr emotional, weil Fritz den Angriff des weißen Löwen auf Roy Horn 2003 kommentiert hat.“ Fritz Wurms, im Januar 2019 verstorbener Chef des Safarilandes Stukenbrock, galt als ausgewiesener Raubkatzen-Experte. Das Ehepaar Wurms war mit den Magiern freundschaftlich verbunden. Eine Freundschaft, die 1995 begann. Ein Jahr später weihten die Magier das Weiße-Löwen-Gehege im Safaripark Stukenbrock ein. Heute hat das Safariland Stukenbrock weltweit die größte Zucht weißer Löwen und Tiger.

Fritz Wurms war schon immer Fan von Las Vegas, der Stadt der Shows. „Wir waren bestimmt fünf oder sechs Mal da“, sagt Elisabeth Wurms. 1995 hatte Fritz Wurms die Idee, weiße Löwen zu züchten und die Artvariante so vor dem Aussterben zu schützen. „Zu der Zeit hatte Roy schon junge weißen Löwen, die allerdings noch nicht in der Show gezeigt worden sind. Er hat sie mir als erste gezeigt“, sagt sie. Denn das Ehepaar Wurms saß in der Show und ist von den Magiern, mit denen sie einmal gesprochen hatten, erkannt worden. „Roy führte mich in das Schlafzimmer, wo die sechs oder sieben Monate alten Tiere frei herumliefen.“ Fritz Wurms habe den Magiern erst zwei Tage später erzählt, was er vorhabe. „Wir wussten nicht, wie sie darauf reagieren.“ Die beiden waren aber begeistert und sagten zu, zur Eröffnung des Weiße-Löwen-Geheges als Ehrengäste nach Stukenbrock zu kommen. „Ich habe die Flüge gebucht. Von Frankfurt nach Paderborn ging es in einem Privatjet.“ Der Besuch der beiden Magier im Juni 1996 war in der Region das mediale Ereignis schlechthin.

Briefe von Siegfried und Roy

Briefe von Siegfried und Roy Foto: Monika Schönfeld

Im September des gleichen Jahres sind Fritz und Elisabeth Wurms mit zwei jungen weißen Tigern in der Transportbox nach Las Vegas geflogen. Ein Geschenk für Siegfried und Roy. „Im Hotel am Flughafen Köln wollten wir Shahi und Shalimar aus der Transportbox holen. Fritz sagte den Fotografen, sie sollten erst fotografieren, wenn er die Tiger an der Leine habe. Ein Fotograf hat sich nicht daran gehalten und voll in die offene Box geblitzt. Die beiden Tiger haben sich erschreckt und sind ausgerissen. Als Fritz sie einfangen wollte, hat einer ihm die Hand durchbissen.“ Solch eine Wunde darf nicht genäht werden, musste er im Krankenhaus betonen. Das Personal dort wollte kaum glauben, was passiert war. „Die Fotos von damals zeigen Fritz mit der verbundenen Hand.“

Elisabeth Wurms (63), Chefin des Safarilandes Stukenbrock und Witwe des verstorbenen Fritz Wurms.

Elisabeth Wurms (63), Chefin des Safarilandes Stukenbrock und Witwe des verstorbenen Fritz Wurms. Foto: Monika Schönfeld

Mit der Stretchlimo sind Fritz und Elisabeth Wurms und die beiden Tiger zum „Bayrischen Garten“ gefahren worden. Siegfried und Roy hatten ihre deutsche Heimat zum Vorbild genommen, um in Las Vegas eine Kopie als Zuhause zu schaffen. „Roy hat für Siegfried am Eingang ein drei Meter hohes Kruzifix aufstellen lassen, einen Herrgottswinkel.“

Siegfried Fischbacher schmust mit einem Löwenbaby.

Siegfried Fischbacher schmust mit einem Löwenbaby. Foto: Karl Stroese

Die Familie Wurms und die Magier blieben in Kontakt. Aus „Little Bavaria – Home of the White Lions of Timbavati“ kam regelmäßig Post. „Lieber Fritz und Elli, herrliche Festtage and a wonderful Rutsch ins neue Year. In magischer Freundschaft Eure Siegfried & Roy“, heißt es 1996 handschriftlich in einer Mischung aus Deutsch und Englisch. Der Brief von 2013 ist am Computer entstanden, aber mit handschriftlichen Zusätzen von Roy, die kaum leserlich sind. Roy war nach seinem Unfall mit dem Löwen 2003 halbseitig gelähmt. Das merkt man seiner Handschrift an. „Roy war unglaublich, er hatte das Herz für die Tiere. Siegfried war der fürs Geschäftliche, der Organisierer und Planer. Und wenn sie nicht auf der Bühne standen, waren sie total normal und sehr herzlich.“

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