600 Wagen waren am Flughafen Münster/Osnabrück beschädigt worden Hybridauto löste Großbrand aus

Greven (WB). Der Verursacher des verheerenden Parkhausbrandes am Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) steht offenbar fest. Ein technischer Defekt an einem Hybridfahrzeug soll zum Feuer geführt haben. Bei dem Brand Mitte Oktober waren mehr als 600 Fahrzeuge betroffen.

Von Elmar Ries und Florian Weyand
Sachverständige untersuchen in einem Parkhaus am Flughafen Münster/Osnabrück ausgebrannte Autos.
Sachverständige untersuchen in einem Parkhaus am Flughafen Münster/Osnabrück ausgebrannte Autos. Foto: dpa

Nach Informationen unserer Zeitung ist der überwiegende Teil der mit der Untersuchung beauftragten Experten inzwischen davon überzeugt, dass ein abgestelltes Hybridfahrzeug das Feuer ausgelöst hat. Knapp die Hälfte der 600 betroffenen Fahrzeuge mussten damals abgeschleppt werden.

In einem nächsten Schritt werden Decken und Wände gereinigt, um einen Eindruck vom Zustand der Betonkonstruktion zu erhalten. Das Feuer hatte Temperaturen von 1000 Grad erreicht: Gutachter sollen nun ermitteln, inwieweit das Gebäude in Mitleidenschaft gezogen worden ist – und wie es saniert werden kann.

Zuletzt hatte sich die Spurensuche der Sachverständigen auf vier Fahrzeuge konzentriert, von denen eines den Brand ausgelöst haben soll. Die Fahrzeuge wurden beschlagnahmt. Die Experten sind sich inzwischen offenbar sicher, dass hierfür nur das Hybridfahrzeug in Frage kommt, heißt es aus Ermittlerkreisen. Ein Indiz unter anderen: Während die anderen verdächtigten Autos schon Tage vor dem Brand im Parkhaus abgestellt worden waren, wurde der Hybridwagen dort erst kurz vorher geparkt. Öffentlichen machen wollen die Sachverständigen ihr Ergebnis erst in einigen Tagen. »Das Gutachten muss definitiv gerichtsfest sein.«

Rauchmelder in Nähe der Station anbringen

Mittlerweile kommt es in Deutschland immer öfter zu Bränden, die durch die Akkus von Hybrid- oder Elektroautos sowie von E-Bikes ausgelöst werden. Im Dezember 2018 sorgte ein explodierter Fahrradakku ausgerechnet in einem Radgeschäft in Hessen für einen Schaden von mehr als 300.000 Euro. Ein brennendes Elektrofahrrad führte im Juli in Herford zu einem Kellerbrand.

Die Feuerwehr Herford warnte daraufhin, dass E-Bikes nicht im Schlaf- und Wohnbereich aufbewahrt werden sollten. Zudem sollen Akkus nicht unbeaufsichtigt und nur mit dem dafür vorgesehenen Ladegerät geladen werden. Zudem sollte in der Nähe der Ladestation ein Rauchmelder angebracht sein.

Oft seien verrutschte Kabel im Inneren des Akkus der Grund für den Brand. »Ab einer Fallhöhe von einem Meter sind Akkus nicht mehr sicher«, warnt Christoph Büker von der Feuerwehr Herford. Beschädigte Akkus sollten daher auf keinen Fall mehr benutzt oder selbst geöffnet werden. Der Akku sollte bei einem Händler ausgetauscht werden.

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War die Batterie denn überhaupt die Ursache?

War die Batterie denn überhaupt die Ursache? Batterien sind eigentlich nur sehr selten die Brandursache. Oft wird dann (teilweise medienwirksam) auf die Gefahren von Bränden von Elektroautos hingewiesen, obwohl sich am Schluss herausstellt, dass der Akku gar nicht gebrannt hat (wie bei dem Tesla-Unfall vor 6 Wochen in Tirol).

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