NRW legt Waldzustandsbericht vor Vier von fünf Bäumen krank

Düsseldorf (WB). Auf 50.000 Hektar sind die Fichtenwälder in NRW abgestorben – Folge von zwei Jahren Borkenkäferplage. Und der Höhepunkt sei noch nicht erreicht, sagte Hubert Kaiser, Leiter der Forstabteilung im Umweltministerium, am Montag in Düsseldorf.

Von Hilmar Riemenschneider
Lichte Kronen: Nach Angaben des NRW-Umweltministeriums sind 80 Prozent der Bäume im Land geschädigt.
Lichte Kronen: Nach Angaben des NRW-Umweltministeriums sind 80 Prozent der Bäume im Land geschädigt. Foto: dpa

Ein etwas milderer Sommer, damit die Bäume sich etwas erholen können – das ist der verhaltene Wunsch der Forstleute für das kommende Jahr. Denn am Ende dieses Jahres mit Hitzewellen, Trockenheit und anhaltenden Käferplagen steht es um den Wald nicht gut: Vier von fünf Bäumen sind geschädigt, zeigen mäßig bis stark ausgedünnte Kronen

Die Fichte: Mit fast einem Drittel (30 Prozent) der Waldfläche ist sie die am weitesten verbreitete Baumart, sie hat am stärksten gelitten. 2018 waren noch 27 Prozent der Nadelbäume gesund, jetzt sind es noch 22. Demgegenüber sind 42 Prozent (2018: 37) massiv geschädigt, 36 Prozent zeigen schon erkennbare Verlichtungen. In den Wäldern und Lagern stapeln sich 16 Millionen Festmeter Schadholz.

Die Kiefer : Nur noch knapp jede zehnte Kiefer ist gesund, der Anteil sank minimal von zwölf auf elf Prozent. Die meisten Kiefern befinden sich in der Warnstufe mit leichteren Schäden in der Krone, 30 Prozent haben stark ausgedünnte Kronen. Besonders Pilzbefall schwächt die Bäume.

Die Buche : Hitze und Dürre haben verhindert, dass die Buchenbestände sich erholen. Zwar ist der Teil gesunder Bäume auf 18 Prozent minimal gestiegen, und stark geschädigte Baumkronen beobachteten die Förster nur noch bei 41 statt 48 Prozent. Bei weiteren 41 Prozent mit leichten Symptomen bleibt die Lage angespannt. Auch die Buchen hat eine Borkenkäfer-Art heimgesucht, Folge sind 600.000 Kubikmeter Schadholz.

Die Eiche: Mit 57 Prozent stark ausgedünnten Baumkronen geht es ihr so schlecht wie nie. Nur noch zwölf Prozent der Bäume sind ohne Schäden, etwa ein Drittel befindet sich in der Warnstufe. Die anhaltende Trockenheit habe die Eiche schnell unter Wasserstress gebracht, heißt es im Zustandsbericht.

Neue Aufforstungsprogramme

Abhilfe sollen die 2020 beginnenden Aufforstungsprogramme bringen, für die das Land 100 Millionen Euro auf zehn Jahre bereitstellt. Ziel ist es, klimaangepasste Neuwälder aufzubauen. Neue Sorten wie die Douglasie lösten nicht alle Sorgen, sagte Forstexperte Kaiser. Man müsse widerstandsfähige Herkunftslinien heimischer Baumarten finden.

Die Funktion des Waldes als CO2-Speicher will Heinen-Esser mit einem neuen NRW-Waldfonds hervorheben. Für den CO2-Ausstoß auf eigenen Dienstreisen werde die Landesregierung hier einen Ausgleich für neue Wälder einzahlen. In Kürze werde das Angebot für Unternehmen geöffnet.

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