Ruhrverband will Fischsterben im Sauerland mit Extrasauerstoff verhindern
Talsperren werden beatmet

Meschede (WB/dpa). Mit Extrasauerstoff will der Ruhrverband einem Fischsterben in der Hennetalsperre bei Meschede (Hochsauerlandkreis) vorbeugen. »Es geht um 40 bis 50 Tonnen Fische«, sagte Verbandssprecherin Britta Balt.

Mittwoch, 09.10.2019, 08:00 Uhr
Südlich von Meschede staut sich die Henne zum Hennesee. Er ist mehr als 200 Hektar groß. Foto: Nicolai Schäfer

In den nächsten Tage verlegt der Wasserwirtschaftsverband perforierte Leitungen in dem See. Durch sie werden dann pro Stunde 40 bis 50 Kilogramm Sauerstoff in das Talsperrenwasser eingebracht. An der Ennepetalsperre bei Breckerfeld (Ennepe-Ruhr-Kreis) läuft so eine Maßnahme bereits seit einer Woche.

Bis zu 50 Tonnen Sauerstoff in die Hennetalsperre

Der Ruhrverband wirkt damit einem natürlichen Phänomen entgegen, bei dem sich das Wasser der Talsperre zwischen Frühjahr und Herbst in Schichten aufteilt, die unterschiedliche Mengen Sauerstoff enthalten. In den vergangenen Tagen gab es Hinweise darauf, dass der Sauerstoffgehalt in der bei kälteliebenden Fischen beliebten tiefsten Wasserschicht zu stark abnehmen könnte. Daher werden nun in den kommenden Wochen bis zu 50 Tonnen Sauerstoff in die Hennetalsperre eingeblasen.

Keine Auswirkung auf die Wasserqualität

»Dass das Tiefenwasser von Talsperren belüftet werden muss, ist nicht außergewöhnlich«, sagte Verbandssprecherin Britta Balt. Das sei 2018 bei der Möhnetalsperre und auch schon bei der Ennepetalsperre gemacht worden. Ursache für den abnehmenden Sauerstoffgehalt sei vor allem die Sonneneinstrahlung, die sauerstoffzehrende Abbauprozesse in Gang setze.

Die Belüftung wird wieder eingestellt, wenn sich die Schichtung des Wassers zum Beispiel durch erhöhte Zuflüsse oder sinkende Außentemperaturen wieder auflöst. Der Ruhrverband versicherte, dass der geringe Sauerstoffgehalt keine Auswirkungen auf die Wasserqualität habe, die weiterhin ausgezeichnet sei.

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