Mögliche Körperverletzung und sogar fahrlässige Tötung stehen im Raum Iberogast: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Bayer

Köln/Leverkusen(WB/in). Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Arzneimittelhersteller Bayer. Mehreren Medienberichten zufolge geht es bei den Vorwürfen um mögliche Körperverletzung und sogar fahrlässige Tötung. Im Visier der Ermittler steht das beliebte und rezeptfrei erhältliche Magen- und Darm-Medikament Iberogast. Unter den neun pflanzlichen Bestandteilen der Arznei ist das Schöllkraut. Es steht im Verdacht, in seltenen Fällen die Leber zu schädigen.

Symbolbild.
Symbolbild. Foto: imago images/Uwe Steinert

Der Leverkusener Konzern hat Iberogast 2013 vom Arzneimittel-Hersteller Steigerwald übernommen. Wie dieser weigerte sich auch Bayer, der Forderung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte aus dem Jahr 2008 nachzukommen und im Beipackzettel auf die Gefahr hinzuweisen. Dabei blieb man auch, als 2016 das Fachmagazin »American Journal of Gastroenterology« einen Zusammenhang zwischen einem Todesfall und der Einnahme von Iberogast herstellte.

Erst als es in Juni 2018 zu einem zweiten Todesfall kam, lenkte Bayer ein und änderte den Warnhinweis. Die Staatsanwalt geht dem Verdacht nach, ob der Todesfall hätte verhindert werden können, wenn der Konzern sich vorher nicht so lange geweigert hätte.

Iberogast belegte nach Angaben des »Handelsblatts« 2018 den achten Platz der in Deutschland meistverkauften nicht verschreibungspflichtigen Medikamente.

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