Ballon zur Untersuchung nach Braunschweig gebracht – insgesamt elf Verletzte
Heißluftballon stürzt bei Landung ab – ein Mann in Lebensgefahr

Marsberg/Kassel (WB). Schwerer Unfall unweit der Paderborner Kreisgrenze: Im Sauerland in Marsberg sind beim Absturz eines Heißluftballons am Dienstagabend elf Menschen verletzt worden, sechs Personen davon schwer. Ein 52 Jahre alter Mann schwebt nach aktuellen Informationen dieser Zeitung derzeit noch in Lebensgefahr. Das Luftfahrtunternehmen aus Kassel soll 2011 schon in einen Unfall verwickelt gewesen sein.

Mittwoch, 05.06.2019, 06:24 Uhr aktualisiert: 05.06.2019, 16:36 Uhr
Kurz vor der Landung gerät am Dienstag ein Heißluftballon im Sauerland ins Trudeln und fängt Feuer. Foto: dpa

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung und die Bezirksregierung Münster waren am Mittwoch bei der Polizei in Brilon. Hier wurde in Olsberg der Ballon in Augenschein genommen und für weitere Untersuchungen zur BFU nach Braunschweig verbracht.

Ballon hatte eine Höhe von 32 Metern – »größter Nordhessens«

Laut »Sauerlandkurier« besitzt der Ballon eine Höhe von 32 Metern und 22 Meter Durchmesser. Die maximale Startmasse beträgt 1,6 Tonnen. Der Anbieter bezeichnet ihn als den »größten Nordhessen«. Das Luftfahrzeug wurde für weitere Untersuchungen zur BFU nach Braunschweig verbracht. »Bis ein erster Zwischenbericht erstellt ist, wird es vier bis sechs Wochen dauern«, kündigt BFU-Pressesprecher Germout Freitag auf Nachfrage an.

Nach ersten Erkenntnissen geriet der Ballon, der in Korbach (Landkreis Waldeck-Frankenberg in Hessen) gestartet war, bei der Landung in Marsberg-Bredelar neben der B 7 in etwa einem Meter Höhe ins Trudeln und stürzte ab, wie ein Polizeisprecher sagte. Ziel des Ballons sei auch Marsberg gewesen.

Verletzungen durch Aufprall und Verbrennungen

Beim Absturz habe sich der Korb mehrmals überschlagen. Die zehn Passagiere und der Kapitän wurden verletzt. »Die Verletzungen stammen vom Aufprall, aber sind auch durch Verbrennungen entstanden«, sagte ein Polizeisprecher. Der Grund: Beim Absturz habe der Brenner zeitweise quer gelegen und so den Korb in Brand gesetzt.

Ob Winde bei dem Unglück eine Rolle gespielt haben, konnte die Polizei noch nicht sagen. Auch über die Wetterlage liegen derzeit noch keine aktuellen Informationen vor. Nach Angaben der Polizei soll der Ballonfahrer befragt werden. Er befinde sich noch in einer Klinik, sei aber ansprechbar.

Die Insassen stammen aus Nordhessen

Die Insassen stammen demnach aus Nordhessen. Das Unglück ereignete sich rund 200 Meter neben einer Bundesstraße. Nach dem Absturz habe sich der Korb mehrmals überschlagen, so die Polizei. Dabei habe der Brenner zwischenzeitlich quer gelegen.

An Bord des Ballons waren zehn Fahrgäste aus dem hessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg. Die Insassen waren laut Polizei im Alter von 22 bis 59 Jahren - vier Männer und sechs Frauen.

Außerdem war ein 64 Jahre alter Kapitän an Bord, der ebenfalls schwere Verletzungen erlitt. Drei Verletzte wurden mit Rettungshubschraubern von der Unfallstelle in Krankenhäuser geflogen.

War Unternehmen 2011 schon in Unfall verwickelt?

Nach einem Bericht des internationalen Portals »Avionews« sei das Luftfahrtunternehmen aus Kassel bereits im Jahr 2011 in einen Unfall verwickelt gewesen. Damals sollen drei Ballons verunglückt sein, wie »Avionews« auf seiner Seite schreibt. Telefonisch ist das Unternehmen für Rückfragen derzeit nicht zu erreichen.

 

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